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VGT: Herkunfts-Check Putenfleisch zeigt, dass Haltungskennzeichnung notwendig

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (15.12.2022)

Wien, 15.12.2022

Die Erfahrung mit der Auslistung von ausländischen Käfigeiern aus Supermarktregalen ist, dass die Konsument:innen gerne für bessere Haltung mehr bezahlen, wenn das alle machen

Dem VGT ist es vor 7 Jahren gelungen, die geringere Besatzdichte bei Puten gegen den Versuch, sie um 50% zu erhöhen, zu erhalten. Diesbezüglich ist Österreich deshalb der EU weit voraus, wo man noch nicht einmal eine Richtlinie zu Puten erarbeitet hat und oft bis zu doppelt so viele Puten auf demselben Platz einstallt. Zwar kritisiert der VGT dennoch an den Haltungsbedingungen bei der Putenmast in Österreich einiges, z.B. das Schnabelkürzen, die Qualzuchtrassen und den fehlenden Auslauf, doch trotzdem darf der hiesige Standard nicht durch Billigimporte unterlaufen werden. Der heute von der Geflügelwirtschaft Österreich präsentierte Herkunfts-Check von Putenfleisch im Großhandel und den Supermärkten zeigt diesbezüglich eine alarmierende Entwicklung: 92% des Puten-Frischfleisches und 94% der Putenfleisch-Convenience Produkte im Großhandel stammen nicht aus Österreich. Dagegen wird von einem Großhändler berichtet, der 83% Putenfleisch aus Österreich führt, und bei dem sich die Nachfrage in den letzten Jahren verdoppelt hat.

VGT-Obmann DDr. Martin Balluch dazu: Das letztere Beispiel zeigt, dass die Konsument:innen sehr wohl bereit sind, die Mehrkosten für eine bessere Tierhaltung zu tragen, wenn es alle gleichzeitig tun, indem die ausländische Alternative aus schlechterer Haltung gar nicht angeboten wird. Das haben wir auch beim Verkauf von Käfigeiern gesehen: vor dem Legebatterieverbot in Österreich wählten 80% der Menschen hierzulande Eier aus Käfighaltung, danach, als die Käfigeier aus den Supermärkten ausgelistet waren, niemand mehr. Dasselbe ginge sicherlich auch bei Putenfleisch, wenn es eine entsprechende Branchenübereinkunft gibt.

Und Balluch weiter: Für die Entwicklung im Tierschutz ist es essenziell, dass verbesserte gesetzliche Haltungsstandards nicht durch Billigimporte aus schlechterer Haltung unterlaufen werden. Dagegen würde die Haltungskennzeichnung helfen. Analog wie z.B. bei Kühlschränken, auf denen das Ausmaß der Energieverschwendung durch Buchstaben und Farben klar ersichtlich markiert ist, sollte jedes Tierprodukt dahingehend gekennzeichnet sein, welche Qualität die Tierhaltung hatte. Dann würde Putenfleisch nach österreichischem Mindeststandard besser bewertet sein, als jenes mit schlechteren Standards aus dem Ausland, aber es würde auch die bessere Putenhaltung mit langsamer wachsenden Rassen, erhöhten Sitzflächen und einem Auslauf erkennbar über dem konventionellen Putenfleisch aus Österreich stehen. Haben sich die Konsument:innen an eine einheitliche Bewertung dieser Art in Supermärkten, bei Verarbeitern und der Gastronomie gewöhnt, dann könnten sie erst wirklich entscheiden, für welche Haltung sie ihr Geld ausgeben wollen!

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