Teilen:

Im Garten lauern Gefahren für Tiere - handle jetzt!

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (05.10.2023)

Wien, 05.10.2023

Wie du deinen Garten für Wildtiere sicher gestalten kannst

Leider werden unsere Gärten häufig zur Todesfalle für Amphibien und viele andere Tiere. Im Herbst suchen neben Amphibien auch Igel, Schlangen oder viele Insektenarten nach geeigneten Winterquartieren. Dabei fallen unzählige Tiere in ungesicherte Kellerschächte, Lichtschächte oder leere Pools und verhungern oder erfrieren qualvoll. Wie du deinen Garten sicher gestalten kannst, haben wir dir in diesem Artikel zusammengefasst.

Schritt 1: Entschärfung von Kellerstiegen und anderen Fallen

Mach einen Rundgang durch deinen Garten – wo befinden sich für Kleintiere gefährliche Zonen? Kellertreppen, Wasserbecken oder Pools und Lichtschächte sind Todesfalle No. 1 für viele Tiere!

Wie kannst du vorgehen:

  • Bereits abgestürzte bzw. gefangene Tiere sichern
  • Ebenerdige Schächte, Rohre und Abflüsse, in die Tiere in der Größe von Käfer bis Erdkröte fallen könnten, mit Fliegennetzen oder engmaschigen Metallgittern abdecken
  • Kontrolle der Entwässerungsschächte vor der Absaugung und ggf. Bergung der sich im Schacht befindlichen Tiere - Kellerfenster sichern, z.B. durch Fliegengitter
  • Potenzielle Fallen mit einem mindestens 20 cm hohen Zaun abschirmen oder mittels Winkelblechen/Brettern und horizontal vorstehendem Rand aus fadenverstärkter Gewächshausfolie als Überstiegsschutz absichern
  • Gewässer ohne Ausstiegsmöglichkeit können zur tödlichen Falle werden. Beim Versuch, ein solches Gewässer zu verlassen, können Tiere ertrinken oder an Erschöpfung sterben. Wenn möglich, Zutritt zum Schwimmbecken mit mind. 40 cm hohem Rand plus Überstiegsschutz absichern!
  • Swimmingpools bei Nichtgebrauch bündig abdecken
  • Aufstiegshilfen, Amphibienleitern bzw. kleine Rampen (schmale Holzbretter mit Querleisten) an (Keller-) Treppen, in Swimmingpools und Schwimmbädern, Brunnen, Kanal- und Lichtschächten anbringen
  • Für Amphibien unüberwindbare Randsteine oder Stiegen können durch Platzieren von flachen Steinen oder flachen Brettern überwindbar gemacht werden Ausstiegshilfe Lichtschachtnetze

Schritt 2: Umwelt- und tierfreundlichen Garten anlegen

  • Verzichte auf den Einsatz von Pestiziden und chemischen Düngemitteln
  • Lass Gras unter Büschen stehen
  • Verzichte unbedingt auf Mähroboter und mähe wenn möglich mit der Hand! Wenn unbedingt ein elektr. Mähgerät nötig ist, bitte mit einer Mindestschnitthöhe von 10cm!
  • Kontrolliere die Wiese vor dem Mähen auf Lebewesen, besonders im Sommer wenn Frosch- und Krötenbabys unterwegs sind, aber auch das ganze Jahr über verstecken sich Kleinsäuger oder Insekten im Gras!
  • Mähe in Abschnitten, lass Rückzugsflächen stehen
  • Holzhaufen nicht verbrennen, vorher unbedingt umschichten
  • Vorsicht beim Baum- und Heckenschnitt! Unbedingt nach der Brut- und Setzzeit schneiden (Herbst)
  • Verzichte auf Laubbläser und -sauger!
  • Sorge durch Schlupflöcher im Zaun dafür dass dein Garten von Kleintieren ungehindert betreten und verlassen werden kann (wenn möglich bitte nicht straßenseitig!)
  • Reduziere Lichtverschmutzung (die dämmerungs- und nachtaktiven Amphibienarten meiden eine hell beleuchtete Umgebung. Starke Lichtquellen schränken ihren Lebensraum und ihre Nahrungsquellen ein. Ersetze permanente Beleuchtung durch Bewegungsmelder-gesteuerte Lichtquellen; Dunkelheit verbessert die nächtlichen Ruhephasen von tagaktiven Arten. Auch die Vögel werden es dir danken!)
  • Freigänger Katzen unterwegs? Dann bitte um besondere Vorsicht (freilaufende Katzen jagen nicht nur Mäuse oder Vögel, sondern auch Amphibien und Reptilien. Daher sollten anderen tierischen Gartenbewohnern bitte besonders viele Schutz- und Versteckmöglichkeiten geboten werden!)


