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Tauben: VGT und Alternative Liste feiern Einlenken der Stadt

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (26.01.2023)

Innsbruck, 26.01.2023

Seit mehreren Jahren kämpft der VGT gemeinsam mit Stadtbewohner:innen und der Alternativen Liste (ALI) für einen Ersatz des abgebauten Taubenschlages im O-Dorf und für eine tierschutzgerechte Handhabung im Umgang mit Stadttieren

Am Freitag, den 30. April 2021, übergab der VGT dem Vize-Bürgermeister von Innsbruck, Hr. Johannes Anzengruber, die Petition zum Erhalt des Taubenschlages im Olympischen Dorf. 1.641 Bürger:innen unterstützten diese Petition. Herr Anzengruber versicherte im Gespräch, dass der Taubenschlag nicht geschlossen, sondern an einem anderen Standort aufgestellt werde. Für die Tiere ist die Übersiedlung mit sehr viel Stress verbunden, Tauben sind standorttreue Tiere, der Umzug muss daher fachgerecht begleitet werden. Die Frage, ob auch Turmfalken für die Regulierung des Taubenbestandes eingesetzt werden würden, verneinte er.

Der Taubenschlag wurde schließlich aber ohne fachgerechte Betreuung auf die andere Innseite verlegt – viel zu weit entfernt. Die Tauben nahmen den neuen Standort, wie vom VGT und Taubenexpert:innen vorhergesagt, nicht an. Ein Tierschutzskandal bahnte sich an. Die Tiere wurden nicht mehr artgerecht gefüttert und hatten kein Zuhause mehr. Im Taubenschlag wurden sie noch versorgt, ihre Eier durch Attrappen ausgetauscht. In den Wochen und Monaten darauf wurden viele abgemagerte und halb verhungerte Tauben gefunden und in Tierschutzeinrichtungen gebracht.

Die Vögel suchten sich Alternativen für Nist- und Schlafplätze auf den Balkonen der Bewohner:innen des olympischen Dorfes. Viele sind verärgert und der unnötige Hass auf die Tiere wurde dadurch noch mehr verstärkt. An einigen Balkonen und Fenstersimsen mancher Hochhäuser wurden Spikes als Taubenabwehr angebracht. Viele Anrainer.innen sind dennoch positiv gegenüber den Tieren eingestellt und waren mit der Taubenabwehr nicht einverstanden – Spikes werden oft zur Todesfalle und verlagern die „Problematik“ nur. Sie wurden aber trotzdem an den Gebäuden angebracht.

Die letzten Monate waren geprägt von Kundgebungen, Pressekonferenzen und Gesprächen mit den zuständigen Behörden. Und der Einsatz hat sich gelohnt. Ein konkreter Fahrplan geht nun in die gemeinderätliche Tierschutzarbeitsgruppe und wird nun von den Ämtern geprüft. Die Stadtführung hat sich mit dem neu eingestellten "Stadtwildtierbeauftragten" auf einen gemeinsamen Fahrplan geeinigt. Alle Forderungen der Tierschützer:innen wurden erfüllt. Neben mehreren Standorten für Taubenschläge werden nun auch Standorte für Fütterungszonen amtlich geprüft und der städtischen Tierschutzarbeitsgruppe vorgelegt. 

Es ist für alle Beteiligten ein Erfolg, so Nicole Staudenherz, Kampagnenleiterin des VGT Tirol, die sich über den gemeinsamen Fahrplan sehr freut. Einmal mehr bestätigt sich: Wenn sich die Stadtführung auf die Einbringung von engagierten Menschen einlässt, und sie nicht als unangenehme Bedrohung sieht, entstehen weit intelligentere und breiter getragene Konzepte im Sinne aller Beteiligten. Jetzt werden konkrete Schritte im Sinne der Anrainer:innen und der betroffenen Tiere gesetzt.

Der VGT wird sich auch weiterhin für die Stadttauben in Innsbruck einsetzen und die neuen Konzepte auf deren Tierschutzgerechtigkeit prüfen!

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