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Wien, am 14.03.2018

Über alle Grenzen hinweg – Das Schicksal der Milchkälber

Die Bilder von Tiertransporten sind seit Jahren dieselben: Rinder, die mehrere Zentimeter tief in ihren eigenen Exkrementen stehen, nicht versorgt werden und in der Hitze an den EU-Außengrenzen auf den Transportern verdursten.

Todesfälle sind der traurige Alltag auf dem Weg in ferne Länder. Gemeinsam mit der Tierschutzorganisation Animals International ist es dem VGT jetzt gelungen, den Weg von österreichischen Kälbern über einen Hafen in Kroatien bis in die Türkei nachzuverfolgen.

Mit dem Export in ein anderes EU-Land gibt Österreich die Verantwortung für den Schutz der Tiere ab. Sie tauchen erst im Bildmaterial von Tierschutzorganisationen wie Animals International wieder auf, die im August 2017 die Verladung österreichischer Rinder auf ein Schiff dokumentiert hatte. Dem VGT ist es gelungen, ihren Weg nachzuverfolgen. Als Kälber wurden sie aus Österreich zur Mast nach Italien verkauft – später ging es weiter über einen kroatischen Hafen zur Schlachtung in die Türkei.

Männliche Kälber gelten als unerwünschtes Nebenprodukt der heimischen Milchproduktion

Nach dem Motto Aus den Augen, aus dem Sinn, werden jährlich etwa 80.000* männliche, für die Milchwirtschaft nutzlose, Kälber ins europäische Ausland transportiert. In vielen Fällen geht es nach der Mast per LKW und Schiff weiter zur Schlachtung in den Libanon, nach Israel oder die Türkei. Länder in denen keinerlei Tierschutzgesetze existieren die sie schützen könnten – aktuelles Videomaterial zeigt den brutalen Umgang mit den Tieren.

Diese österreichischen Rinder geraten in Panik als sie von einem LKW über eine steile Rampe auf ein Schiff getrieben werden. Elektrische Treibgeräte werden missbräuchlicher Weise im Kopfbereich der Tiere eingesetzt. Mehrere Rinder stürzen, geraten unter die Hufen der Anderen und werden gegen die Absperrungen gedrückt.

Brutaler Alltag in den Zielländern

Animals International hat die Transport- und Schlachtbedingungen in der Türkei, Ägypten, dem Libanon und anderen Ländern des Nahen Ostens dokumentiert. Geschlachtet wird nicht nur in Schlachthöfen sondern auch auf offener Straße und in Hinterhöfen. Die Arbeiter besitzen meist keine Ausbildung im Umgang mit Tieren. Aus der Überforderung geht eine grausame Praxis hervor – das Ausstechen der Augen und Durchtrennen der Beinsehnen.

Spätestens ab der EU-Grenze ist Schluss mit Tierschutz

Der Europäische Gerichtshof hat 2015 mit einem Urteil** bestätigt, dass die Tierschutzbestimmungen für Transporte auch über die EU-Grenzen hinaus für den gesamten Transport bis an den Zielort gelten müssen. In der Praxis wird die Verordnung schon in der EU oft ignoriert – außerhalb der EU ist die Überprüfbarkeit praktisch unmöglich.

*) europäisches Amt für Statistik eurostat – 2016
**) Gerichtshof der Europäischen Union – Urteil in der Rechtssache C-424/13

Tierrechtsradio-Sendung zum Thema

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