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VGT zur EU-Abstimmung ob Veggie-Burger auch Burger heißen dürfen: auf jeden Fall

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (20.10.2020)

Wien, 20.10.2020

Tierindustrie schwimmen die Felle davon, versucht jetzt mit politischer Macht den stetigen Wandel zu pflanzlichen Nahrungsmittel zu verhindern: zum Schaden der Tiere und des Klimas

Diese Woche stimmt das EU-Parlament darüber ab, ob der Veggie-Burger noch Burger heißen darf. Was wie ein Witz klingt, ist knallharte Realität. Die Tierindustrie will den Veggie-Boom verhindern, will den stetigen Wechsel zu pflanzlichen Nahrungsalternativen unterbinden, und sei es mit unlauteren Mitteln. In Fleischwerbung wird massiv investiert, die Konsument_innen werden ständig mit beschönigenden Bildern aus Tierfabriken getäuscht, die Herkunfts- statt der Haltungskennzeichnung soll die Tierquälerei hinter den Produkten verschleiern. Und die „tierische Nahrungsmittelproduktion“ hat man als Staatsziel gleich in die Verfassung geschrieben. Zum großen Schaden der fast 100 Millionen Nutztiere, die jedes Jahr in Österreichs Tierfabriken grausam zugrunde gehen, und zum Schaden der Umwelt und des Klimas. Mittlerweile muss selbst den Exponent_innen der Tierindustrie klar sein, dass sich 8 Milliarden Menschen auf dieser kleinen Erde nicht mit Tierprodukten ernähren können, ohne ihre Lebensgrundlage zu vernichten. Für jede Kalorie Fleisch werden mindestens 7 Kalorien pflanzlicher Nahrung vernichtet, die Menschen essen könnten. Aus Österreich steht natürlich wieder nur die ÖVP im EU-Parlament hinter diesem Schachzug der Tierindustrie, die anderen Parteien zeigen Vernunft.

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: Wer, bitteschön, hat das Wort ‚Burger‘ gepachtet? Wer soll sagen dürfen, was das ist? Und seit wann ist die Kokosmilch keine Milch mehr, oder die Sonnenmilch? Und die Wurst ist eine Form, oder will jemand behaupten, in unseren Fäkalien ist Fleisch drinnen? Die Tierindustrie behauptet, in einem Fleischprodukt muss auch ein Tier drinnen sein. Aber kann man die Hühner und Puten in den Tierfabriken überhaupt als Tiere bezeichnen? Sie sind grotesk verzüchtete ‚Monster‘, weder lebens- noch fortpflanzungsfähig, sie wachsen so schnell, dass sie sich nicht einmal bewegen können und ihre Knochen unter ihrem eigenen Gewicht brechen. Ein Kunstprodukt und Frankensteinmonster einer ungezügelten Tierindustrie. Ist es nicht noch viel mehr Konsument_innentäuschung, diese Nutztiere mit natürlichen Hühnern oder Puten zu vergleichen, indem sie denselben Artnamen tragen? Wenn keine Veggie-Hühnerbrust, dann den Begriff Hühnerfleisch nur noch für Produkte von Freilandtieren von natürlichen Arten!

Und Balluch weiter: Die Wurst- und Fleischbezeichnungen für pflanzliche Alternativen sind für Menschen, die diese Produkte ausprobieren wollen, essenziell. Sie müssen ja wissen, welche Geschmacksrichtung und welche Konsistenz sie erwartet. Diese Begriffe sind daher besonders für jene Menschen wichtig, die erstmals umzusteigen versuchen. Und genau deshalb versucht die Tierindustrie diese Änderung der Nomenklatur, um die Hürde des Umstiegs zu erschweren. Aber selbst wenn der undemokratische Einfluss der Tierindustrie in der Abstimmung im EU-Parlament den Sieg davon tragen sollte, kann damit der so notwendige Wechsel zu pflanzlichen Alternativen bestenfalls zu unser aller Schaden verzögert, aber zum Glück nicht aufgehalten werden!

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