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Blindes Kalb Bibi gerettet!

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (27.05.2020)

Wildon, 27.05.2020

Das ohne Augen geborene Kuhkalb wurde vom Bergbauernhof abgegeben und am Lebenshof „Pferdegnadenhof Edelweiss“ in Wildon (Steiermark) aufgenommen

Das vor wenigen Wochen geborene Kalb „Bibi“ kam mit einem Geburtsfehler auf die Welt. Sie wurde ohne Augen geboren und ist damit vollkommen blind. In vielen Betrieben hätte dieser Geburtsdefekt das Todesurteil für das neugeborene Kalb bedeutet – als zukünftige Milchkuh wäre die Blindheit in vielen Milchbetrieben nicht akzeptiert worden. Das Kalb wäre als „Ausfall“ in der Statistik der toten Kälber und Rinder gelandet.

Doch Bibi wurde nicht in einem konventionellen Betrieb geboren. Trotz ihrer Blindheit wollte man das Kalb im Bergbauernhof behalten. Jedoch überwogen schließlich die Zweifel: Würde ein blindes Kalb auf den steilen Wiesen zurechtkommen? Die Betreiber_innen wollten das nicht riskieren, also suchten sie einen Lebensplatz für das kleine Kalb. Sie kannten den südsteirischen „Pferdegnadenhof Edelweiss“ bereits und so konnte rasch eine Übernahme erreicht werden.

Am 17. Mai konnte Bibi in ihrem neuen Zuhause einziehen – gemeinsam mit etlichen Pferden und Rindern, Hühnern, Hunden, Schweinen, Schafen und Ziegen kann Bibi den Rest ihres Lebens in Wildon verbringen. Lebenshof-Betreiber Emanuel Wenk sieht Bibis Blindheit gelassen: Bibi kommt gut mit ihrer Blindheit klar – sie kennt nichts anderes. Es kommt natürlich auch auf den Platz und das Gelände an, aber Rinder orientieren sich auch stark an der Herde.  Das Kuhkalb ist abgesehen von ihren fehlenden Augen äußerst kräftig und gesund. Aktuell wird sie langsam an unterschiedliche Situationen herangeführt und soll sich an menschliche Stimmen gewöhnen. Bald soll sie auch schrittweise mit den anderen Rindern vergesellschaftet werden.

Besonders erfreulich ist, dass es seitens des Lebenshofes „Pferdegnadenhof Edelweiss“ auch das Angebot gibt, Bibis Mutter zu übernehmen. Die Kuh ist laut den Betreiber_innen des Milchbetriebs bereits älter und soll im Herbst ebenfalls abgegeben werden. Hoffentlich kann die kleine Familie dann auch wieder zusammenfinden.

VGT-Aktivistin Lena Remich: Es ist immer wieder wundervoll, wenn Tiere gerettet werden und einen Lebensplatz bekommen. Besonders sogenannte Nutztiere werden aufgrund von Krankheiten, Behinderungen oder dem Alter leider so gut wie immer getötet und nicht an Lebenshöfe abgegeben. Es ist erfreulich, dass es auch einzelne Betriebe gibt, die anders vorgehen wollen. Jedes gerettete Tier bedeutet ein gerettetes Leben! Ganz besonders in der Milchproduktion fallen leider grundsätzlich Kälber an, die in den Betrieben nicht gebraucht werden – vor allem Stierkälber, und seltener auch überflüssige Kuhkälber. Die Freude über Bibis Rettung soll uns alle auch an die vielen Kälber, die nicht gerettet werden, denken lassen.


Kälber sind das „Wegwerfprodukt“ der Milchindustrie. Weil männliche Kälber nicht rentabel sind, werden sie billig ins Ausland verkauft. Ihre traurige Reise geht oft bis weit über die Grenzen der EU hinaus

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