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Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (25.02.2022)

Wien, 25.02.2022

Ein bewegender Blick auf das Leben von Kühen in der industrialisierten Landwirtschaft

Unkommentiert, aus der Sicht der Tiere erzählt - so folgt der Dokumentarfilm "COW" der Kuh Luma, die ihr Leben auf einem Milchbetrieb im Vereinigten Königreich verbringen muss. Das tägliche Melken, die Freude, als die Tore geöffnet werden und es endlich wieder hinaus auf die Wiese geht, all das wird hautnah von der Kamera verfolgt. Zweimal bringt Luma im Laufe des Films ein Kalb zur Welt. Beide Male wird es ihr bereits kurz nach der Geburt weggenommen. So ist es üblich in der Milchindustrie. Man fühlt ihren Stress und die Angst. Die Kamera folgt auch dem Leben des ersten Kalbs. Von klein auf wird das Leben des jungen Tiers für die Industrie optimiert. Zuerst die Trennung von der Mutter, damit das Kalb nichts von der wertvollen Milch „wegnimmt“, diese ist schließlich für den Menschen bestimmt. In den ersten Lebenswochen werden Löcher in die Ohren gestanzt, um Ohrmarken zur Identifizierung anbringen zu können. Die Hornanlagen werden mit einem heißen Brennstab ausgebrannt, damit die Tiere sich später nicht gegenseitig verletzen, wenn sie auf viel zu engem Raum zusammenleben müssen. Eine extrem schmerzhafte Prozedur, unter der die Tiere ihr Leben lang leiden! Trinken müssen die Kälber aus Plastikbehältern und ihr Leben beginnt in einem einsamen Kälberiglu, allein.
Mutter Luma schleppt sich inzwischen immer schwerfälliger zur Melkanlage, wo sie von moderner Popmusik beschallt wird. Ob das den Milchfluss anregen soll? Luma wird von einer Mastitis gequält, sie kann nicht mehr gehen und ihr Euter ist auf eine überdimensionale Größe schmerzhaft angeschwollen. Für die Milchwirtschaft ist sie nicht mehr profitabel.

Kritik

Der Film zeigt das Leben von Kuh Luma und ihrem Kalb hautnah. Man fühlt mit den Tieren mit, sieht alles aus ihrer Perspektive, ist auch oft mit ihnen verwirrt über die Vorgänge am Betrieb. Die Eintönigkeit ihres Lebens spürt man auch beim Zusehen. Die üblichen Vorgänge in einem Milchbetrieb schockieren. Die tierärztlichen Untersuchungen, gewaltsame Befruchtung, Geburt, Trennung vom Kalb, das Ausbrennen der Hornanlagen. Dennoch wird hier noch nicht einmal das Schlimmste vom Schlimmen gezeigt. Im gesamten Betrieb gibt es sehr viel Einstreu und Bewegungsfreiheit für die Tiere. In Österreich etwa müssen immer noch tausende Milchkühe in permanenter Anbindehaltung dahinvegetieren. Erbringen sie nach ein paar Jahren keine Leistung mehr, und ihre Körper sind ausgelaugt, werden sie zu billigem Faschierten verwurstet.

Durch den Verzicht auf eine Narration gibt es in „Cow“ oft keinerlei Erklärung, wieso die Dinge so ablaufen, wie sie ablaufen. Manches ist aus der Handlung nachvollziehbar, anderes bleibt ein Rätsel. Zum Beispiel, wie es sein kann, dass im Jahr 2022 Tiere immer noch so behandelt werden können.

„Cow“ wurde im Juli 2021 in Cannes vorgestellt. Der VGT vergibt für den Film Cow die Bestnote.

Cow ist noch bis 3.3. im Stadtkino Wien zu sehen.
Spieltermine Wien: Stadtkino
Online ist der Film über MUBI abrufbar.
Podcast mit der Regisseurin: MUBI Podcast
Bericht von der Podiumsdiskussion: Event "Cow"


Besprechung von "Cow" im Tierrechtsradio (Achtung, Spoiler!):

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