Teilen:

Weltmilchtag: Wer zahlt den wahren Preis der Milch?

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (30.05.2018)

Graz, 30.05.2018

Am 30.5. startet die große Tour gegen Kälbertransporte quer durch Österreich

Jährlich am 1. Juni feiert die Milchindustrie sich selbst – Bilder von Kühen auf saftigen Wiesen und Berichte über die angeblichen Gesundheitsvorteile des Kuhmilchkonsums überschwemmen die Zeitungen. Doch hinter der idyllischen Maske verbirgt sich die traurige Realität: kranke Hochleistungskühe und abtransportierte oder getötete Kälber.

Die Kuhmilchproduktion wirft mindestens so viele kritische Fragen aus der Sicht des Tierschutzes auf wie die Fleischproduktion. Kühe geben wie alle anderen Säugetiere nur dann Milch, wenn sie ein Kind erwarten oder ein Kind säugen. So werden Kühe in Österreich jedes Jahr zwangsbesamt und geschwängert. Ihre Kälber werden ihnen sofort nach der Geburt weggenommen. Oft brüllen die verzweifelten Kühe tagelang nach ihren Kälbern.

Männliche Kälber werden meist mittels Langstreckentransporten ins Ausland transportiert, denn für die Fleischindustrie setzen sie nicht schnell genug Masse an und aufgrund ihres männlichen Geschlechts geben sie keine Milch – die österreichische Landwirtschaft hat also keinen Verwendungszweck für die kleinen Kälber. In ganz Österreich entflammen in den letzten Monaten immer wieder Diskussionen über die Kontrolle dieser Transporte und darüber, warum diese überhaupt genehmigt werden.

„Es wird immer deutlicher, dass die Verantwortlichen in Politik, den Behörden und der Landwirtschaft offenbar immer wieder völlig im Unklaren darüber sind, welche Transporte nun erlaubt sind und welche nicht. Verantwortung übernehmen oder diese Transporte gar ethisch hinterfragen will scheinbar kaum jemand,“ wundert sich Aktivistin Lena Remich.

Zuletzt sorgte eine Aufdeckung des VGT für Aufsehen: Männliche Milchkälber aus ganz Österreich wurden nach Italien exportiert und wenig später über Schiffstransporte in Drittländer zur Schlachtung verfrachtet. Fünf Tiere aus Tirol, zwei aus Salzburg, eines aus der Steiermark und ein Tier aus Kärnten konnten so identifiziert werden. Sie alle sollten in der Türkei landen.

„Diese Transporte von kleinen Kälbern, die noch von der Muttermilch abhängig sind, müssen sofort gestoppt werden! Der Umgang mit diesen nur wenige Wochen alten Tieren entspricht nicht den Tierschutz-Vorstellungen der Österreicher_innen!“, erklärt Remich. „Es muss den Menschen aber auch klar werden, dass sie dieses Tierleid mitfinanzieren, solange sie Kuhmilch kaufen und konsumieren. Den wahren Preis der Milch zahlen die Kühe und Kälber - nicht zuletzt mit ihrem Leben.“

Der VGT startet am 30. Mai eine große österreich-weite Tour, um erneut auf die grausamen Kälber-Transporte und das Leid der Kuh-Babys aufmerksam zu machen. Ein lebensgroßer Tiertransporter mit schreienden Kälbern wird für Aufmerksamkeit unter den Passant_innen sorgen. Startpunkt der Tour ist in Graz, Donnerstag Klagenfurt, und am 1. Juni, dem Weltmilchtag, wird der „Kälbertransport“in Wien Station machen. Ab 14.6. geht es dann weiter über Bregenz, Innsbruck und Salzburg bis nach Linz und Wiener Neustadt.

Zu den ersten Terminen:
TOUR GEGEN KÄLBER-TRANSPORTE

Außerdem sammelt der VGT aktuell in der letzten Phase Unterschriften gegen diese Transporte. 85.000 Österreicher_innen haben bereits unterschrieben.

Zur Petition: vgt.at/milch

24.06.2026, Wien

Es sieht nicht gut aus für Wassertiere

Die Welternährungsorganisation hat einen Fischereibericht veröffentlicht. Tierschutz kommt darin nicht vor.

23.06.2026, Wien

„End the Cage Age“ – Ende des Käfigzeitalters gefordert

Heuer nähert sich bereits der 5. Jahrestag des Versprechens der EU-Kommission, die Käfighaltung zu beenden. Der VGT und VIER PFOTEN fordern keine weiteren Verzögerungen.

23.06.2026, Wien

EU: Tierschutz-NGOs fordern Ende des Käfigzeitalters

VGT und VIER PFOTEN erinnern die EU-Kommission an ihr Versprechen für ein Ende der Käfighaltung. Es beginnt ein 100-tägiger Countdown zur erwarteten Vorlage der Gesetzesentwürfe

22.06.2026, Wien

15. Tierschutzlauf

Passend zum Welttierschutztag findet am 4. Oktober 2026 der Wiener Tierschutzlauf der Veganen Gesellschaft Österreich auf der Prater Hauptallee in Wien statt.

22.06.2026, Wien

VGT & VIER PFOTEN für ein Ende des Käfigzeitalters: Einladung

Als Mitglieder der „End the Cage Age“-Koalition fordern VIER PFOTEN Österreich und der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN die versprochene Überarbeitung der EU-Tierschutzgesetzgebung ein

19.06.2026, Leibnitz (Steiermark)

Nach Aussagen Amtsveterinär BH Leibnitz betont VGT: Tierschutznorm einhalten!

Das Gesetz schreibt einen physisch angenehmen Liegebereich für Schweine vor; Behörde in der Pflicht, das umzusetzen und für Transparenz bei Schweinebetrieben zu sorgen

18.06.2026, Wien

Medienspiegel: Schwere Rinder-Vernachlässigung in Vorarlberg

Wir haben grobe Missstände in einem Betrieb im Raum Bregenz aufgedeckt. Zahlreiche Medien berichten über die Aufdeckung vom 17. Juni 2026.

18.06.2026, Salzburg

Salzburg lässt Tauben verhungern: VGT bringt Strafanzeige ein

Wissenschaftliche Studie bestätigt, dass ohne Fütterung und Taubenschläge sehr viele Jungtauben nach dem Schlupf an Nahrungsmangel sterben