Teilen:

Wie verhalte ich mich bei einer Begegnung mit einem Hai

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (12.07.2022)

Wien, 12.07.2022

Der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN klärt auf, was die Ursachen für Unfälle mit Haien sind und wie diese vermieden werden können.

Erstmal sollte uns bewusst sein, dass Haie beutegreifende Tiere sind und wir uns im Meer in ihrem Lebensraum befinden. Es ist daher ratsam, sich zu informieren, denn viele Ängste oder Unfälle entstehen vor allem durch Unwissenheit und falsches Verhalten.

Ein Grund, warum sich Haie manchmal an Badestrände verirren, könnte direktes oder indirektes Futter sein. Laut Experte Gerhard Wegner sind mit direktem Futter Fischschwärme gemeint und mit indirektem z.B. Abfälle. Es ist erwiesen, dass Abfälle von Schiffen, Haie aus großer Entfernung anlocken können. Sie folgen deshalb oft Hochseeschiffen und sind auch in der Nähe von fahrenden oder ankernden Safaribooten anzutreffen. Auch Tiertransportschiffe werfen regelmäßig verletzte und tote Tiere ins Meer, die ebenfalls Haie anlocken können.

Wie kommt es in Einzelfällen zu Haiangriffen? Die Expert:innen aus dem Buch Blind Dates sind sich hierbei einig und nennen folgende drei Motivationen:

  • Jagd-Biss: Hier wird Beute, die als solche erkannt ist, sofort und schnell attackiert.
  • Sondierungs-Biss: Damit ist der sogenannte Testbiss gemeint, bei der potenzielle Beute zunächst untersucht wird. Die Sekundärwunden eines solchen Bisses sind im Übrigen die häufigsten Verletzungen bei Haibegegnungen.
  • Stress-Biss: Die gestressten Tiere wehren sich.

Laut Expert:innen kommen Jagdbisse gegenüber Menschen nicht vor – Haie jagen keine Menschen. Manche Haie werden jedoch von Menschen bedrängt, die in Gebiete, wo die Haie nach Futter suchen, eindringen. Stress-Bisse können die Folge sein. Auch bei Tieren, die sich an Strände verirren, kann dies in sehr seltenen Fällen vorkommen. Die meisten Unfälle mit Haibissen sind jedoch Sondierungsbisse.

Ein «Menschenfresser» ist der Hai laut Sharkprojekt definitiv nicht, sonst wäre es nicht möglich, so viele Wassersportarten im Meer zu machen. Es gibt viele Luftaufnahmen von Stränden, wo Badegäste in der Nähe von Haien gefilmt wurden – ohne dass die Schwimmenden die Tiere bemerkt haben. Unfälle durch Haiangriffe passieren, im Verhältnis zu Unfällen durch die Ausübung von Wassersport selbst, deutlich seltener. Lediglich 73 Unfälle mit Haien gab es im vergangenen Jahr, ein Bruchteil im Vergleich zu Unfällen mit anderen Tierarten oder Verletzungen im Meer allgemein.

Haie stehen im Meer an der Spitze der Nahrungskette. Sie sorgen für das ökologische Gleichgewicht in den Ozeanen.

Fakten über die Haie:

  • Haie sind älter als Dinosaurier, sie leben seit 450 Millionen Jahre auf diesem Planeten.
  • Weltweit sind über 500 Arten bekannt.
  • Die meisten Haie fressen Fische, Weichtiere und Krebse, während große Raubtiere wie z.B. der Weiße Haie auch Robben, Pinguine oder Delfine fressen. Arten wie der Walhai und der Riesenhai ernähren sich von Plankton.
  • Haie schwimmen immer vorwärts, sie können keinen Rückwärtsgang einlegen. 
  • Haie sinken zum Meeresgrund, wenn sie keine Schwimmbewegungen machen.
  • Haie sind die „Gesundheitspolizei“ der Ozeane.
  • Weltweit stirbt alle drei Sekunden ein Hai durch den Menschen.

Wir brauchen die Haie zum Erhalt des Lebens unserer Weltmeere, denn wenn der Ökokreislauf in den Ozeanen zusammenbricht, dann geht auch das Plankton im Meer zu Grunde. Das wäre das Ende des Lebens auf der Erde, denn 72% des Sauerstoffes der Welt wird vom Phytoplankton produziert.

