09.04.2026, Gmünd
Gmünder Lachsfabrik steht still
Der Bau der Lachszuchtanlage hat noch nicht begonnen. Proteste gegen andere Lachsfabriken gibt es in mehreren europäischen Ländern
VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN
Gmünd, 09.04.2026
Der Bau der Lachszuchtanlage in Gmünd hat noch nicht begonnen. Proteste gegen andere Lachsfabriken gibt es in mehreren europäischen Ländern.
Die regelmäßigen Kontrollfahrten eines VGT-Mitarbeiters zum geplanten Bauplatz der Lachsfabrik in Gmünd haben bis jetzt immer die positive Nachricht gebracht, dass noch nicht gebaut wird. Das war auch Anfang April 2026 so. Über die Gründe der Bauverzögerung ist öffentlich nur wenig bekannt. In einem Artikel der österreichischen Tageszeitung Standard im Dezember 2025 ist von "gestiegenen Baukosten und der allgemein angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage" die Rede. Dem VGT wurde von einer anonymen Quelle die Information zugetragen, Geldgeber:innen hätten sich zurückgezogen.
Der Stillstand des Projekts darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lachsfabrik nach wie vor gebaut werden soll. Es gibt kein Statement der Betreiberfirma Waldlachs GmbH, dass das Bauvorhaben aufgehoben ist. Der behördliche Bewilligungsbescheid gilt noch immer. Deshalb informiert der VGT weiterhin österreichweit bei VGT-Informationskundgebungen über die geplante Lachsfabrik und sammelt Unterschriften. Bereits 2.998 Personen (Stichtag: 07.04.2026) haben bis jetzt unterschrieben. Der VGT bleibt wachsam und beobachtet genau, was in Gmünd vor sich geht.
Tierschutzorganisationen in einigen europäischen Ländern sehen sich mit ähnlichen Problemen konfrontiert, wie der VGT. Denn nicht nur in Österreich gibt es Pläne für den Bau von Wassertierfabriken. Ein Blick auf Europa zeigt einen deutlichen Trend für RAS-Projekte (Rezirkulierende Aquakultur Systeme). Es gibt Bauvorhaben in der Schweiz, in Großbritannien, Belgien und Frankreich.
In Wallis am Walensee in der Ostschweiz gibt es Pläne für eine RAS-Lachsfarm, in der jährlich rund 2.500 Tonnen Zuchtlachs erzeugt werden sollen. Scharfe Kritik gegen das geplante Projekt kommt von der Schweizer NGO Fair-Fish. Die Expert:innen von Fair Fish arbeiten seit Jahren auf wissenschaftlicher Basis für den Schutz von Fischen. Ihre Expertise in Tierschutzfragen betreffend Fischerei und Fischzucht ist einzigartig, umfangreich und öffentlich anerkannt. In der aktuellen Publikation „fish-facts“ Nr. 50 vom März 2026 (siehe Archiv auf fair-fish.net) bezieht Fair-Fish eindeutig Position: „Atlantischer Lachs ist für die Zucht grundsätzlich nicht geeignet. Das gilt auch für eine Kreislaufanlage."
Fausta Borsani, die Geschäftsleiterin von Fair-Fish schreibt im Editorial der „fish-facts Nr. 50“: „Gegen das Projekt in Mollis am Walensee hat fair-fish Einsprache erhoben und mit der Organisation Campax eine Petition lanciert und erinnert daran, dass die einfachste Konsequenz oft auch die wirksamste ist: gar keinen Lachs essen“. Dem schließt sich der VGT an und unterstützt den Einsatz gegen die Lachsfabrik.
In Cleethorpes bei Grimsby, North East Lincolnshire, England, soll eine RAS-Lachszuchtfarm mit einer Jahresproduktion von zirka 5.000 Tonnen Zuchtlachs gebaut werden. Die englische Tierschutzorganisation Animal Equality kämpft seit zwei Jahren gegen das Projekt (man kann sich dem Protest auch online anschließen). Sollte diese Lachsfabrik gebaut werden, würde es sich um eine der größten weltweit handeln.
(Foto: Symbolbild)
Erfolgreich war die belgische Organisation GAIA in ihrem Engagement gegen zwei Wassertierfabriken. In der Küstenstadt Ostende hätten zirka 2,9 Millionen Zuchtlachse jährlich in einer RAS-Lachsfabrik aufgezogen und getötet werden sollen. Aufgrund der Aktivitäten von GAIA erhielt das Projekt letztlich keine Baugenehmigung und wurde im November 2024 beendet. Bereits 2023 konnte GAIA in Baelen eine RAS-Lachsfarm mit einer geplanten Kapazität von 300.000 Zuchtlachsen pro Jahr stoppen.
(Foto: Symbolbild)
Die französische Tierschutzorganisation Welfarm sieht sich seit einigen Jahren mit drei geplanten Bauvorhaben für RAS-Lachsfarmen konfrontiert. Eine davon wurde bereits verhindert: "Am 31. Oktober 2024 konnten wir einen ersten Erfolg verbuchen, als das norwegische Unternehmen Smart Salmon seinen Antrag auf Umweltgenehmigung für eine geplante Aquakulturanlage in Plouisy (Département Côtes-d’Armor) zurückzog."
Die zwei anderen Lachsfabriken sind in Verdon-sur-Mer (Département Gironde) und in Boulogne-sur-Mer (Département Pas-de-Calais) geplant. In Verdon-sur-Mer protestierten am 18. Jänner 2026 fast 800 Gegner:innen der geplanten Lachsfabrik. Auch Welfarm hat eine Petition gegen die geplanten Lachsfabriken in Frankreich gestartet. Der VGT unterstützt diese Initiative.
(Foto: Symbolbild)
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