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Welteitag: Wer schert sich um die Hühner?

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (11.10.2018)

Wien, 11.10.2018

Der zweite Freitag im Oktober ist als „Welteitag“ bekannt. Während Konsument_innen nur das Lebensmittel Ei sehen sollen, will der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN die oft vergessenen Geschichten der Tiere in der Produktion erzählen.

Der Welteitag wurde 1996 in Wien initiiert (World Egg Day). Die Gründerin war die International Egg Commission, ein globaler Zusammenschluss der Eiproduktionsindustrie. Wie auch beim Weltmilchtag ist das Ziel eindeutig: den Absatz von tierischen Produkten anheizen. Auf der Strecke bleibt dabei der Tierschutz, so VGT-Aktivistin Lena Remich.

Spezialisierung bis zur Qual

Sämtliche Hühnerproduktion in Österreich erfolgt mittlerweile über hochspezialisierte Zuchtlinien: Mastlinien für die Fleischproduktion und Legerassen für die Eierzeugung. Beide Linien können aus Tierschutzsicht durchaus als Qualzuchten bezeichnet werden. Während Masthühner durch die extrem schnelle Gewichtszunahme (innerhalb weniger Wochen Lebenszeit erreichen sie ihr Schlachtgewicht) leiden, werden die Körper von weiblichen Legehühnern vor allem durch den hohen Legedruck ausgelaugt. Im Schnitt legen sie 330 Eier jährlich. Diese unnatürliche Leistung (ursprünglich legen Hühner nur rund 12 Eier pro Jahr) führt durch den hohen Kalziumverbrauch häufig zu Knochenschäden und Osteoporosesymptomen.1

Wegwerf-Kücken

Gut 18,5 Millionen Legehühner schlüpften 2017 in Österreich, rund die Hälfte davon durfte kaum einen Tag erleben. Es ist immer noch Praxis in der konventionellen Eiproduktion, die männlichen Kücken direkt nach dem Schlupf zu zerkleinern oder zu ersticken. Mehr als 9,2 Millionen männlicher Hühnerbabys werden so jedes Jahr getötet.2 Von einer umfassenden Verbesserung dieser unmöglichen Situation ist die Industrie noch weit entfernt – selbst Zweinutzungsrassen, bei denen die Hahnenkücken wenigstens einige Wochen leben dürfen, werden von der Landwirtschaft kaum verwendet.

Ein trauriges Leben

In künstlichen Brütereien ausgebrütet kommen Legehühner auf die Welt. Nach der Aussortierung der Hähne kommen die Hennen für einige Wochen in Aufzuchtbetriebe, in denen sogar Käfighaltungen immer noch erlaubt sind. Kurz bevor die Hennen beginnen, Eier zu legen, werden sie in die Legebetriebe transportiert. Viele zehntausend Tiere pro Betrieb sind die Regel – mehrere tausend Tiere sind pro Halle und pro Hallenabschnitt untergebracht. Für die sozialen Tiere, die natürlicherweise kleine Familiengruppen bilden, bedeutet das enormen Stress. Das Legen eines Eies ist für Hühner ähnlich unangenehm und schmerzhaft wie die Geburt bei Säugetieren. Nach nur rund 13 Monaten Lebenszeit sinkt die unnatürlich hohe Legeleistung der Tiere auf etwa 80 %. Damit haben die Hennen ausgedient und werden an Schlachtbetriebe weiterverkauft. Die mehr als 60 % der Hennen in Bodenhaltung durften ihr Leben lang keinen Himmel sehen.

Es braucht kein Hühnerei

Als Proteinlieferant wird das Ei selbst von Bohnen und Linsen oder sogar gutem Vollkornbrot überholt. Zahlreiche Kochbücher und Online-Rezepte beweisen mittlerweile, dass es Hühnereier in keinem Gericht braucht – und trotzdem können Kuchen, Knödel und Co. wunderbar schmecken. Wir wünschen uns, dass auch an Tagen wie heute die Tiere in der Landwirtschaft nicht vergessen werden! Wer Eier konsumiert, vor allem aus konventioneller Haltung, trägt zum Leid der Tiere bei. Dabei müssen wir auch ohne Eier nicht auf den Genuss verzichten, erklärt Remich abschließend.

Vegane Ei-Alternativen zum Kochen und Backen

Sendung im Tierrechtsradio

  1. ) Staack Marion, Gruber et al: Brustbeindeformationen bei Legehennen aus ökologisch wirtschaftenden Betrieben in Deutschland und Österreich
  2. ) Statistik Austria: Bruteier

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