Teilen:

Schweinezucht-Skandal: Betreiber war hoher Funktionär in ÖVP-Bauernbundjugend!

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (09.04.2021)

St. Pölten-Land, 09.04.2021

Veröffentlichte Aufnahmen zeigen verwesende Ferkel und vermutlich dauerhaft in Kastenständen eingesperrte Zuchtschweine – Betreiber demonstrierte gegen Kastenstandverbot

Im Jahr 2011 gelang es dem VGT mit sehr viel öffentlichem Druck, ein Verbot der Haltung von Zuchtschweinen in körpergroßen Käfigen, den sogenannten Kastenständen, zu erreichen. Zwar tritt das Verbot erst 2033 in Kraft, doch bereits jetzt dürfen die Schweine während der Befruchtung im sogenannten Deckstall nicht länger als 10 Tage gehalten werden. Seinerzeit hat die Schweineindustrie mit aller Macht gegen das Kastenstandverbot agitiert und dabei behauptet, es würden ohne Kastenstand so viele Ferkel sterben. Der grausame Metallkäfig wurde euphemistisch aus propagandistischen Gründen Ferkelschutzkorb genannt.

Nun stellt sich heraus, dass der Betreiber der Schweinezucht-Anlage, deren Zustände der VGT vor 2 Tagen aufgedeckt hat, über mehrere Jahre in der Jungbauernschaft Niederösterreich als Obmann gedient hat! Bis 2016 war er sogar Mitglied im Präsidium der Bundes-Jungbauernschaft. Die Jungbauernschaft ist die Jugend-Organisation des Bauernbundes, der wiederum Teilorganisation der ÖVP ist.

Der Betreiber der schrecklichen Schweinezucht, in der weibliche Zuchtschweine vermutlich dauerhaft in engen Kastenständen eingesperrt und tote Ferkel ganze Mülleimer vor der Anlage füllten, nahm 2011 an einem Protest gegen (!) das damals kurz vor der Verabschiedung stehende Kastenstand-Verbot teil. Schon seit 2010 saß der Betreiber im Präsidium der Bundes-Jungbauernschaft und setzte sich für den Erhalt der furchtbaren Kastenstandhaltung von Mutterschweinen mit Ferkeln ein. Als Grund dafür wurde die Gefahr des Erdrückungstods von Ferkeln vorgeschoben. 10 Jahre später müssen in der aufgedeckten Zucht nicht nur die Mutterschweine in den Abferkelbuchten in Kastenständen ausharren, sondern offenbar illegalerweise auch die anderen Zuchtschweine ohne Ferkel.

Bauernbund steht gegen Tierschutz

Es ist nicht das erste Mal, dass ehemalige Funktionär:innen des Bauernbunds und seiner Jugend sich eindeutig gegen den Tierschutz stellen. 2014 bezeichnete der damalige ÖVP-Nationalratsabgeordnete Johannes Schmuckenschlager den VGT als kriminelle Organisation, weil sich der Verein gegen die Massentierhaltung von Hühnern und Puten eingesetzt hat. Schmuckenschlager war der direkte Vorgänger des aktuell kritisierten Betreibers im Amt des niederösterreichischen Jungbauernschafts-Obmanns!

Der Bauernbund wird auch als treibende Kraft hinter dem gescheiterten Tierqualvertuschungsgesetz gesehen. Mit dieser Initiative sollten Aufdeckungen durch den Tierschutz unter Gefängnisstrafe gestellt werden. Wie die Tiere in den Ställen leiden müssen, darf offenbar der Öffentlichkeit und den Konsument:innen nicht bekannt werden.

Dabei wurde vom VGT schon 2013 aufgezeigt, wie schrecklich die Zustände in den Tierfabriken vieler ÖVP- und Bauernbund-Funktionär:innen aussehen!

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: Landwirtschaftsministerin Köstinger war genau zu der Zeit Obfrau der Jungbauernschaft auf Bundesebene, wie der Betreiber dieser Skandal-Schweinezucht im Präsidium saß. Jetzt sieht man, was für Menschen das sind, die Köstinger dahin gehend beeinflussen, das Verbot des Vollspaltenbodens zu verhindern. Dieser ÖVP-Funktionär hat aktiv gegen das Verbot der Kastenstandhaltung demonstriert, weil sonst so viele Ferkel sterben würden, betreibt aber selbst eine Schweinezucht, in der die toten Ferkel aus den Mistkübeln quellen, obwohl er die Zuchtschweine offenbar dauerhaft illegal in diesen Kastenständen hält. Dieser Mann, der selbst also Schweine auf die furchtbarste Weise quält, ist die Stimme jener, die sich gegen jede Verbesserung des Tierschutzrechts stemmen. Das sind die Menschen, die gegen den Willen der großen Mehrheit der Bevölkerung jeden Fortschritt im Tierschutz verhindern! Wer so mit Schweinen umgeht, hat jedes Recht verwirkt, an der Debatte über die Zukunft der Schweinehaltung teilzunehmen! Dem Betreiber dieser Skandal-Schweinefabrik gebührt ein lebenslanges Tierhalteverbot!


Pressefotos frei zum Abdruck (Copyright: VGT.at)

Ein Medienschnitt der Videoaufnahmen wird auf Anfrage zur Verfügung gestellt

12.05.2026, Österreich

Einblicke in den VGT-Tierschutzunterricht

Unterrichtsbeispiele für unterschiedliche Schulstufen - kreativ, interaktiv und altersgerecht!

12.05.2026, Wien

Rechtskräftig: Schweinefabriksbesitzer Hardegg darf VGT nicht terroristisch nennen

Hardegg hat das Urteil des Handelsgerichts Wien anerkannt: der VGT darf nicht „terroristische Vereinigung“ genannt werden und Hardegg muss dem VGT € 5.423,48 bezahlen

08.05.2026, Wien

Gemeinsam für Tiermütter – VGT-Aktion im Herzen Ottakrings

Der VGT macht heute den Yppenplatz zum Aktivismus-Hotspot

08.05.2026, Niederösterreich

FPÖ-Kickl findet das Schlagen von Kindern gut, aber Tierschutz raus aus den Schulen

Fragwürdiger Wertekompass in Pädagogik: in einer gestrigen Presseaussendung will die FPÖ Kinder vor Tierschutz „schützen“, während ihr Chef die „gsunde Watschn“ propagiert

06.05.2026, Wien

Amphibienwanderung Hanslteich erfolgreich abgeschlossen

VGT vermeldet sinkende Erdkrötenzahlen und betont die Wichtigkeit des Tunnelbaus

06.05.2026, Südoststeiermark

VGT zu Styriabrid: die Menschen wollen keinen Vollspaltenboden, egal ob Neu oder Alt

Zur VGT-Demo vor einer „Vorzeige-Schweinefabrik“ mit dem neuen Mindeststandard Vollspaltenboden ab 2034/2038 meinte Styriabrid, die Konsument:innen fänden das gut

05.05.2026, Südoststeiermark

Lauter VGT-Protest nach Aufdeckung vor neuem Vollspaltenboden-Schweinebetrieb

„Strukturierter“ Vollspaltenboden Neu, wie ab 2034/2038 neuer Mindeststandard; Demo betont: der Vollspaltenboden muss weg, es gibt weiterhin keine Rechtssicherheit in der Schweinebranche

04.05.2026, Südoststeiermark

Einladung: VGT-Demo vor aufgedeckter Schweinefabrik mit „Gruppenhaltung Neu“

Tierschützer:innen kritisieren anhand von Bildmaterial aus der Tierfabrik, dass sich am Schweineleid durch die Gesetzesnovelle nichts geändert hat