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SCHNAUZE VOLL – Vier Tiere und die Freiheit

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (10.06.2024)

Wien, 10.06.2024

Kinderbuch ab 8 Jahren von Autorin Lisa Aigelsperger, mit Illustrationen von Rebeca Monteiro Neves

„Schnauze voll“ von Lisa Aigelsperger ist ein bemerkenswertes Buch, das sich kindgerecht und tiefgründig mit dem Thema Tierrechte und den Folgen unseres Handelns auf die Tierwelt auseinandersetzt. Durch eine gekonnte Mischung aus kindlicher Fantasie und der ernsten Realität der Tierausbeutung gelingt es Aigelsperger, junge Leser:innen aufzuklären, ohne sie mit zu expliziten Darstellungen zu belasten.

Die Geschichte vermittelt eindrücklich, dass Käfige keine geeignete Umgebung für Tiere darstellen. Es zeigt auf, wie die Figuren unter den Bedingungen der Gefangenschaft leiden und dass ihnen die grundlegenden Freuden des Lebens, wie das Sonnenlicht, verwehrt bleiben. Die Geschichte folgt einer Gruppe von Tieren, die von diesem Leben die „Schnauze voll“ haben und sich nach Freiheit sehnen. Ihre Reise ist geprägt von der Suche nach dem „WEG“ – einem symbolischen Ort der Hoffnung und des Neuanfangs. Doch die Frage bleibt: Ist das „WEG“ wirklich der ersehnte Ort der Träume? Diese Frage durchzieht die Erzählung und hält die Spannung bis zum Schluss aufrecht.

Besonders hervorzuheben ist die Figur des erfinderischen Affen, der trotz seiner Gefangenschaft in einem Tierversuchslabor seine Hoffnung auf ein gutes, affengerechtes Leben nicht verliert. Mit seiner Erfindung, einem „Weit-Weit-Weg-Beamer“, symbolisiert er den tiefen Wunsch nach Freiheit, der alle gefangenen Tiere vereint. Doch ironischerweise führt seine Erfindung ihn nicht in die Freiheit, sondern in neue Situationen der Gefangenschaft, wo er auf Andere trifft, die ähnliche Schicksale teilen.

Die Vielschichtigkeit der Tieremotionen wird eindrucksvoll dargestellt – von dem intensiven Drang nach Flucht bis hin zur Resignation. Die Darstellung des Lebens in Tierfabriken ist trotz der kindgerechten Sprache bedrückend. Deshalb empfehlen wir „Schnauze voll“ nicht als Gute-Nacht-Geschichte. Die vermenschlichten, sprechenden Tiere verleihen der Geschichte eine emotionale Tiefe und ermöglichen es den jungen Leser:innen, das Leid der Tiere nachzuempfinden.

Der Affe selbst fasst die Essenz der Erzählung gut in der Beschreibung einer seiner Reisekumpanen zusammen: „...das ist ein armes Schwein, das endlich Glück hat.“

„Schnauze voll“ ist somit mehr als nur eine Geschichte über Tiere; es ist ein Aufruf zur Empathie und zum Nachdenken über unsere Beziehung zu den Mitgeschöpfen dieser Welt. Lisa Aigelspergers Buch ist ein wertvoller Beitrag zur kindlichen Literatur, der nicht nur junge Leser:innen zum Nachdenken anregt, sondern auch Erwachsene inspiriert, die Konsequenzen ihres Handelns zu überdenken.

Am 22.5.24 erschienen im Verlag: StudyHelp GmbH, Herausgeber: Zwergenstark, ISBN: 978-3-98755-096-6

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