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Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (08.05.2008)

Wien, am 08.05.2008

VGT deckt skandalöse Zustände bei österreichischen Langstrecken-Tiertransporten auf!

Hunderte österreichische Kälber werden tagelang zu grausamen, illegalen Haltungen nach Italien transportiert

In den letzten Tagen haben mehrere Recherche-Teams des Verein Gegen Tierfabriken VGT Tiertransporte ganz junger Saugkälber aus der österreichischen Milchwirtschaft in den Süden Europas verfolgt und dokumentiert.

Detaillierter Bericht von der Recherche

Das erschütternde Endziel vieler dieser Kälber nach gut 35 Stunden Fahrt waren dunkle Masthallen bei Verona in Italien, wo die Jungtiere in winzige Boxen gekettet und mit Milchaustauschern gefüttert werden, um unnatürlich weißes Kalbfleisch zu produzieren. Diese Haltung ist so grausam und tierquälerisch, dass sie bereits in der gesamten EU verboten wurde.

Um einen hohen Milchfluss zu erhalten, werden die Milchkühe jedes Jahr gezwungen, eine Schwangerschaft und eine Geburt durchzumachen. Vor allem die männlichen der so „produzierten“ Kälber aus der Milchindustrie sind vom Standpunkt der österreichischen Landwirtschaft „überflüssig“ und werden deshalb exportiert. Jede Woche in der Nacht auf Montag sammeln Tiertransporter die Kälber in Ostösterreich ein und bringen sie nach gut 10 Stunden Fahrt zum Salzburger Nutzviehmarkt nach Bergheim. Dort werden diese Tierkinder, die dabei ununterbrochen nach ihren Müttern schreien, auf italienische Tiertransporter verladen. Via Bozen in Südtirol kommen sie dann mit Langstreckentransportern, die auf 3 Etagen jeweils ca. 250 Kälber geladen haben, in verschiedene Orte in Italien, zum Teil nach einer Fahrt von insgesamt 35 Stunden.

Endstation: Tierquälerische illegale Ketten-Boxenhaltung in Italien

Ein Transport von etwa 14 Tage alten österreichischen Kälbern endete in einem Kalbfleisch-Mastbetrieb bei Verona.Dort werden die Tierkinder in dunklen Hallen in winzige Boxen ohne Stroh auf Vollspaltenboden gepfercht und an einer kurzen Kette angekettet. Aufgrund der unnatürlichen Fütterung mit Milchaustauschern, bestehend aus Fischmehl und Chemikalien, statt eisenhaltigem Raufutter aus Heu oder Gras, damit ihr Fleisch unnatürlich weiß gefärbt bleibt, leiden die Tiere an Eisenanämie. Diese katastrophale Kälberhaltung ist so offensichtlich unhaltbare Tierquälerei, dass sie bereits in der gesamten EU verboten wurde. Dennoch werden österreichische Kälber routinemäßig in derartige Betriebe gebracht!

VGT-Obmann DDr. Martin Balluch, der selbst vorort war, kommentiert die Erlebnisse: „Das Schicksal dieser Kälber, dieser „Ausschussware“ der Milchindustrie, muss jeden Menschen erschüttern. Schon in den ersten Lebenstagen von der Mutter getrennt, werden die Tierkinder unter Schreien mit Stöcken getrieben und in Transportfahrzeuge gepfercht. Nach 35 Stunden ohne adäquate Tränken und Nahrung, landen sie in winzigen Boxen, ohne Stroh, auf Vollspaltenboden, an einer kurzen Kette!

Ca. 80.000 österreichische Kälber jährlich erleiden dieses Schicksal! Tiertransporte vor allem von Tierkindern sind eine derart unaussprechliche Tierquälerei, sie gehören sofort verboten!“

Brutale Gewalt gegen TierschutzaktivistInnen

Die Transporteure scheuen auch nicht davor zurück, Gewalt gegen Tierschutz-AktivistInnen anzuwenden, um das Aufdecken ihrer Machenschaften zu verhindern.So konnten Leute vom Nutzviehmarkt nur mit Mühe daran gehindert werden, mit einer Motorsäge den auf öffentlichem Grund befindlichen Baum umzuschneiden, auf dem ein Aktivist die Verladung der Kälber filmte. Wäre der bereits halb durchgesägte Stamm gefallen, hätte der Aktivist das nicht überlebt. Die italienischen Transporteure griffen filmende AktivistInnen mit Stöcken an und schlugen eine Frau zu Boden. Auf der italienischen Autobahn versuchte ein Tiertransportfahrer mit seinem voll beladenen LKW im Rückwärtsgang ein Auto des VGT zu rammen. Zusätzlich riefen die Tiertransporteure in Italien die Polizei und erzählten den Beamten offenbar Schauergeschichten drohender Gewalt, sodass diese die Autos der TierschützerInnen stoppten und sie unter vorgehaltener Pistole zum Aussteigen zwangen.

DDr. Balluch dazu: „Es zeigt sich immer wieder: Gewalt gegen Tiere erhöht die Bereitschaft, auch gegen Menschen Gewalt auszuüben. Friedliche TierschützerInnen, die nichts anderes taten, als völlig legal von öffentlichem Grund aus im Interesse der Öffentlichkeit den Umgang mit den Tieren zu filmen, wurden geschlagen und mit dem Tod bedroht. Wir erwarten von den Behörden hier energisch einzuschreiten, um weitere derartige Gewaltausschreitungen der Tierindustrie zu verhindern!“

Der VGT hat sowohl den EU-gesetzwidrigen Kälbermastbetrieb, als auch die gewalttätigen Tierhändler und Tiertransporteure, bei den zuständigen Behörden angezeigt.

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