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Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (24.04.2007)

Wien, am 24.04.2007

24. April: Weltversuchstiertag

Weltweit gedenken TierschützerInnen und TierfreundInnen der zahllosen Opfer der Tierversuchsindustrie

Heute Dienstag, den 24. April 2007, wird im Rahmen des Weltversuchstiertages wieder einmal an das traurige Schicksal jener Tiere erinnert, die hinter den verschlossenen Türen der Tierversuchslabore ihr trostloses Dasein fristen und bis zu ihrem Tod qualvolle Experimente über sich ergehen lassen müssen.

Laut einer amtlichen Statistik stirbt in Österreich alle drei Minuten ein Versuchstier, circa 170.000 allein im Jahr 2005, in Deutschland sind es rund zwei Millionen pro Jahr – Tendenz steigend. Aber diese Zahlen entsprechen nur der halben Wahrheit, denn immerhin gelten Eingriffe an Tieren, die nach der persönlichen, sehr subjektiven Einschätzung des Experimentators bzw der Experimentatorin für das Tier nicht leid- und qualvoll sind, gemäß der österreichischen Gesetzeslage nicht einmal als Tierversuche. Sie müssen weder genehmigt noch gemeldet werden und unterliegen somit keinerlei Kontrolle und nicht einmal irgendeiner statistischen Erfassung – ein untragbarer Zustand, der durch Einführung neuer Definitionen, Melde- und Erhebungspflichten so bald wie möglich behoben werden sollte.

Das Tierversuchsgesetz stammt aus dem Jahr 1988, ist also fast 20 Jahre alt!
Der Verein Gegen Tierfabriken kritisiert schon seit Jahren, dass das Gesetz völlig veraltet ist und viele Versuche an Tieren nicht regelt, weil es nur solche Versuche als Tierversuche klassifiziert, wenn sie Tiere „belasten“, was die TierexperimentatorInnen, die naheliegenderweise nicht gerade die Sensibelsten im Umgang mit Tieren sind, selbst zu beurteilen haben. Versuche an Tieren, bei denen die Tiere vor dem Versuch getötet werden oder während des Versuchs narkotisiert sind und sterben, gelten dementsprechend nicht als Tierversuche und sind weder genehmigungspflichtig, noch tauchen sie in der Tierversuchsstatistik auf. Die vom Tierversuchsgesetz vorgesehene Kontrollkommission darf nur Empfehlungen abgeben, aber keine unnötigen oder unethischen Versuche verbieten. Es werden immer wieder Versuche bekannt, die gegen die Empfehlung der Kommission vom Ministerium bewilligt und dann von den ExperimentatorInnen durchgeführt werden. Zudem besteht die Kommission zum Teil selbst aus TierexperimentatorInnen, die als objektive, die Interessen der betroffenen Versuchstiere vertretende Kontrollinstanz wohl kaum ernst genommen werden können. Und die durch das neue Bundestierschutzgesetz geschaffenen Tierschutzombudschaften können sich nicht für die Interessen der Versuchstiere einsetzen, weil Tierversuche aus dem Tierschutzgesetz ausgenommen sind.

Damit stehen eine völlig unzureichende Gesetzgebung, ein zahnloses Kontrollgremium und der mehr als fragwürdige Tierversuchsgenehmigungprozess in einem eklatanten Widerspruch zu dem Willen der österreichischen und europäischen Bevölkerung, die gerade im Bereich Tierversuche mehr Transparenz, Kontrolle, und Tierschutz fordert.

Wie eine große EU-online-BürgerInnenumfrage von 2006 unmißverständlich ergab, sehen Europas BürgerInnen im Bereich der Tierversuche dringenden Handlungsbedarf:

