Teilen:

VGT fordert bei Demo vor dem Parlament Reform des maroden Tierversuchsgesetzes!

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (04.09.2006)

Wien, 04.09.2006

Von allen Parteien sieht nur die ÖVP keinen Handlungsbedarf

Von allen Parteien sieht nur die ÖVP keinen Handlungsbedarf

Das Tierversuchsgesetz ist bereits 18 Jahre alt – für den sich rasch entwickelnden Tierschutz eine Ewigkeit. Das Gesetz ist deshalb weder an den internationalen Standard noch an die Vorgaben des Bundestierschutzgesetzes angepasst, von dem Tierversuche explizit ausgenommen sind. Der VGT kritisiert vor allem folgende Probleme:

  • Versuche an Wirbellosen, an vor dem Versuch getöteten Tieren, an terminal anästhesierten Tieren, oder Versuche, die nach Einschätzung der ExperimentatorInnen nicht belastend sind, gelten nach dem Gesetz nicht als Tierversuche
  • während international professionelle Kommissionen jeden einzelnen Tierversuch prüfen, haben in Österreich ehrenamtliche WissenschaftlerInnen nur beratende Funktion
  • internationaler Standard ist eine Prüfung der beantragten Tierversuche nach ethischen Kriterien, d.h. eine Abwägung zwischen Tierleid und wissenschaftlichem Gewinn. Nach dem österreichischen Gesetz gibt es das nicht
  • die Tierschutz-Ombudspersonen müssen auch bei Verfahren nach dem Tierversuchsgesetz Parteienstellung bekommen; das alte Tierversuchsgesetz sieht das nicht vor

Zur Forderung des VGT das Tierversuchsgesetz vollständig zu reformieren haben die Parteien Stellung genommen. SPÖ und Grüne, aber auch BZÖ und FPÖ, schließen sich dem VGT an und halten eine Reform für notwendig. Die Grünen haben darüber hinaus auch eigene Ideen zur Verbesserung der Situation für Versuchstiere vorgeschlagen. Einzig die ÖVP sieht keinen Bedarf für eine Reform! Detaillierte Aussagen der Parteien finden sich hier.

Bei der heutigen VGT-Demo vor dem Parlament wurde anhand von 2 Beispielen betreffend Kaninchen und Hunde das Versagen des Tierversuchsgesetzes demonstriert.

In Österreich werden jährlich rund 20.000 Kaninchen in Tierversuchen gequält, davon die meisten für Verträglichkeits- und Giftigkeitstests von Produkten. Da die Augen von Kaninchen wenig tränen, werden an ihren Augen Versuche zur Schleimhautverträglichkeit durchgeführt. Beim sogenannten "Draize-Test" wird die Substanz dem Kaninchen ins Auge verabreicht. Anschließend hindert man das Tier, sich die das Auge reizende Substanz aus dem Auge zu reiben. Die Verätzung wird in den nächsten Minuten beobachtet, und die verschiedenen Rötungs- und Zerstörungsgrade werden notiert. Gerade für standardisierte Reizungstests wie den "Draize-Test" gibt es z.T. schon Alternativen oder es könnten zweifellos sehr gute Alternativen mittels Zellkulturtests entwickelt werden. Für Alternativenforschung werden aber von öffentlicher Hand viel zuwenig Mittel bereitgestellt.

Im Jahr 2005 wurden 85 Hunde laut Statistik bei Tierversuchen in Österreich gequält. Allerdings wurden Versuche zur Verträglichkeit von Hundefutter bekannt, die nicht statistisch erfasst wurden. Die ExperimentatorInnen befanden, dass die Versuche nicht belastend genug seien, um die Versuche als Tierversuche zu werten, obwohl die Tiere bei den Tests oft wochenlang in winzigen Stoffwechselkäfigen verbringen müssen. Eine Reform des Tierversuchsgesetzes muss jeden Versuch am Tier als einen Tierversuch werten und genehmigungspflichtig machen!

20.02.2026, Salzburg

Jagdmesse Salzburg: illegale Tellereisenfallen und Abschüsse von Bären verkauft

Für Außenstehende wirkt die Mentalität der Menschen, die da als Kund:innen angesprochen werden sollen, schwerst pathologisch – Tierschutz-Demo vor dem Messegelände

19.02.2026, Wien

42* Klimaaktivist:innen angeklagt: VGT solidarisch, Klimawandel größte Bedrohung

Bei einer derart drastischen Bedrohung für uns alle sind auch drastische Aktionen gerechtfertigt – es wäre ein Verbrechen, sehenden Auges die eigenen Kinder in den Untergang zu schicken!

18.02.2026, Wien

Forschungsbericht zu neuem Schweine-Vollspaltenboden bestätigt: kaum Verbesserung

Die zu verschiedenen Parametern des Tierwohls erhobenen Vergleichszahlen zwischen Vollspaltenboden alt und neu sind ernüchternd – heute Protest vor dem Ministerrat

17.02.2026, Klagenfurt

PK: Zusammenleben mit dem Wolf – Gratwanderung zwischen Legalität und Rechtsbruch

In Kärnten wurden in den letzten 4 Jahren doppelt so viele Wölfe geschossen, wie im großen, regional 10 Mal so dicht besiedelten Deutschland – seit 2022 gab es sogar 310 Abschusserlaubnisse der Landesregierung

12.02.2026, Graz

Einladung: morgen Freitag Tierschutzdemo vor Bauernbundball in Grazer Stadthalle

Der ÖVP-Bauernbund blockiert massiv jede vernünftige Weiterentwicklung im Nutztierschutz – Protest vor allem gegen die Beibehaltung des Schweine-Vollspaltenbodens

10.02.2026, Klagenfurt

Einladung zur Pressekonferenz: Zusammenleben mit dem Wolf – Gratwanderung zwischen Legalität und Rechtsbruch

Expert:innen und Tierschutzvertreter:innen beziehen Stellung zur aktuellen Wolfsthematik in Kärnten

09.02.2026, Steinbrunn

14 Füchse und 2 Marder getötet: Jagdverband Burgenland brüstet sich sinnloser Tötungen

Die Jagd auf Füchse ist in jeder Hinsicht kontraproduktiv und bedeutet sinnloses Tierleid: Füchsinnen sind Anfang Februar bereits schwanger, Abschüsse kurbeln Reproduktion an

06.02.2026, Wien

Vorträge zu Theorien zur Tierbefreiung

Vorträge, Podiumsdiskussion und Q&A