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Gammel-Schlachthof-Prozess: Brisante Zeugenaussagen!

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (01.03.2021)

Graz, 01.03.2021

Fleisch vermischt mit Eiterabszessen, TKV-Schweine weiterverarbeitet – und das seit mindestens 2013. So zumindest die Zeugenaussagen. Der VGT berichtet aus dem Gerichtssaal.

Der Prozess um den Schlachthof in Heiligenkreuz am Waasen geht weiter. Aktivist:innen des VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN protestierten erneut vor dem Gerichtsgebäude. Am heutigen ersten Prozesstag mit Beweissicherung sorgten schon die ersten Zeugenaussagen von ehemaligen Mitarbeitern des Betriebs für Aufsehen im Gerichtssaal. Es steht der Vorwurf im Raum, dass im Betrieb genussuntaugliches Fleisch, das von den amtlichen Tierärzt:innen bereits zur Entsorgung markiert wurde, dennoch weiterverarbeitet und unter das restliche Fleisch gemischt worden sein soll.

Schon der erste Zeuge bestätigt diese Vorwürfe. Von Ende 2012 bis 2017 habe er im Schlachthof in der Tötung und der Zerlegung gearbeitet. 2013 nahm er erstmalig wahr, dass Gammelfleisch untergemischt wurde. Größere Gammelfleischstücke sollen zerkleinert worden sein. Die Anweisungen dazu sollen von Kollegen und auch vom „Chef“ – dem angeklagten Schlachthofbetreiber – gekommen sein.

Kranke Schweine weiterverarbeitet

Wenn Schweine nur kleine Abszesse haben – was in der österreichischen Schweinehaltung häufig vorkommt – dann müssen diese entfernt und in der Tierkörperverwertung entsorgt werden. Das restliche Fleisch kann verarbeitet werden. Manche Tiere werden jedoch schon als Ganzes von den Schlachthof-Tierärzt:innen als genussuntauglich bewertet. Laut Zeugenaussage sollen bestimmt bis zu 15 ganze „TKV-Schweine“ pro Tag angefallen sein. Das bedeutet, der ganze Schweinekörper hätte in der Tierkörperverwertung (TKV) entsorgt werden müssen.Der Skandal: Selbst die weggeschnittenen Abszesse sollen wieder zum Verkaufsfleisch gemischt worden sein. Auch die ganzen „TKV-Schweine“ wurden laut dem Zeugen weiterverarbeitet, wenn die Tierärzt:innen es nicht sehen konnten. „Knoten, Tumor, Abszesse, Eiter, offene Stellen“: so lautet die schreckliche Liste aus der Zeugenaussage.
In weiteren Zeugenaussagen ist auch von mangelnder Hygiene die Rede. Nur zwei Mal die Woche soll geputzt worden sein.

Streit mit den Schlachthoftierärzt:innen

Ein weiterer Zeuge beschreibt das Verhältnis zwischen dem Schlachthofbetreiber und den amtlichen Tierärzt:innen als „nicht gerade gut“. Sie sollen sich oft gestritten haben. Der Betreiber soll die Entscheidung über die Genussuntauglichkeit der Tiere nicht akzeptiert haben.

Tierschutz nicht vergessen

Der Betrieb wurde 2015 und erneut 2019 vom VGT wegen Tierschutz-Übertretungen angezeigt. Tiere wurden mit Elektroschocks getrieben, teilweise grundlos geschlagen. Auch dieser Aspekt dieser furchtbaren Geschichte darf nicht vergessen werden.

VGT-Aktivistin Lena Remich: Hinter jedem Stück Fleisch hat ein leidensfähiges Tier gesteckt - Abszesse, Eiterbeulen und von Verletzungen und Krankheit geplagte Körper erzählen eine furchtbar traurige Geschichte. Das sollte uns allen zu denken geben!


Pressefotos: Tierqual am Schlachthof und Demonstration (Copyright: VGT.at)

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