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VGT-Aktion zum Tag der Milch in Wien: Menschenfrauen öffentlich gemolken

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (01.06.2017)

Wien, 01.06.2017

A faire Milch? Im letzten Jahr stieg die Milchproduktion pro Milchkuh um weitere 2,7 % auf 6.800 kg pro Tier! „Meine Mama – meine Milch!“ Wem gehört die Milch wirklich?

Zum Tag der Milch soll die Muttermilch der Rinder als besonders gesund und nahrhaft angepriesen werden und man fordert einen fairen Preis – für die LandwirtInnen. Die Kühe werden dabei vergessen, die in Wahrheit die Hauptlast bei der Milchproduktion tragen müssen. Und ihre Kälber, die Kinder, für die diese Muttermilch eigentlich gedacht ist. Jedes Jahr muss eine Milchkuh ein neues Kalb gebären, damit ihr Milchfluss nicht versiegt. 80.000 dieser Jungtiere im Alter zwischen 2 Wochen und 2 Monaten werden dann jährlich aus Österreich in den Süden transportiert, weil die Menschen die von der Natur für die Tierkinder gedachte Muttermilch selbst konsumieren wollen. Deshalb ließen sich heute 4 Tierschützerinnen öffentlich an eine Melkmaschine anschließen. Unter dem Motto „Meine Mama – meine Milch!“ steht daneben ein Kalb, das die Kuhmilch verfüttert bekommt. Dazu gibt es eine Sojamilchverkostung als pflanzliche Alternative.

Noch mehr Milch von noch weniger Kühen, meldet die Statistik Austria für das Jahr 2016. Das Produktionsvolumen pro Tier wuchs um 2,7 % auf 6.800 kg Milch pro Jahr! Der Leistungsdruck auf die Milchkühe steigt und steigt, kein Ende ist abzusehen. Tierprodukte müssen billiger und billiger werden, immer zu Lasten der Tiere. Und die Aktivitäten der konventionellen Milchindustrie am Tag der Milch fördern diese Entwicklung, statt sie zu hinterfragen. Heutige Milchkühe sind so überzüchtet, weil sie so viel Milch produzieren müssen, dass sie aus ihrer natürlichen Grasnahrung niemals ausreichend Energie dafür gewinnen könnten, selbst wenn sie 24 Stunden pro Tag durchgehend essen würden. Deshalb wird ihnen Nahrung verfüttert, die eigentlich für Menschen geeignet wäre, wie Hafer und Gerste. Die Kühe können diese Menschennahrung nicht verdauen, weshalb sie mit eigenen Chemikalien, wie Pansenstabilisatoren, am Verdauungssystem vorbei manövriert werden müssen. Unter so artwidrigen Bedingungen überleben Hochleistungskühe nicht länger als wenige Jahre.

VGT-Obmann Martin Balluch ist vor Ort: „Wir sind jetzt bereits 7 ½ Milliarden Menschen auf dieser Erde. Wir können uns nicht mehr aufführen wie Steinzeitmenschen, als wären wir allein auf der Welt. Milchproduktion ist nicht nur unsagbares Tierleid, sie ist auch eine Ressourcenverschwendung und ein wesentlicher Beitrag zum Klimawandel, der uns alle in den Abgrund zieht. Wir müssen umdenken, jetzt sofort. Bevor es zu spät ist!“

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