Kurz: „Ohne Haie stirbt das Meer und ohne Meer sterben wir, weil der Sauerstoff, den wir atmen, vom Meer produziert wird!“ so VGT-Aktivistin und Meeresschützerin Sandy P. Peng.

 

Empfehlungen zu Begegnungen mit Haien:

  • Wichtig: Ruhig bleiben! Keine panischen Reaktionen, wie z.B. hektische Schwimmbewegungen.
  • Nicht schreiend und zappelnd wegschwimmen – so verhalten sich Beutetiere und man wird für den Hai interessant.
  • Das Tier im Auge bzw. Blickkontakt halten.
  • Mitdrehen, wenn der Hai zu kreisen beginnt. Von Vorteil ist, wenn Du eine Schwimmbrille/Tauchmaske mit Schnorchel trägst oder dabeihast, damit Du den Hai beobachten kannst, was er macht und wo er ist.
  • Langsam zurück ans Ufer bewegen.
  • Falls der Hai zu nahekommt, auf keinen Fall nach ihm schlagen. Falls der Hai extrem nahe ist, das Tier notfalls wegdrücken. Nur oberhalb der Schnauze anfassen oder seitlich vor oder nach den Kiemenspalten.
  • Es gibt Ratschläge, sich vertikal im Wasser aufzustellen, um den Hai zu verwirren.
  • Tauchen, schwimmen oder schnorcheln: nicht in Gebieten, wo Haie mit Fischen angelockt werden, Flussmündungen, Angler:innen oder Fischer:innen der Nähe sind, Safariboote die ev. Küchenabfälle im Meer entsorgen.

 

Weitere Quellen:

https://www.sharkproject.org

https://www.planet-wissen.de/natur/tiere_im_wasser/haie/index.html

https://taucher.net/diveinside-killerhaie_im_roten_meer_unterwegs_-kaz8810

17.07.2026, Wien

Die Hälterung von Speisefischen aus Tierschutzsicht

Es ist üblich, Zuchtfische vor der Tötung hungern zu lassen. Tierfreundlich ist das nicht.

10.07.2026, Tirol

Tiroler Tierschutzlehrkräfte - Team gibt praxisnahe Einblicke in Tierrechte und Aktivismus

Oberstufen-Workshop als Ausklang eines erfolgreichen Schuljahrs

10.07.2026, Wien

1. Durchbruch: Bauarbeiten für Amphibientunnel in vollem Gange

VGT freut sich über Baustart am Schottenhof, Hanslteich folgt

09.07.2026, Wien

VGT warnt: Deutsche Brieftaubenverbände wollen tausende Tiere in Wien aussetzen

Am 25. Juli sollen Brieftauben von Wien 500 km bis nach Bayern fliegen – 50-75 % davon werden sterben oder die Stadttaubenpopulationen am Weg dorthin vergrößern!

08.07.2026, Wien/EU

VGT begrüßt neue EU-Strategie zu „Nutztieren“, mahnt aber Umsetzung ein

EU will die Tötung von Kücken und die Käfighaltung von Hühnern verbieten, sowie Tierwohl-indikatoren für Masthühner und ein Verbot von Kastenständen für Mutterschweine einführen

08.07.2026, Wien

Demozug gegen Tiertransporte am 29. August 2026

Gemeinsam für ein Ende des Tierleids auf der Straße und auf hoher See!

07.07.2026, Wien

„End the Cage Age“ – Ende des Käfigzeitalters gefordert

Heuer nähert sich bereits der 5. Jahrestag des Versprechens der EU-Kommission, die Käfighaltung zu beenden. Der VGT und VIER PFOTEN fordern keine weiteren Verzögerungen.

07.07.2026, Wien

Wolfstötungen in Österreich: offizielle Beschwerde bei EU-Kommission aus Italien

Tötungen zweier nachweislich harmloser Wölfe mit GPS-Halsband aus Italien in Kärnten (Feb 2026) und jetzt in Tirol – Beschwerde 25 internationaler Natur- und Tierschutzorganisationen.