  • Die Befragten fühlen sich „eher schlecht“ über Tierversuche und deren Stellenwert in der EU informiert (Frage 14). Hauptinformationsquelle über Tierversuche sind Tierschutzorganisationen, während die Tierversuchsausführenden (Pharmaindustrie, Wissenschaftler usw.) weit weniger zur Aufklärung beizutragen bereit sind.
  • Die meisten (insgesamt knapp 90%) wünschen sich mehr Transparenz und Mitspracherecht hinsichtlich der Frage, wann und wie ein Tierversuch durchgeführt werden darf.
  • Die Mehrzahl findet nicht, dass Tierschutzbestimmungen den medizinischen Fortschritt bzw. die Innovation aufhalten. Ebenso sehen insgesamt rund 70% die Konkurrenzfähigkeit von Europa durch Tierschutzbestimmungen nicht gefährdet.
  • Die Befragten halten Tierversuche mehrheitlich in keinem der zur Auswahl gestellten Bereiche (Grundlagenforschung; Krankheits- bzw. Umweltforschung; Medikamentenentwicklung; Chemikalientests; Ausbildung; Informationstechnologie) für akzeptabel. So lehnt beispielsweise insgesamt über die Hälfte Tierversuche für die Entwicklung von Medikamenten sicher bzw. vielleicht ab.
  • Jeweils insgesamt gut ¾ sehen in ihrem eigenen Land bzw. in der EU die Entwicklung und Validierung von Alternativmethoden zu Tierversuchen als nicht ausreichend gefördert an.
  • Insgesamt über 90% meinen, dass die EU international die Führungsrolle hinsichtlich der Bewusstseinsschärfung für Tierschutz bzw. das Schicksal und den Schutz der Versuchstiere spielen sollte.
  • Die Befragten halten auch den Schutz von „Nicht-Kuscheltieren" für wichtig (nicht nur Haustiere und Sympathieträger wie Hunde und Katzen liegen den Menschen am Herzen, sondern z. B. auch Mäuse sind immerhin circa 90% sehr wichtig bzw. relativ wichtig; Fische sehr wichtig bzw. relativ wichtig insgesamt für gut 80%. Sogar der Schutz von Fruchtfliegen wird mit insgesamt ca. 60% als wichtig erachtet.)

Mehr zur online-BürgerInnen-Befragung

Hunderttausende Tiere allein in Österreich, zwei Millionen in Deutschland, viele Millionen in Europa – quantitativ kaum vorstellbare Massen von Tieren, jedes einzelne von ihnen ein Individuum, das die Hölle des Tierversuchs über sich ergehen lassen muss– Tieropfer, die für den Fortschritt der medizinischen Wissenschaft und die Produkt- und Verbrauchersicherheit in der EU notwendig sind?
Kein einziger dieser Tierversuche sei notwendig oder auch nur sinnvoll, sind die Ärzte gegen Tierversuche überzeugt. „Immer wiederkehrende Arzneimittelskandale, wie bei Vioxx, Lipobay, TGN1412 und dem neuen Cholesterinsenker Torcetrapib, sprechen eine deutliche Sprache", so Dr. med. vet. Corina Gericke, Fachreferentin bei Ärzte gegen Tierversuche. „Diese und zahlreiche weitere, in ebenso umfangreichen wie irreführenden Tierversuchen geprüften und für sicher befundenen Medikamente, erwiesen sich beim Menschen als gefährlich."
Mindestens 60.000 Menschen sterben beispielsweise allein in Deutschland jährlich an den Nebenwirkungen von Medikamenten. Der Tod durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen ist heute die fünfthäufigste Todesursache!

Der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN wiederholt anlässlich des Weltversuchstiertages seine Forderung, dass das Tierversuchsgesetz vollständig revidiert und die Ethikkommissionen effektiv umstrukturiert werden muss. Als nächstliegendes Etappenziel sollte nach dem Einführen des Menschenaffenversuchsverbotes 2006 dieses auf alle anderen Affen bzw. Primaten ausgeweitet werden.
Langfristiges Ziel aber muss die vollständige Ersetzung von tierquälerischen und tierschädigenden Versuchen durch Ersatz- und Alternativmethoden bzw. Experimente an schmerz- und bewusstseinsfreier Materie sein, weil es ethisch nicht zu rechtfertigen ist, ein leidenfähiges Lebewesen gegen dessen Willen grausamen Torturen zu unterziehen bzw. für einen abstrakten Wissenzuwachs zu opfern.

Der Internationale Tag des Versuchstieres, ein Gedenktag für die Opfer der Tierversuchsindustrie, der letztlich auch ein Tag zur Forderung der Abschaffung der Tierversuche ist, wird seit 1962 begangen und geht auf den Geburtstag von Lord Hugh Dowding zurück, der sich im Britischen Oberhaus engagiert für den Tierschutz einsetzte.

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