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3. schwerer Tiertransport-Unfall innert 3 Wochen

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (24.11.1999)

24.11.1999


Heute stürzte ein Putentransporter neben der Westautobahn um

1. Stundenlang mußte heute die Westautobahn gesperrt werden, weil ein Puten-Transporter mit ca. 400 Schlachtputen aus Feldbach (Stmk), vermutlich wegen schlechter Bereifung, auf der Zubringerstraße S 33 - Westautobahn bei St. Pölten-Ost ins Schleudern geraten und umgestürzt war. Der Fahrer mußte verletzt ins Spital eingeliefert werden und einige der bis 20 kg schweren Schlachtputen rannten in Panik auf der Autobahn herum. Laut einem VGT-Augenzeugen war mindestens ein Drittel der Tiere tot oder schwer verletzt in den engen Transportkäfigen eingequetscht. Überall Blut und Chaos. Stundenlang mußten die schwer verletzten Tiere in ihren Gefängnissen in der Eiseskälte ausharren, bevor sie in die Straßenmeisterei nach Pottenbrunn gebracht wurden. Doch was passierte dort mit ihnen? Diese krank gezüchteten Tiere, die in wenigen Wochen ihr Schlachtgewicht erreichen müssen und deshalb zu 80% an schmerzhaften Knochen- und Gelenksschäden leiden, haben nie in ihrem Leben richtig laufen gelernt. Ihrem traurigen Schicksal konnte jedenfalls keine entkommen: dem Schlachthof und letztlich dem weihnachtlichen Festbraten-Tisch einer übersatten "Zivilisations"-Gesellschaft...

2. Erst letzte Woche, am Freitag den 19. November, kam auf der Tauernautobahn ein Schlachtrinder-Transporter im Schneegestöber ins Schleudern und stürzte in die Böschung. 33 Stiere mußten mit schwersten Verletzungen notgeschlachtet werden. Das Leiden, welches sie bis dahin erdulden mußten, kann man sich nur ausmalen.

3. Und in der Nacht zum 29.10.1999 nahm die "Reise" eines Schlachtschweinetransporters bei St. Florian/Inn (OÖ) ein jähes Ende: Der offenbar übermüdete Fahrer stieß kurz nach Mitternacht mit einem PKW zusammen, der Transporter wurde völlig demoliert. 80 Tiere verendeten bzw. mußten notgeschlachtet werden, die restlichen 100 wären in ihrem Gefängnis fast erstickt, weil die Lüftungsklappen durch den Unfall verschlossen waren und erst von der Feuerwehr wieder geöffnet werden konnten. Diese Tiere sind jede Donnerstag Nacht aus dem hohen Norden kommend unterwegs, um an einen der österreichischen Schlachthöfe (Linz, Graz, Hollabrunn) gekarrt zu werden.

Diese Vorfälle zeigen wieder einmal, wie dank der laschen Kontrollen Nacht für Nacht sinnlose Schlachttiertransporte und rollende Zeitbomben (auch für Menschen) durch unser Land gekarrt werden. Laufend ähnliche Unfälle mit unschuldigen Tieren, weil die Fahrer zumeist über 24 Stunden - oft mit gefälschten Papieren oder manipulierten Tachoscheiben - am Steuer sitzen. Schuld ist daher meistens Übermüdung der Fahrer, da die meisten sowohl ihre maximale Lenkzeit von 9 Stunden bei weitem überschritten haben, als auch die Höchstgeschwindigkeit von 80 kmh. Wir haben auf diese Mißstände schon verschiedentlich hingewiesen, Konsequenzen seitens der Behörden gab es bisher kaum. Erst letzten Donnerstag hat der VGT beobachten können, wie kurz vor Mitternacht ein dreistöckiger belgischer Transporter mit überhöhter Geschwindigkeit bei Suben (OÖ) einreiste. Die von uns per Handy herbeigerufene Gendarmerie stoppte ihn zwar, "übersah" allerdings den überfüllten Laderaum, die nicht funktionierenden Tränken, die unzähligen Striemen und den schlechten Zustand der Tiere.

Nur unser gutes Tiertransportgesetz-Straße wurde den laschen EU-Richtlinien geopfert, da ja laut EuGH-Urteil Tiere nun lediglich "Ware" sind. Stattdessen wird versucht, Tierschützer, die diese Gesetzesübertretungen durch Anhaltungen an die Öffentlichkeit zu bringen, gnadenlos mit horrenden Geldstrafen zum Schweigen zu bringen: So mußte der VGT für seine Aktivisten bereits mehr als 200.000,-- S an sinnlosen Strafgeldern berappen, während die Tiertransport-Mafia meist mit einer Bagatelle davonkommt.

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