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Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (04.12.2019)

Wien, am 04.12.2019

Keine Knallerei! Der Umwelt und den Tieren zuliebe

Um den Jahreswechsel entbrennt jedes Jahr wieder die Debatte um Feuerwerke – der VEREIN GEGEN TIERFABIRKEN (VGT) fordert nun einen Stopp von privater Knallerei

Feuerwerke zu Silvester sind zwar für viele Menschen jährliche Tradition, doch immer stärker wird der Widerstand gegen das Abfeuern von Raketen und Co. Der VGT hat deshalb nun eine Petition zum Verbot von privaten Feuerwerken und zur Förderung von öffentlichen Feuerwerksalternativen, wie sie bereits in einigen Städten erfolgreich etabliert wurden, gestartet. Tierschützerin Lena Remich hat die Argumente gegen die Silvesterknallerei zusammengefasst.

Zur Petition

Verängstige Heimtiere

Viele Feuerwerkskörper erreichen Lautstärken weit über die menschliche Schmerzgrenze von 140 dB – für empfindliche Hunde- oder Katzenohren verstärken sich die negativen Effekte. Lena Remich dazu: Fast alle Menschen, die in ihren Häusern und Wohnungen mit anderen Tieren zusammenleben, kennen und fürchten die Zeit um Silvester herum. Viele Hunde trauen sich nicht mehr, Gassi zu gehen; Katzen verstecken sich tagelang. Manche Kleintiere erleiden aufgrund der Panik sogar gesundheitsgefährdende Zustände. Kritisch sind hier besonders die ausgedehnten, privaten Feuerwerke teils schon Tage vor dem 31. Dezember. Aus tierpsychologischer Sicht können selbst durch nur einmal jährliche Knallerei schon Trauma-ähnliche Störungen entstehen, die kaum zu überwinden sind.

Panik und Tod bei Wildtieren

Die Silvesterknallerei dringt bis in die letzten Winkel der Wälder und Naturräume Österreichs vor. Rücksicht auf die Lebensräume von freilebenden Wildtieren gibt es dabei zumeist nicht. Insbesondere die extrem lauten Explosionen lösen Fluchtverhalten und Panik bei zahlreichen Säugetieren und Vögeln aus. Besonders in ohnehin harten Winterzeiten führt dies schnell zu Erschöpfung und sogar zum Tod. Wiederum sind besonders private, schon in der Dämmerung (einer Hauptaktivitätszeit für viele Tiere) und in Grenzzonen von Wildtierlebensräumen (z.B. Waldrändern) durchgeführte Feuerwerke besonders schädlich. Lena Remich erzählt: Es gibt Tierschützer_innen, die nach der Silvesternacht tote Wildtiere suchen und dokumentieren. Zu Zeiten des allgemeinen Lebensraumschwunds und Diversitätsverlust in unserer Fauna, müssen Auswirkungen von Pyrotechnik absolut ernstgenommen werden.

Müll und Emissionen

Nicht nur die Tierwelt leidet, auch der Umwelt schaden ausgedehnte Feuerwerke. Recht offensichtlich ist dabei der direkt anfallende Abfall aus Papieren, Karton, Holz-, Metall- und Kunststoffstücken, der von den Feuerwerkskörpern übrigbleibt. Besonders problematisch ist dabei, dass viele Teile von Raketen weitverteilt wieder zu Boden fallen, so Lena Remich. Die Sammlung des Mülls ist deshalb aufwendig und häufig unvollständig. In den größeren Ballungszentren Österreichs fallen so jedes Jahr etliche Tonnen Abfall an. Die bunten Farben der Feuerwerkskörper werden durch das Verbrennen verschiedener chemischer Stoffe oder Metalle erzeugt. Reste davon sowie Reaktionsprodukte fallen entweder mit dem Müll als teils gefährliche Verunreinigungen zu Boden oder bleiben mit anderen Partikeln in der Luft. Besonders die Entwicklung von Feinstaub ist dabei meist deutlich mit freiem Auge zu erkennen. Mehr und mehr Städte veranstalten nicht nur deshalb öffentliche „Lichterspiele“ ohne Pyrotechnik.

Gesetz schützt Tiere kaum

Die Pyrotechnikgesetzgebung beinhaltet zwar Vorgaben zum Schutz von Menschen, aber der Schutz von Tieren – ob in betrieblichen Haltungen, in Wäldern und Wiesen oder menschlichen Behausungen – wird quasi völlig ignoriert. Lediglich ein vages Verwendungsverbot in der Umgebung von Zoos und Tierheimen gibt es, welches jedoch aufgrund von Ausnahmeregelungen und Exekutionsdefizit recht zahnlos erscheint. Das Tierschutzgesetz besagt zwar, dass Tiere nicht in schwere Angst versetzt werden dürfen, doch dürfte es unwahrscheinlich sein, dass dieser Paragraph tatsächlich erfolgreich in Bezug auf das Leid durch Feuerwerksballerei eingesetzt werden würde, so Remich.

Petition

Aufbauend auf die Forderungen durch verschiedene Gruppen schon in den letzten Jahren startete der VGT nun eine Petition, die einen Schritt zur Bewältigung des Problems darstellen soll. Private Feuerwerke sind angesichts der Auswirkungen auf Tiere und Umwelt – neben den jährlichen Unfällen und der negativen Auswirkungen auf Menschen – einfach nicht mehr zu rechtfertigen. Selbst die Einhaltung der bestehenden Gesetze und Einschränkungen ist kaum möglich. Deshalb sollte der private Einsatz von Feuerwerken generell verboten werden, schildert Lena Remich. Darüber hinaus sollten öffentliche Feuerwerke in Städten durch weniger belastende Licht- und Klangschauspiele ersetzt werden.

Zur Petition: Petition für Verbot von privatem Feuerwerk!

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