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Erste Hilfe für Wildtiere

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (21.03.2019)

Wien, 21.03.2019

Im Notfall richtig erstversorgen – wir verraten dir, wie es geht

Fast jeder tierliebe Mensch war schon einmal in der Situation – ein verletztes oder krankes Tier wird aufgefunden, und jetzt heißt es rasch handeln – doch welche Futtergabe und welche Betreuung ist in welcher Situation hilfreich und angemessen? Wir haben die wichtigsten Infos zusammengefasst!

Wer braucht Hilfe?

Nicht jedes (junge oder verletzte) Tier, das in der Stadt aufgefunden wird, braucht menschliche Hilfe. Leider werden aus falscher Tierliebe oder schlechter Informiertheit oft auch Tiere mitgenommen, denen es eigentlich sehr gut geht. Sie wachsen dann ohne ihre Familien auf oder werden im schlimmsten Fall „zutode gepflegt“. Denn auch bei der Futter- und Wassergabe kann man so einiges falsch machen! Darum besser informieren statt voreilig handeln – es gibt einige konkrete Anhaltspunkte, die man sich leicht einprägen kann.

Hilfe brauchen:

  • eindeutig verletzte oder kranke Tiere
  • eindeutig eingesperrte Tiere (z.B. Tauben gefangen hinter Taubenabwehrgitter)
  • Säugetiere nach Katzenkontakt (Infektionsrisiko!)
  • Vögel nach Katzenkontakt (können auch ohne sichtbare Bisswunden binnen Stunden sterben)
  • Vögel nach Scheibenkollision (Gefahr der Hirnblutung, Pflegestelle kontaktieren!)
  • Nackte Jungvögel außerhalb des Nests (warm halten!)
  • Fledermäuse am Boden oder an exponierter Stelle (nie ohne Handschuhe!)
  • im Winterschlaf gestörte Tiere (brauchen Pflege, der Energieverlust ist zu hoch)
  • erwachsene Säugetiere in Seitenlage, mit blutigen/offenen Wunden, nach Katzenkontakt, mit asymmetrisch abstehenden Gliedmaßen (Knochenbruch!)
  • Igel in Seitenlage/mit blutigen Wunden//apathisch wirkend/ausgekühlt oder abgemagert (Es gibt zur Frage, wieviel Gramm ein Igel zum Überwintern braucht, viele unterschiedliche Positionen. Die Wildtierhilfe Wien ist der Meinung, dass ein Igel ein Novembergewicht von 600-700g benötigt, um gut durch den Winter zu kommen) Mehr dazu unter www.wildtierhilfe-wien.at/Igel https://www.wildtierhilfe-wien.at/das-winterschlafgewicht-der-igel/

KEINE Hilfe brauchen:

  • Junge Feldhasen in der Sasse (sitzen in der Wiese/im Feld und sind nur vermeintlich verlassen – die Mutter versorgt sie aber 2x täglich mit Milch – nicht angreifen! Nicht mitnehmen! Hunde an die Leine nehmen!)
  • Ästlinge (so nennt man junge Vögel, die außerhalb des Nests von den Eltern versorgt werden. Mehr dazu auf der Homepage der Wildtierhilfe Wien)

Wichtig: Bitte den Tieren kein Futter oder Wasser geben, bevor nicht abgeklärt ist, um was für ein Tier es sich handelt und ob es das verträgt. Stark geschwächte Tiere benötigen Infusionen, bevor ihre Verdauung wieder funktioniert. Bitte den Tieren niemals Wasser mittels Pipetta o.ä. in den Mund träufeln. Die Tiere können sich daran verschlucken und sogar sterben. Die Wildtierstation in Ihrer Nähe hilft weiter!

Im Zweifelsfall ist es ratsam, eine Wildtierstation zu kontaktieren und dort nach Hilfe zu fragen. Die Expert_innen können sofort einschätzen, was am besten zu tun ist. Im Ernstfall (Tier in Lebensgefahr) ist es trotzdem besser, etwas falsches zu machen als gar nicht einzugreifen. Danke dass du dich für die Tiere einsetzt!

Achtung: auch ein verletztes Wildtier hat noch ganz schön viel Kraft. Daher bitte immer vorsichtig nähern und Handschuhe anziehen! z.B. bei Eichhörnchen, Fledermäusen oder Greifvögeln!

Für so gut wie alle Wildtiere bedeutet der Kontakt mit dem Menschen enormen Stress. Dass sie krank/verletzt und bewegungslos sind, bedeutet nicht, dass sie gerne angefasst werden – im Gegenteil! Manche Singvogelarten sind so sensibel, dass sie an Herzversagen sterben, wenn sie zu lange festgehalten werden. Daher bitte die Tiere immer nur so viel angreifen, wie es unbedingt erforderlich ist – Wildtiere sind NICHT zum Streicheln da. Und auch wenn wir sie süß und liebenswert finden, heißt das nicht, dass sie das auch tun. Bitte respektiere daher ihre Grenzen und halte Abstand. Das schönste Erlebnis ist es, wenn ein geplfegtes Wildtier wieder in die Freiheit entlassen werden kann. Denn da gehört es auch hin.

Unser Dank geht auch an die Wildtier-Expert_innen der Wildtierhilfe Wien, die uns immer wieder mit Rat und Tat zur Seite stehen!

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