01.10.2026, Wien
Goldfische in neuem Zuhause
Durch die Zusammenarbeit des VGT mit einer engagierten Privatperson konnte fünf Goldfischen geholfen werden.
VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN
Wien, 01.10.26
Durch die Zusammenarbeit des VGT mit einer engagierten Privatperson konnte fünf Goldfischen geholfen werden.
Im Mai 2026 wurde der VGT darüber informiert, dass sich in einem mit Wasser gefüllten historischen Brunnen bei der Pfarrkirche Pöchlarn zwei Fische befinden. Ein Lokalaugenschein durch einen VGT-Mitarbeiter vor Ort bestätigte, was gemeldet worden war. Bei den zwei Fischen handelte es sich um Goldfische.
Zum Glück machten die Goldfische einen normalen Eindruck. Es konnten weder gesundheitliche noch verhaltensbezogene Störungen beobachtet werden. Der Brunnen war zum Zeitpunkt der Kontrolle trotz extremer Hitze ausreichend mit Wasser gefüllt, die Sauerstoffversorgung des Wasser schien durch einen Zufluss in Ordnung zu sein. Ein Notfall war nicht gegeben, aber selbstverständlich ist ein Brunnen kein passender Lebensraum für Goldfische. Es war also klar, dass eine andere, artgerechte Unterbringung der Fische gebraucht wird.
Gemäß den geltenden tierschutzrechtlichen Bestimmungen müssen mindestens fünf Goldfische in einem Teich oder Aquarium gehalten werden, weil sie gesellige Fische sind, die gerne in Gruppen leben. Ein Brunnen ist als Haltungsort nicht vorgesehen. Optimal ist ein Teich mit natürlicher Vegetation, ausreichender Dimension und Tiefe. In so einem Teich können Goldfische alle ihre artspezifischen Verhaltensweisen ausleben, was für ein artgerechtes Leben Voraussetzung ist.
Wie sind die Fische in den Brunnen gelangt? Diese und andere Fragen galt es als ersten Schritt zu klären. Dazu wurde die Gemeinde Pöchlarn schriftlich kontaktiert. Die Antwort kam rasch und überraschend: "Diese Goldfische wurden vor einigen Jahren von nicht bekannten Personen im Brunnen ausgesetzt. Seit damals sind sie über die Sommermonate in dem Brunnen und im Winter werden sie im Bauhof versorgt".
Die Gemeinde gab auch bekannt, dass die Fische abgegeben werden, wenn es einen besseren Lebensplatz für sie gibt. Wie der Zufall es wollte, ergab sich durch Vermittlung jener Person, die den VGT im Mai über die Fische informiert hatte, die Möglichkeit, die Fische in einem großen Teich unterzubringen. Außerdem bot die Person an, sich um den fachgerechten Transport der Goldfische zu kümmern.
Anfang September wurden die zwei Goldfische sowie drei weitere Goldfische aus einem zweiten Brunnen durch Zusammenarbeit von Mitarbeitern der Gemeinde Pöchlarn und der Meldeperson (mit Begleitung) fachgerecht aus dem Brunnen geholt, in vorgeschriebener Weise und besonders achtsam transportiert und schließlich in einem großen, naturnahen Teich gesetzt, wo sie einen optimalen Lebensraum vorfinden.
Das Aussetzen von Goldfischen oder anderen Zierfischen ist in Österreich gesetzlich verboten. Wer ein Heim- oder ein Haustier (als solche gelten Goldfische und Zierfische) „aussetzt oder verlässt, um sich seiner zu entledigen“ 1, verstößt gegen das Verbot, einem Tier ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen oder es in schwere Angst zu versetzen, sagt das Tierschutzgesetz.
Schwerwiegende Folgen kann das Aussetzen von Goldfischen, Koi oder Karpfen auch für andere, in heimischen Gewässern lebende Tierarten haben. Goldfische und Koi stammen ursprünglich aus Asien. Sie gehören nicht in heimische Gewässer. Werden sie dort ausgesetzt, essen sie gerne Laich und Kaulquappen von dort ansässigen Amphibien. Damit zerstören sie das natürliche Gleichgewcht in den Gewässern und beschleunigen die weitere Dezimierung zahlreicher geschützter Arten. Naturschutzgesetze verbieten diese Verfälschung der heimischen Tierwelt.
(1) §5 Abs. 2 Z 14 Tierschutzgesetz
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