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Weihnachts-Reptilienbörse St. Pölten

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (29.12.2009)

Wien, 29.12.2009

Leider kein Weihnachtsfriede für Schlange, Echse, Frosch und Co

Leider kein Weihnachtsfriede für Schlange, Echse, Frosch und Co

Eine der größten Reptilienbörsen Österreichs, fand am 27.12.2009 im Veranstaltungszentrum St. Pölten statt. Das gewohnte traurige Bild gleich nach den Weihnachtsfeiertagen.

VGT AktivistInnen waren vor dem Börseneingang mit einem kleinen Informationsstand anwesend und machten auf die vielen Problematiken der Haltung von Wildtieren als Haustiere aufmerksam. Auf Börsen gibt es keinerlei Informationspflicht, weder Broschüren über die richtige Haltung und vorgeschriebene Terrariengrößen noch ein Hinweis der Meldepflicht werden den KäuferInnen mitgegeben.

Die Börsenverordnung des Bundestierschutzgesetzes beschränkt sich auf ein Minimum an Schutzbestimmungen für die zum Verkauf angebotenen Tiere. Die Exotica in St. Pölten schafft es bei jeder einzelnen Veranstaltung dieses Minimum zu unterschreiten. Trotz unzähliger Anzeigen von Tierschutzvereinen ändert sich an den erschreckenden Zuständen offensichtlich nichts. Immer noch zu kleine Ausstellungsboxen. Das Bodensubstrat fehlt teilweise, Schildkröten werden ohne Rückzugsmöglichkeiten angeboten, ebenso Nagetiere.

Börsen-Episoden

Eine winzig kleine Maus läuft ununterbrochen von einem Ende zum anderen ihres kleinen Gefängnisses. Lachende Menschen gehen vorbei und amüsieren sich „die ist ja wie aufgezogen“, mag denn niemand ihre Angst sehen. Ein Mädchen möchte eine Maus streicheln, kalt greift die Verkäuferin nach dem Schwanz eines Tieres und zieht die Maus daran in die Luft, Angstlaute entströmen ihrer Kehle, keiner nimmt davon Notiz. Drei Mädchen streicheln die Maus, sie finden sie entzückend, es stört sie offensichtlich auch nicht, dass gleich nebenan eine Tiefkühltruhe mit hunderten gefrorenen, fein säuberlich eingeschweißten Mäusen steht.

Auch ein weiteres Gespräch macht klar, dass Einfühlvermögen hier wohl fehl am Platz ist: Eine Pythonschlange liegt fest zusammengerollt in ihrer Ausstellungsbox, eine Besucherin erkundigt sich nach dem Tier, der Besitzer antwortet, dass sich diese Schlange erst vor ein paar Tagen gehäutet hat und wohl noch etwas indisponiert ist. Allgemeines Lachen, die Besucherin bittet das Tier in die Hand nehmen zu dürfen. Ohne jeglichen Einwand wird ihr sofort das Tier übergeben, vor den Augen ihrer Freundinnen versucht sie nun die Schlange gegen deren Willen zu entwickeln, was ihr nach einiger Zeit auch gelang. Allgemeine Bewunderung.

Viele der angebotenen Tiere sind nachtaktiv, nie würden sie sich freiwillig den vielen Blicken und somit Gefahren aussetzen, doch an Börsentagen gibt es kein Entrinnen. Keine Rückzugsmöglichkeit, kein Entfliehen, einige der Tiere versuchen mit verzweifelten, monotonen Grabbewegungen doch noch einen Ausweg zu finden; dem Schrecken ein Ende zu setzen.

In Großbritannien hat man bereits erkannt, mit wie viel Leid solche Tierbörsen verbunden sind, und wurden verboten. Der VGT hat Anzeige erstattet.

 

 

 

 

 

 

 

 

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