Schritt 3: Verstecke und Schutzzonen schaffen

Die meisten Amphibien verbringen die Zeit außerhalb der Laichsaison - so wie die meisten Reptilien auch – an Land. Folgende Strukturen können das Überleben dieser geschützten Tiergruppen erleichtern, Schutz bieten und als frostsichere Überwinterungsplätze dienen:

  • Totholzhaufen im Halbschatten aufschichten
  • Laubhaufen in Heckennähe liegen lassen
  • Totholzhecke aus Gehölzschnitt (Benjes-Hecke) anlegen 
  • Komposthaufen sind beliebte Verstecke
  • locker geschlichtete Holzstapel sind auch ein super Versteck
  • Steinhaufen, lockere Steinschlichtungen, Ziegelsteine einsetzen
  • Steinschichtungen, die sonnenseitig ausgerichtet sind, sind besonders attraktiv für wärmeliebende Reptilien. Aber die Tiere freuen sich auch sehr über Steinverstecke in alle anderen Himmelsrichtungen.
  • Unverfugte, spaltenreiche Legsteinmauer ist ideales Versteck für Tiere
  • Dornenbüsche können als Schutz des Rückzugsortes fungieren
  • Trockene Brombeer- oder gut bestachelte Rosenranken über Totholz- und Sandhaufen legen, um Katzen die Jagd auf Eidechsen zu erschweren
  • Beim Rückschnitt von Kräutern und Stauden immer ein paar Stängel stehen lassen. Darin überwintern Insekten gerne.
  • „Krötenhäuser“ aus alten Tontöpfen/Blumentöpfen können den dämmerungs- und nachtaktiven Froschlurchen als sicherer Unterschlupf während des Tages dienen

Schritt 4: Auf Amphibienfreundliche Teich-Pflege achten

  • Teichpflanzen-Rückschnitt erst im Spätsommer/Herbst, wenn sich keine Kaulquappen mehr im Wasser befinden
  • Algen und Wasserpflanzen vor Entfernung auf Amphibien und andere Wasserorganismen kontrollieren und ggf. diese wieder in den Teich zurücksetzen
  • Schnittgut, Laub und Schlamm mind. einen Tag neben dem Teich liegen lassen
  • Schlamm erst ab September ausbaggern (nicht absaugen), wenn die meisten Amphibien das Wasser verlassen haben
  • Laub mit einem Gitter über dem Teich abfangen
  • Ansaugöffnungen und Auslässe (Pumpe, Filter) mit Gittern oder Netzen sichern!
  • Im Winter das Gewässer stellenweise frostfrei halten (Luftpumpe...), um ein Durchfrieren bis auf den Grund zu verhindern und das Entweichen giftiger Faulgase zu ermöglichen
  • Fischfreie Teiche fördern die Amphibienvielfalt

Für einen biodiversen Garten ist es wichtig, möglichst heimische Pflanzen und Pflanzen, die echte Blüten haben (keine gefüllten Blüten), zu setzen. Pflanzen, die zu unterschiedlichen Jahreszeiten blühen sind genauso wichtig, damit Tiere das ganze Jahr über gut versorgt sind.

Weitere Tipps für einen wildtierfreundlichen Garten findest du unter wildtierhilfe-wien.at.

Danke an die Österreichische Gesellschaft für Herpetologie!

Links:

10.07.2026, Tirol

Tiroler Tierschutzlehrkräfte - Team gibt praxisnahe Einblicke in Tierrechte und Aktivismus

Oberstufen-Workshop als Ausklang eines erfolgreichen Schuljahrs

10.07.2026, Wien

1. Durchbruch: Bauarbeiten für Amphibientunnel in vollem Gange

VGT freut sich über Baustart am Schottenhof, Hanslteich folgt

09.07.2026, Wien

VGT warnt: Deutsche Brieftaubenverbände wollen tausende Tiere in Wien aussetzen

Am 25. Juli sollen Brieftauben von Wien 500 km bis nach Bayern fliegen – 50-75 % davon werden sterben oder die Stadttaubenpopulationen am Weg dorthin vergrößern!

08.07.2026, Wien/EU

VGT begrüßt neue EU-Strategie zu „Nutztieren“, mahnt aber Umsetzung ein

EU will die Tötung von Kücken und die Käfighaltung von Hühnern verbieten, sowie Tierwohl-indikatoren für Masthühner und ein Verbot von Kastenständen für Mutterschweine einführen

08.07.2026, Wien

Demozug gegen Tiertransporte am 29. August 2026

Gemeinsam für ein Ende des Tierleids auf der Straße und auf hoher See!

07.07.2026, Wien

„End the Cage Age“ – Ende des Käfigzeitalters gefordert

Heuer nähert sich bereits der 5. Jahrestag des Versprechens der EU-Kommission, die Käfighaltung zu beenden. Der VGT und VIER PFOTEN fordern keine weiteren Verzögerungen.

07.07.2026, Wien

Wolfstötungen in Österreich: offizielle Beschwerde bei EU-Kommission aus Italien

Tötungen zweier nachweislich harmloser Wölfe mit GPS-Halsband aus Italien in Kärnten (Feb 2026) und jetzt in Tirol – Beschwerde 25 internationaler Natur- und Tierschutzorganisationen.

26.06.2026, Wien

VGT fordert anlässlich Hitzewelle: Keine Fiakerfahrten in Wien

Die momenanten Regelungen reichen nicht aus, um Pferde vor der Hitze zu schützen.