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Aufregung über das Hundefleisch-Festival in Yulin

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (23.06.2015)

Wien, 23.06.2015

Etwa 10 000 Hunde sollen bei dem zweitägigen Schlachtfest in China verspeist werden. Das Fest sorgt für weltweite Proteste.

Jedes Jahr findet in der chinesischen Stadt Yulin das Hundefleisch-Festival statt. Tausende Hunde finden an diesen zwei Tagen ihren Tod und landen im Kochtopf. Die Proteste und die Aufregung sind nicht nur im Inland, sondern auch weltweit stark. Das verwundert nicht, denn laut chinesischen Tierschutzorganisationen werden die Tiere qualvoll getötet. Hunde werden zu Tode geprügelt oder gar vergiftet. Solche Praktiken erschüttern alle Tierfreunde.

Besonders bei uns in Österreich ist es unvorstellbar, Hunde- oder Katzenfleisch zu essen. In unserer Gesellschaft ist es völlig normal Tiere in „Haustiere“ und sogenannte „Nutztiere“ einzuordnen. Erstere sind ein wertvoller Teil der Familie und langjährige, treue Begleiter. Letztere dienen lediglich der „Produktion“ von Lebensmitteln wie Milch, Fleisch oder Eier für uns Menschen. Die Fähigkeit zu komplexem intelligenten und emotionalen Verhalten wird ihnen automatisch abgesprochen. Anders als unsere besten Freunde müssen diese Tiere unter würdelosen Bedingungen in Massentierhaltung ihr kurzes Leben fristen. Und das, obwohl längst durch Studien belegt wurde, dass Schweine mindestens genauso intelligent, neugierig und verspielt wie Hunde sind und Kühe zu einem ausgeprägten emotionalen und sozialen Verhalten fähig.

Warum ist das so?

Die US-amerikanische Sozialpsychologin Dr. Melanie Joy hat den Begriff des „Karnismus“ geprägt. Karnismus bezeichnet das unsichtbare Glaubenssystem, das Menschen darauf konditioniert bestimmte Tierarten zu essen und andere nicht. Die Aufteilung in „essbar“ und „nicht essbar“ erfolgt hier völlig willkürlich. Für den Karnismus ist es typisch Fleischkonsum als normal, natürlich und notwendig aufzufassen. Diese Überzeugungen ermöglichen es, den Menschen das Mitgefühl für die betroffenen Tiere zu unterdrücken. Dies erfolgt in erster Linie durch die Entindividualisierung von Tieren. „Nutztiere“ werden anders als „Haustiere“ nicht als eigenständige Persönlichkeit, sondern als anonymer Teil einer großen Gruppe aufgefasst.

„Yulin“ passiert tagtäglich in Österreich

In Österreich werden täglich Tausende Tiere geschlachtet. Den größten Anteil bilden Schweine, Rinder und Hühner. Die traurige Statistik zeigt, dass pro Jahr 77 Millionen Hühner, über 5 Millionen Schweine, 600 000 Rinder, 280 000 Schafe und fast 56 000 Ziegen auf der Schlachtbank landen.

Das Schicksal der Hunde in Yulin ist äußert tragisch. Ebenso das Schicksal unserer heimischen „Nutztiere“. So werden beispielsweise männliche Milchkälber über 2500 km unter fürchterlichen Bedingungen aus Österreich nach Spanien transportiert, um dort gemästet und geschlachtet zu werden. Die Strapazen dieser Transporte sind so groß, dass manche Kälber bereits im Transporter sterben.

Helfen Sie auch den Tieren in Österreich und unterstützen Sie unsere Petition gegen Tiertransporte. Vielen Dank!

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