Teilen:

Rinderwahnsinn - Schweinewahnsinn - Menschenwahnsinn?!

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (18.12.1998)

18.12.1998

AMA und Bauernbund vergießenKrokodilstränen wegen Fleischpreisverfall,
VGT demonstriert gegen das Verschenken von Tierteilen am Wiener Graben

Die BSE-Krise im Frühjahr 1996 war der Auslöser: Hunderte Rinderbauern wurden "überredet", wegen des menschenverursachten Skandals - man hatte Wiederkäuern die zermahlenen Leichenteile ihrer verendeten Artgenossen gefüttert und somit die größte Tierseuche dieses Jahrhunderts ausgelöst - auf Schweineproduktion umzusteigen. Anfangs ging das Geschäft noch relativ gut, denn "mensch" hatte verständlicherweise Angst, am "Rinderwahnsinn" zugrunde zu gehen. Daß das Schweinefleisch generell noch wesentlich ungesünder ist als anderes Fleisch (Stichworte: Herzinfarkt, Krebs, Allergien, Antibiotika-Resistenz etc.), spielte dabei offenbar keine Rolle.

Nun fällt diesen neuen (und alten) Schweinebauern ihr kurzes "Glück" auf den Kopf. Tonnenweise werden Schweine - tot oder lebendig - aus Deutschland, Holland oder Belgien billigst importiert. Der freie "Waren"-Verkehr der EU lebe hoch. Die Folge: Der Kilopreis ist auf 10,- S abgerutscht, zuwenig zum Leben, genug zum Sterben. Das geht so weit, daß nun schon allen Ernstes diskutiert wird, von den Schweinen nur mehr die Edelteile wie Schnitzel oder Lungenbraten zu verwenden und den Rest in die Tierkörperverwertung zu liefern. Dorthin sollen gleich auch die Zuchtschweine kommen, für die es praktisch keinen Markt mehr gibt.

Ist das für manche unserer Gen-Bastler nicht ein versteckter Aufruf, die Borstentiere praktischerweise gleich dahingehend aus der Retorte zu züchten, daß die Tiere nur mehr aus Schnitzelfleisch und Lungenbraten bestehen? Nun vergießen der ÖVP-Bauernbund und die AMA - millionensubventioniert aus Zwangsbeiträgen und aus unseren Steuergeldern - Krokodilstränen: Sie haben für Freitag, den 18.12.1998 von 10 bis 12 Uhr am Wiener Graben sowie in mehreren nö. Städten Kundgebungen angemeldet, bei denen sie doch tatsächlich Pakete mit Schweineteilen verschenken wollen!

Aber wer hat die Bauern denn in dieses Schlamassel des immer mörderischeren Preiskampfes mit immer intensiveren Massentierhaltungen auf Kosten der Tiere hineingeritten? In erster Linie doch ihre eigenen Parteifreunde, Fischler und Molterer! Rennen nicht auch die Lemminge kopflos hinter ihren Anführern her - bis ins Verderben?

Der "Verein gegen Tierfabriken" bleibt an diesem Tag jedenfalls nicht untätig und veranstaltet eine kleine Gegen-Kundgebung. Denn nicht weiteres Zu-Tode-Subventionieren und Verschleudern von Werbemilliarden bzw. Verschenken von toten Tierteilen ist die Lösung, sondern eine radikale Umkehr in der europäischen Agrarpolitik - hin zu kleinräumigen, ökologischen und tiergerechten Strukturen. Nur so können unsere Bauern noch Nischen finden und überleben, gegen belgische oder holländische Monster-Tierfabriken haben sie keine Chance!

Wir werden einen der tierquälerischen Sauen-Kastenstände mit Schweinemodell zeigen ("Eiserne Jungfrau" - in Österreich dank ÖVP noch immer erlaubt), haben unsere berühmten Schweinemasken und verteilen Flugblätter über das Tierleid in der modernen Schweinezucht, über Alternativen sowie vegetarische Festtagsmenus.

Ort: 1010 Wien, Stock-im-Eisen-Platz
Zeit: Freitag, 18.12.1998, ab 10 Uhr

22.10.2026, Wien

VGT übergibt 90.000 Stimmen für Hitzefrei für Fiakerpferde an Stadtrat Czernohorszky

Internationale Entwicklungen zeigen : Wien darf nicht zum Schlusslicht im Pferdeschutz werden

21.10.2026, Wien/OÖ

Aktuelle UNESCO-Stellungnahme: ob OÖ-Singvogelfang Kulturerbe bleibt, ist offen

Festgestellt wird, „dass es sich um eine gesellschaftlich umstrittene Praxis handelt – insbesondere hinsichtlich der Einschätzung von Ausmaß und Zumutbarkeit des den Vögeln zugefügten Leids“

16.10.2026, Wien

Einladung: VGT-Anti-Pelz-Demomarsch in Wien

Samstag, 17. Oktober, 13 Uhr, Christian-Broda Platz

14.10.2026, Wien

VGT: Bundesregierung gesetzlich verpflichtet, 2027 Schweinehaltung neu zu regeln

Anlässlich der heutigen Nationalratssitzung erinnerte der VGT vor dem Parlament die Regierung daran, die offene Frage der Schweinehaltung auf Vollspaltenboden endlich zu lösen

13.10.2026, Wien/EU

85 % der Österreicher:innen fordern rasches Ende der Käfighaltung

Ein Großteil der Österreicher:innen will bis 2035 ein EU-weites Ende der Käfighaltung von Legehennen. Die Industrie pocht auf eine Übergangsfrist bis 2045.

09.10.2026, Wien

Urteil im SPAR-SLAPP gegen den VGT beweist: Vollspaltenboden ist Tierquälerei

Zusätzlich hat die Richterin mit Bezug zum OGH zahlreiche Klagspunkte von SPAR zurückgewiesen und dadurch die Klage als SLAPP entlarvt

08.10.2026, Wien

Der Schweine-Vollspaltenboden muss weg: VGT-Demos bei Parteizentralen in Wien

Mit Zitat aus dem Tierschutzgesetz, nach dem jetzt ein neuer Mindeststandard in der Schweinehaltung beschlossen werden muss, erinnert der VGT die Regierung an ihre Verantwortung

07.10.2026, Wien

VGT-Aktion: Tintenfische schützen, nicht essen

Morgen ist Welt-Oktopus-Tag. Brutale Methoden beim Fang sind weithin unbekannt