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Der Körper der Schweine

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (10.10.2022)

Wien, 10.10.2022

Spannende Fakten über den Körper von Hausschweinen

Schweine sind Paarhufer und ernähren sich omnivor. Sie sind sehr reinliche Tiere und können sehr schnell laufen und gut schwimmen. In der Nutztierindustrie können sie leider viele ihrer natürlichen Verhaltensweisen nicht ausleben.

Körperpflege

Schweine sind entgegen der leider hartnäckigen Vorurteile sehr saubere Tiere. So vermeiden sie es z.B., ihre Ausscheidungen in der Nähe ihres Liegebereiches abzusetzen, was sie auch in der industriellen Tierhaltung zumindest versuchen1. Auf Vollspaltenboden-Haltungen ist dies natürlich nicht möglich. Zur Körperpflege der Schweine zählen Verhaltensweisen wie Wälzen, Suhlen und Kratzen. Beim Wälzen legen sich Schweine an eine feuchte Stelle, beim Suhlen legen sie Schlammbäder an, indem sie den feuchten Boden aufwühlen. Der Schlamm dient dabei dem Schutz vor Insekten und Sonnenbrand, aber vor allem auch der Kühlung. Denn Hausschweine können nicht schwitzen, weil sie einerseits kein richtiges Haarkleid und andererseits kaum Schweißdrüsen besitzen. Außerdem kratzen sich Schweine selbst oder scheuern sich an Gegenständen, insbesondere vor Ruhephasen. Gegenseitige Körperpflege wird bei Schweinen normalerweise nicht beobachtet2.

Zähne

Ferkel haben 28 Milchzähne. Je nach Rasse ist der Zahnwechsel im Alter von 17 bis 22 Monaten abgeschlossen. Im permanenten Gebiss haben Schweine 44 Zähne. In Österreich ist es erlaubt, Schweinen die Eckzähne zu verkürzen, um Verletzungen vorzubeugen. Dies ist allerdings nur eine Anpassung des Tiers an ein nicht passendes Haltungssystem. Studien zufolge führt dieser Eingriff oft zu Verletzungen der Zähne, die zu Mundhöhlen- und Zahnerkrankungen führen können und die Entwicklung der Ferkel beeinträchtigen3. Der Eingriff ist für die Tiere mit Schmerzen verbunden.

Verdauung

Schweine sind, genau wie Menschen, Monogastrier, das heißt sie haben nur einen Magen4 und sie sind Omnivore, also sogenannte Allesfresser, deren Nahrung sich aus Pflanzen und Tieren zusammensetzen kann.5. In der industriellen Tierhaltung werden Schweine vor allem mit Sojaschrot gefüttert, das häufig aus ehemaligen Regenwaldgebieten stammt und sogar genmanipuliert sein darf.

Fortbewegung

Schweine sind Paarhufer. Sie können Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h erreichen und 140 bis 150 Zentimeter hoch springen. Im Schritttempo verwenden sie den Kreuzgang, wo jeweils diagonal gegenüber befindliche Vorder- und Hinterbeine gleichzeitig aufgesetzt werden6. Außerdem können sie auch laufen, rennen und sehr gut schwimmen.1

Ringelschwanz

Der typische geringelte Schwanz der Schweine ist keineswegs natürlich. Wildschweine sowie einige domestizierte Rassen haben einen geraden Schwanz. Dass sich der Schwanz bei einigen Schweinerassen krümmt oder ringelt, liegt daran, dass die Muskeln und Sehnen auf einer Seite des Schwanzes kürzer sind, was ein unbeabsichtigtes Ergebnis der Züchtung ist und keine Funktion erfüllt.7 In der Schweineindustrie wird der Schwanz meist gekürzt, damit die Tiere sich nicht gegenseitig daran beißen. Damit wird versucht, die Tiere dem Haltungssystem anzupassen, anstatt das Haltungssystem dahingehend zu verbessern, dass ein derartiges Stressverhalten gar nicht erst auftritt.

Quellen

1 KTBL: Verhalten von Schweinen

2 Schmidt, Ann-Kathrin (2004): Normalverhalten beim Hausschwein. Projektarbeit, Fachbereich Nutztierethologie und Tierhaltung, Universität Kassel.

3 Ellert, Philipp (2017): Zahnverletzungen durch das Abschleifen von Zähnen bei Saugferkeln - Untersuchung eines neu entwickelten Schleifkopfes im Vergleich zur herkömmlichen Methode. Dissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Veterinärmedizin. Tierärztliche Hochschule Hannover.

4 Wikipedia: Monogastrier

5 Wikipedia: Allesfresser

6 Wikipedia: Wildschwein

7 WiD: Wissenschaft im Dialog: Warum kringelt sich der Schweineschwanz?

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