Teilen:

VGT zu Fiakerstudien: Pferde leiden weiter in der Hitze

Wien, 13.08.2025

Die heutige Aussendung zur Hitzetoleranz von Fiakerpferden durch die Wirtschaftskammer hat nichts mit der wissenschaftlichen Untersuchung durch die VetMed Uni Wien im Auftrag der Stadt Wien zu tun.

Die lang angekündigte Studie der Stadt Wien mit dem Titel "Pferdenutzung in Zeiten des Klimawandels", die auch als Reaktion auf die Kritik des VGT in Auftrag gegeben wurde, startet im August 2025 endlich mit der Datenerhebung. Zusätzlich präsentiert die Wirtschaftskammer Wien heute eine eigene Untersuchung, die bereits abgeschlossen sei. Details dazu sind allerdings zum derzeitigen Stand weder auf der Webseite der WKO noch auf der Webseite der VetMed Uni Wien auffindbar. Angaben zum Titel des Papers sucht man vergebens. Zwischen den beiden Studien besteht kein Zusammenhang, die heutige Aussendung hat nichts mit der Ankündigung der Stadt Wien von vor zwei Tagen zu tun.


Einige Fakten bleiben allerdings unverrückbar:

  • Die Wohlfühltemperatur von Pferden, bei der kein zusätzlicher Aufwand zur Temperaturregulierung besteht, wird in der Literatur üblicherweise im Bereich von 5 bis 25 Grad angegeben. Hinzu kommt die erhöhte Belastung und erhöhte Luftbelastung, die miteinbezogen werden muss.1
  • Am Fiakerstandplatz ergeben Messungen teilweise fast 38 Grad Lufttemperatur, zu einem Zeitpunkt, wo die Messstelle im Schatten, die für das Hitzefrei herangezogen wird, erst 32 Grad anzeigt. 
  • Es ist das natürliche Verhalten von Pferden, bei Hitze kühlere und schattige Stellen aufzusuchen. Diesem Verhalten können eingespannte Pferde am Fiakerstandplatz ohne durchgehende Beschattung nicht nachgehen.
  • Zudem ist die Hitze bei weitem nicht das einzige Problem: Pferde sind Daueresser, dem kann im Fiakerbetrieb nicht Rechnung getragen werden. Auch sind Pferde Bewegungstiere, dennoch verbringen Fiakerpferde zu viel Zeit mit Stehen auf hartem Asphalt, während Sie vor eine Kutsche gespannt sind.
  • Weiden sind durch das Wiener Fiakergesetz nicht vorgeschrieben.
  • Pferde sind Fluchttiere, die sehr sensibel auf Geräusche, Licht und Lärm reagieren. Durch die städtischen Gegebenheiten werden Pferde deutlichem Stress ausgesetzt, was eine massive Belastung für die Tiere darstellt.     

Der VGT fordert weiterhin Hitzefrei für Wiens Fiakerpferde ab 30 Grad. Dazu halten Aktivist:innen heute Mittwoch von 14:00 bis 16:00 Uhr und am Samstag von 13:00 bis 15:00 Uhr Protestkundgebungen am Wiener Stephansplatz ab. Im Rahmen dieser Kundgebungen werden auch Unterschriften für die Petition des VGT gesammelt.

Georg Prinz vom VGT setzt sich seit 10 Jahren für Hitzefrei ab 30° C für Wiens Fiakerpferde ein: "Alle Grundlagen, um den Wiener Fiakerpferden sofort Hitzefrei ab 30 Grad zu geben, liegen bereits vor, das zeigen die Beispiele aus Brügge und Berlin. Die Präsentation einer unpublizierten Untersuchung ohne Autor:innen-Angabe durch die Wiener Wirtschaftskammer sehen wir als Versuch, die Öffentlichkeit zu verwirren. Hier soll keine Diskussion geführt werden, hier soll eine Diskussion beendet werden. Die Fiakerbetriebe, die Pferde aus Profitgründen ausnutzen, stellen sich in der Aussendung selbst das Zeugnis aus, dass es den Pferden gut gehe. Aus Tierschutzsicht ist jedoch klar: eingespannte Pferde über viele Stunden in großer Hitze in einer Großstadt durch den Verkehr zu bewegen, kann und wird nie artgerecht sein. Der Wiener Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky hat 2021 selber Hitzefrei ab 30 Grad gefordert. Wir hoffen im Interesse der Pferde, dass er sein Versprechen bald einlösen wird."

(1)  Morgan, Karin: „Thermoneutral zone and critical temperatures of horses“, in: Journal of Thermal Biology, Vol 23 (1), 1998 1998, S. 59-61

 

28.10.2026, Heidenreichstein

VGT dokumentiert Tierqual von Fischen

Stress und Leid für Karpfen beim größten Waldviertler Abfischfest

27.10.2026, Bezirke Neusiedl/See und Bruck/Leitha

VGT erwischt Jagdleiter in NÖ mit 100 Fasanen in Kisten und ruft die Polizei

Trotz Verbots des Aussetzens von gezüchteten Fasanen im Burgenland seit 2022 wollte eine Jagdgesellschaft ungarische Fasane als Schießbudenfiguren im Burgenland aussetzen

22.10.2026, Wien

VGT übergibt 90.000 Stimmen für Hitzefrei für Fiakerpferde an Stadtrat Czernohorszky

Internationale Entwicklungen zeigen : Wien darf nicht zum Schlusslicht im Pferdeschutz werden

21.10.2026, Wien/OÖ

Aktuelle UNESCO-Stellungnahme: ob OÖ-Singvogelfang Kulturerbe bleibt, ist offen

Festgestellt wird, „dass es sich um eine gesellschaftlich umstrittene Praxis handelt – insbesondere hinsichtlich der Einschätzung von Ausmaß und Zumutbarkeit des den Vögeln zugefügten Leids“

16.10.2026, Wien

Einladung: VGT-Anti-Pelz-Demomarsch in Wien

Samstag, 17. Oktober, 13 Uhr, Christian-Broda Platz

14.10.2026, Wien

VGT: Bundesregierung gesetzlich verpflichtet, 2027 Schweinehaltung neu zu regeln

Anlässlich der heutigen Nationalratssitzung erinnerte der VGT vor dem Parlament die Regierung daran, die offene Frage der Schweinehaltung auf Vollspaltenboden endlich zu lösen

13.10.2026, Wien/EU

85 % der Österreicher:innen fordern rasches Ende der Käfighaltung

Ein Großteil der Österreicher:innen will bis 2035 ein EU-weites Ende der Käfighaltung von Legehennen. Die Industrie pocht auf eine Übergangsfrist bis 2045.

09.10.2026, Wien

Urteil im SPAR-SLAPP gegen den VGT beweist: Vollspaltenboden ist Tierquälerei

Zusätzlich hat die Richterin mit Bezug zum OGH zahlreiche Klagspunkte von SPAR zurückgewiesen und dadurch die Klage als SLAPP entlarvt