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Was zerstört Österreich? - Landwirtschaft verweigert Selbstkritik

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (27.11.2020)

Wien, 27.11.2020

Die Empörung einiger Landwirt:innen über eine Fernseh-Dokumentation enthüllt den Mangel an Problembewusstsein und die fehlende Zukunftsfähigkeit dieser Landwirtschaft.

Die 1. Folge der ATV-Dokumentation „Was zerstört Österreich?“ warf einen ehrlichen Blick auf die Probleme in der österreichischen landwirtschaftlichen Produktion. Es ging unter anderem um Massen- und Intensivtierhaltung, industrielle Landwirtschaft und Futtermittelimporte. Ein wichtiger Blick in die Zukunft wurde geworfen und die Vorteile von Bio-Landwirtschaft dargelegt. Dabei kamen Vertreter:innen aller Bereich zu Wort: Tierhalter:innen, Umweltschutz, Projekt-Mitarbeiter:innen für faire Löhne, und auch der Tierschutz.

Es ist vollkommen unverständlich, dass sich Landwirte und Landwirtinnen hier erzürnen. Da drückt wohl das eigene schlechte Gewissen, so VGT-Vizeobmann David Richter, der selbst in der Sendung zu Wort kam und seine Expertise zum Tierschutz und zur veganen Ernährung teilte.

Landwirtschaft stellt sich selbst ins „Aus“

Statt selbstkritisch an den Problemen der Branche zu arbeiten, wird jede Kritik am Status Quo der industrialisierten Landwirtschaft von den Verantwortlichen sofort lautstark abgewiesen. Positive Entwicklungen hin zu einer umwelt- und tierschonenderen Produktion sind damit ausgeschlossen.

Das zeigt mir einmal mehr, dass viele in der Landwirtschaft überhaupt kein Problembewusstsein haben, schildert Richter, der nach der Ausstrahlung der Dokumentation mit zahlreichen aufgebrachten Landwirt:innen telefoniert hatte. Ich wurde den ganzen gestrigen Tag angerufen, von Bauern und Bäuerinnen, die mir erzählen wollten, dass Vollspaltenböden tiergerecht wären und eben weniger Arbeit verursachen würden. Eine kritische Sicht auf die eigene Tierleid-Produktion fehlt bei vielen vollkommen.  Eine Landwirtin behauptet z.B. in einem Artikel der NÖN, dass in der Dokumentation einseitig berichtet worden wäre und unterstellt die Mitarbeit des VGT an der Produktion. Richter dazu: Offenbar haben die Personen die Sendung gar nicht gesehen, sonst wäre ihnen aufgefallen, dass mehrere Landwirt:innen – u.a. ein Schweinebauer und ein Rinderbauer – interviewt wurden. Ich wurde als Interviewpartner zu dieser objektiven und sehr guten Dokumentation geladen. Inhaltlich mitgestaltet hat der VGT die Sendung freilich nicht.

Landwirtschaft will Mauern bauen statt in die Zukunft schauen

David Richter weiter: Es ist vollkommen klar, dass viele Bereiche und Entwicklungen der derzeitigen Landwirtschaftspraxis keine Zukunft haben können – zumindest nicht, wenn wir eine lebenswerte Umwelt erhalten und die Klimakrise abwenden wollen! Statt aber gemeinsam mit der Wissenschaft, mit dem Tier- und Umweltschutz und der Öffentlichkeit, die ebenso ein Anrecht auf eine intakte Welt hat, zusammenzuarbeiten, blocken viele Landwirt:innen und ihre Vertretungen ab. Sie verweigern jede Entwicklung. Das ist wirklich traurig.

Der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN steht hinter kritischer Berichterstattung über die Umwelt- und Tierschutz-Probleme in der Landwirtschaft. Die Landwirtschaft darf keine Zensur der kritischen Wahrheit verlangen!

Der eigene „Ökologischen Fußabdruck“ kann hier berechnet werden: www.mein-fussabdruck.at/

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