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VGT kritisiert Behauptungen von Bezirkshauptfrau Stv zu Vollspalten Schweinefabrik

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (27.09.2024)

Bezirk Mistelbach, 27.09.2024

Unbestreitbar rechtswidrig aber unerwähnt sind allein schon: alle Schwänze kupiert, kein angenehmer Liegebereich, nur eine Art Beschäftigungsmaterial, dazu 90 % Gelenksentzündung

Im Tierschutz sind wir es leider schon gewohnt, insbesondere in gewissen Bezirken, dürfen es aber niemals als normal akzeptieren: die ohnehin schon sehr miesen Gesetze zum Schutz der Schweine werden systematisch ignoriert und Tierleid wird kleingeredet. Und zwar regelmäßig von Amtstierärzt:innen und Behördenvertreter:innen. So auch im Fall der vom VGT vorgestern aufgedeckten Vollspaltenboden Schweinefabrik in Mistelbach. Die stellvertretende Bezirkshauptfrau sagt in einem Interview mit der NÖN, dass in dieser Schweinefabrik mit 1.200 Mastplätzen im Wesentlichen alles ok gewesen sei.

Fassen wir die objektiv unbestreitbaren Gesetzesübertretungen zusammen:

  • Allen Schweinen sind routinemäßig die Schwänze kupiert worden, obwohl das eindeutig verboten ist – wieso wird das nicht beanstandet?
  • Kein einziges Schwein hatte einen physisch angenehmen, sauberen Liegebereich, obwohl das eindeutig für jedes einzelne Tier gesetzlich vorgeschrieben ist – wo bleibt die Beanstandung?
  • In keiner einzigen Bucht gab es zwei verschiedene Beschäftigungsmaterialien, obwohl das Gesetz das eindeutig fordert – warum ist das egal?

VGT-Obperson DDr. Martin Balluch dazu, der selbst im Betrieb war: Auch eine noch so erblindete Amtstierärztin kann diese Fakten nicht übersehen haben. Der Betriebsleiter und sie wissen es ganz genau, dass diese Gesetze zum Schutz der Tiere missachtet werden, aber es ist ihnen einfach egal. Wenn es um Tiere geht, gibt es in Österreich keinen Rechtsstaat!

Zusätzlich haben die allermeisten Tiere gehumpelt und Anzeichen von schmerzhaft geschwollenen Gelenken gezeigt. Balluch: Das ist jedem Menschen offensichtlich, der ein bewegliches Freilandschwein und dann eines vom Vollspaltenboden oder aus diesem Betrieb sieht. Letzteres geht mit steifen Gelenken, als hätte es Krücken. Man muss schon völlig betriebsblind sein, um das nicht zu sehen.

Zusätzlich gab es Buchten, in denen der Kot von unten durch die Spalten nach oben drang. Mit Hochwasser lässt sich das aber sicher nicht begründen, weil es dort kein Hochwasser gab. Und viele Schweine hatten abgebissene Schwänze, obwohl sie rechtswidrig kupiert waren. Zusätzlich gab es eine Reihe von Tieren mit kindskopfgroßen Schwellungen und Nabelbrüchen. Balluch: Ich habe vor Ort den pensionierten Amtstierarzt Dr. Winkelmayer angerufen, der mir persönlich bestätigt hat, dass Schwellungen dieser Größe immer Schmerzen verursachen. Aber man will aus jedem noch so armseligen Tier das maximale Geld heraus pressen. Und die Behörden helfen dabei. Eine Schande ist das! Insbesondere für ein Land mit Tierschutz im Verfassungsrang!

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