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Honig und Bienenwachs

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (29.11.2023)

Wien, 29.11.2023

Honig und Bienenwachs werden von Bienen hergestellt. Es handelt sich dabei also um Tierprodukte, die sich grundsätzlich nicht mit einer veganen Lebensweise vereinbaren lassen.

Bienen stellen Honig her, um das Bienenvolk und die Brut zu ernähren. Dafür sammeln sie Nektar oder Honigtau (die Ausscheidungen von Läusen, z.B. bei Waldhonig) und fügen dem Saft Enzyme, Säuren und Eiweiße aus ihrem Körper hinzu, bis er sich in reifen Honig verwandelt hat. Das Bienenwachs wird als Plättchen in den Wachsdrüsen der Tiere erzeugt und ausgeschwitzt. Das Wachs verwenden die Bienen für den Bau der Waben im Bienenstock. In der Industrie wird das Wachs durch Ausschmelzen der leeren Waben mit heißem Wasser gewonnen. Es wird in der Körperpflege, für Kosmetika, als pharmazeutischer Hilfsstoff, Trenn- und Überzugmittel, in technischen Anwendungen und für die Herstellung von Kerzen und Bienenwachsauflagen verwendet.

Probleme der Imkerei

Die Honigindustrie ist strenggenommen eine Massentierhaltung. Viele Menschen glauben, die Haltung von Bienen würde dem Bienensterben entgegenwirken, jedoch handelt es sich bei Honigbienen um hochgezüchtete Rassen, die so in der Natur nicht vorkommen. Industriell gehaltene Bienen sind zum Beispiel stark durch die Varroamilbe gefährdet, weil sie durch die Bedingungen im künstlichen Bienenstock oft gesundheitlich geschwächt sind (z.B. durch Schimmel, Feuchtigkeit, Bakterien). Was ihnen helfen könnte, wäre der Honig. Es ist weithin bekannt, dass Honig eine antibakterielle und antimykotische (gegen Pilze) Wirkung hat und gegen viele Krankheiten eingesetzt wird. Doch den Bienen wird der Honig weggenommen und durch völlig nährstoffarmes Zuckerwasser ersetzt. Besonders die Massentierhaltung, die in der Imkerei zum Einsatz kommt, bietet der Varroamilbe einen exzellenten Nährboden. Denn wildlebende Honigbienen leben in kleineren Populationen und besser abgegrenzten Räumen, sodass die Milben sich gar nicht erst so schnell fortpflanzen können, außerdem wird ein Großteil durch das jährliche Schwärmen aus dem Stock getragen.

Industriell eingesetzte Bienen werden am Schwärmen gehindert, indem den Königinnen die Flügel gestutzt werden. So kann das Bienenvolk sich nicht einfach fortbewegen und sich dem Einfluss des Imkers/der Imkerin entziehen. Nach ein bis zwei Jahren werden die Königinnen zudem getötet und durch jüngere, produktivere ersetzt.

Bei der Ernte von Honig und Bienenwachs kommen viele Tiere zu Tode. Beim Entfernen des Honigs werden viele Bienen zerquetscht. Der eingesetzte Rauch, um die Bienen aus dem Stock zu vertreiben, imitiert einen Waldbrand und bedeutet für die Bienen große Angst und Stress. In der Bio-Imkerei sind einige dieser Praktiken nicht erlaubt.

Alternativen

Alternativen zu Honig: Es gibt allerdings eine Vielzahl an veganen Honigalternativen. Die klassische Alternative bildet der Löwenzahnhonig, ein Produkt, das durch das gemeinsame Kochen von Löwenzahnblüten, Zucker und weiteren Zutaten sehr leicht selbst hergestellt werden kann. Andere Alternativen zu Honig sind z.B. Ahornsirup, Agavendicksaft, Apfelsüße, Dattelsirup oder Reissirup, die man alle im regulären Supermarkt finden kann.

Alternativen zu Bienenwachs: Carnaubawachs, Rapswachs, Sojawachs, Sonnenblumenwachs

Quellen

More than Honey (Dokumentarfilm). Regie: Markus Imhoof. Schweiz, Deutschland, Österreich 2012.

PharmaWiki: Bienenwachs

Zurbuchen, Antonia; Müller, Andreas (2012): Wildbienenschutz – von der Wissenschaft zur Praxis. Hauptverlag, Bern.

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