Teilen:

Illegale AMA-Legehennenhaltung aufgedeckt!

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (17.03.2020)

Korneuburg, 17.03.2020

Hühner teilweise in Käfigen untergebracht – Eier als AMA-Bodenhaltung verkauft

Dank Aufdeckung: Zuvor in Käfigen eingesperrte Hühner können nun zumindest wieder durchgehend den Stallboden betreten – so wie es das Gesetz auch vorschreibt. Erreicht wurde das durch die Aufdeckungen des VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN (VGT).

Wir haben Aufnahmen erhalten, die eingesperrte Hühner zeigen. In den Videos ist zu sehen, dass die Tiere mindestens sieben Stunden pro Tag bei vollem Stalllicht bei verschlossenen Gittern in den Käfigen sitzen mussten, schildert VGT-Kampagnenleiter David Richter die Aufnahmen aus einer Halle eines niederösterreichischen Eierbetriebs. Bereits im Jänner dieses Jahres wurde ein ähnlicher Fall - ebenfalls in Niederösterreich – aufgedeckt.

Wir vermuten, dass nach der ersten Aufdeckung im Jänner auch andere Betriebe mit dieser illegalen Haltungsart in Käfigen nervös geworden sind und ihre illegalen Praktiken schnell korrigiert haben, so Richter weiter. Aktuelle Aufnahmen aus dem Betrieb zeigen jedenfalls offene Gittertüren und Hühner am Stallboden.

Eier als AMA-Bodenhaltung verkauft

Der kritisierte Betrieb im Bezirk Korneuburg ist AMA zertifiziert und verkaufte die Eier als AMA-Bodenhaltungseier unter anderem an regionale Gasthöfe. Abfotografierte Eier zeigen deutlich die Nummer „2“ für Bodenhaltungen. Es ist schockierend, dass in einem AMA-Betrieb diese Gesetzesübertretungen vorgefunden werden, so Richter. Solche Übertretungen müssen in Zukunft effektiv verhindert werden.

Grauzone „Vergitterte Bodenhaltungen“

Der VGT sieht die verbauten Haltungssysteme in den beiden nun aufgedeckten Betrieben äußerst kritisch. Mit nur wenigen Handgriffen wird aus der Bodenhaltung eine Käfighaltung. Die Käfighaltung ist für Legehühner seit 1. Jänner 2020 endgültig verboten. Diese Käfig-Bodenhaltungssysteme machen den Missbrauch äußerst einfach. Auf mehreren Etagen sind die Hühner zwischen Gittern eingesperrt. Lediglich die unterste Ebene über dem Stallboden lässt sich öffnen, erklärt David Richter. So können lebenslang eingesperrte Hühner etwa bei einer Kontrolle schnell ausgelassen werden. Der Nachweis des Missbrauchs wird dabei zur Detektivarbeit.
Der VGT forderte bereits in der Vergangenheit die Entfernung der Verschlussgitter oder die Verplombung der Schließmechanismen in diesen Systemen, um ein Einsperren der Hühner wirksam und nachprüfbar verhindern zu können.

Anzeige beim Amtstierarzt

Obwohl die Hühner mittlerweile aus den Käfigen befreit wurden, brachte der VGT eine Anzeige bei der zuständigen Bezirksbehörde ein. Gesetzesübertretungen, eingesperrte Hühner und Tierleid verlangen eine Ermittlung und eine Bestrafung nach dem Tierschutzgesetz, so David Richter. Letztlich haben auch die Konsument_innen und Abnehmer_innen der Eier nicht bekommen, wofür sie bezahlt haben – statt AMA-Bodenhaltung war es eine eindeutig gesetzeswidrige Haltung.

Tierschutz-Aufdeckungen schützen Tiere!

Einmal mehr zeigt sich, dass Tierschutz oft auf die Aufdeckungen durch Tierschutz-Organisationen wie den VGT angewiesen ist. Das staatliche und betriebliche Kontrollsystem schafft es nach wie vor nicht, Gesetzesübertretungen wirksam vorzubeugen und Tierleid zu verhindern. Das Aufsehen und die Berichterstattungen durch Tierschutzaufdeckungen leisten einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz in Österreich – Tierquälerei und Gesetzesbrüche können nicht länger versteckt werden. Deswegen muss eine Kriminalisierung von Tierschutz-Aufdeckungen, wie von ÖVP und FPÖ in der letzten Regierung angestrebt, verhindert werden.


Presse-Fotos zum Download (Copyright: VGT/VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN)

22.04.2026, Wien

Tierversuche als Staatsgeheimnis: Einladung

Anlässlich des Welttags für Versuchstiere am 24. April fragt der VGT: Wer hält die Tiere versteckt?

21.04.2026, Wien

Großes Interesse bei den Tierrechtstagen in Wien

Mit 80 Teilnehmer:innen beging der VGT letztes Wochenende die Tierrechtstage in Wien Das große Interesse zeugt davon, dass der brutale Umgang mit Tieren in Tierfabriken längst schon der Vergangenheit angehören sollte.

17.04.2026, Salzburg

Tauben hungern – auch wenn Stadt Salzburg es weiterhin leugnet

Tote Tauben mit Körnerfutter im Kropf zeigen nicht, dass sie genug Futter in der Stadt finden, sondern eher durch Futter von Privatpersonen vor dem Hungertod bewahrt wurden

16.04.2026, Wien/Dänemark

VGT präsentiert neues Videomaterial von Vollspaltenboden Mindeststandard ab 2034/2038

Neue Aufnahmen aus Dänemark, dem größten Schweineproduzenten Europas, wo der Österreichische Mindeststandard ab 2034/2038 bereits seit 2015 gilt, zeigen unendliches Tierleid

16.04.2026, Wien

Tierschutz-Aktion zum "Muttertag"

Am 8. Mai zeigen Tierschützer:innen von VGT und Vienna Animal Save die Ausbeutung von Tiermüttern auf.

14.04.2026, Wien

Wiener Vegan Ball 2026

Am 11. April hieß es wieder „Alles Walzer!“ im Hilton Vienna Park.

09.04.2026, Salzburg

Stadt Salzburg verschweigt: Fütterungsverbot in Augsburg hat Ausnahmen für Fütterungsplätze

Der Amtsbericht „Stadttaubenkonzept“ der Stadt Salzburg offenbart, dass wichtige Informationen vor der Öffentlichkeit zurückgehalten werden und die artgerechte Fütterung der Stadttauben bis zum Einzug in die Taubenschläge an kontrollierten Fütterungsplätzen so verhindert wird.

09.04.2026, Gmünd

Gmünder Lachsfabrik steht still

Der Bau der Lachszuchtanlage hat noch nicht begonnen. Proteste gegen andere Lachsfabriken gibt es in mehreren europäischen Ländern