Teilen:

Krebsforschung – an Mäusen und Menschen

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (29.07.2020)

Wien, 29.07.2020

Tierversuchsfreie Forschung zeigt: Die meisten Krebserkrankungen lassen sich vermeiden. Und nicht vermeidbare können mit tierversuchsfreien Methoden besser erforscht und geheilt werden als mit Tierversuchen.

Tierversuchsfreie Forschung, wie etwa Beobachtungen an Menschen, zeigt: Ein Drittel aller Krebserkrankungen wird durch Rauchen verursacht, ein weiteres Drittel durch falsche tierbasierte Ernährung. Fast achtzig Prozent aller Krebserkrankungen ließen sich durch einen gesünderen Lebensstil vermeiden, so dass sie erst gar nicht entstehen. Und für die nicht vermeidbaren Krebserkrankungen gibt es moderne tierversuchsfreie Methoden, wie etwa Human-on-Chips und Tumor-on-Chips, um Krebs und die beste Behandlung für jede_n Patienten/Patientin patientenspezifisch zu erforschen. Bei neoadjuvantem Brustkrebs hat der SpheroTest etwa eine Vorhersagekraft (Sensitivität) von über 95 Prozent und eine Tumorfreiheitschance (PCRRate) von über 52 Prozent.

Auf der anderen Seite sind zwei Drittel aller Krankheiten trotz jahrzehntelanger Tierversuche nicht heilbar. Trotzdem wird die Tierversuchsindustrie nicht müde, Ängste in der Bevölkerung zu schüren und jeden noch so geringen Erkenntnisgewinn als großen Erfolg zu verkaufen. Bisher blieb die JKU eine Antwort auf die Frage schuldig: Was ist der konkrete Nutzen für Patient_innen der jahrzehntelangen Tierversuche höchsten Schweregrades des neuen JKU-Mäusekrebsforschers Prof. Schmitt? Nun feiert die JKU die Publikation einer Mauserkenntnis, die in Zukunft dabei helfen könnte, bei etwa einem halben Prozent der Krebspatient_innen, die Krankheitsverläufe besser vorhersagen zu können. Aber, die Krankheitsverläufe könnten damit bestenfalls vorhergesagt werden. Und, so Prof. Schmitt, müsse nun erforscht werden, wie sich diese Mauserkenntnis über den Krankheitsverlauf für Menschen therapeutisch nutzen ließe. Doch in der Onkologie kommen 95 Prozent der Medikamente, die im Tierversuch als sicher und wirksam befunden wurden, nicht auf den Markt, hauptsächlich weil sie beim Menschen nicht wirken oder unvorhergesehene schwere oder tödliche Nebenwirkungen zeigen. Es würden also noch viele Tierversuche gemacht werden müssen, falls die neue Mauserkenntnis überhaupt einen konkreten Nutzen für Menschen hat.

Die Krebsforschung ist eines der umfangreichsten und gesellschaftlich wichtigsten biomedizinischen Forschungsgebiete. Deshalb werden besonders viele tierversuchsfreie Methoden ständig dafür erprobt und etabliert. Modernere Forschungsmodelle umfassen vielfältige Ansätze: Etwa in silico (Computer-basiert, eventuell mit KI), in vitro (3D Zellkulturen, Organoide und Multiorganchips mit Patientenproben) und ex vivo (Zell- und Gewebeproben von Patienten) und verschiedene Kombinationen davon. Diese Modelle haben viele Vorteile, etwa dass die meisten davon personalisierbar und Hochdurchsatz-fähig sind, und dass sie schneller und billiger relevante Resultate liefern. Viele dieser Modelle lassen sich auch für die Forschungsgebiete von Prof. Schmitt anwenden. Doch Forscher, die wie Prof. Schmitt vor dreißig Jahren studiert haben, als es noch keine 200 etablierte tierversuchsfreie Forschungsmethoden gab, und die ihre bisherige Karriere auf Tierversuchen aufgebaut haben, werden immer Ausreden finden, um Versuchstiere statt humanrelevante Methoden in den Mittelpunkt ihrer Forschung zu stellen. Anstatt weiterhin Rechtfertigungen für seine Tierversuche zu suchen, könnte er sich, seine Forschung und teilweise seine Laborausrüstung und –personal an die neuen Modelle anpassen. An der JKU wäre er dafür am richtigen Ort. Bevor Millionen in ein unnötiges Tierversuchslabor fließen, wäre es jetzt noch früh genug, auf tierversuchsfreier Linie zu bleiben und sowohl ethisch als auch wissenschaftlich am neuesten Stand zu forschen.

Unterstützen Sie unsere Petition für tierversuchsfreie Forschung an der JKU!

Weitere Infos

08.10.2026, Wien

Der Schweine-Vollspaltenboden muss weg: VGT-Demos bei Parteizentralen in Wien

Mit Zitat aus dem Tierschutzgesetz, nach dem jetzt ein neuer Mindeststandard in der Schweinehaltung beschlossen werden muss, erinnert der VGT die Regierung an ihre Verantwortung

07.10.2026, Wien

VGT-Aktion: Tintenfische schützen, nicht essen

Morgen ist Welt-Oktopus-Tag. Brutale Methoden beim Fang sind weithin unbekannt

06.10.2026, Wien

Handelsgericht urteilt in SPAR-Klage gegen VGT: SLAPP weitgehend bekräftigt

Richterin bestätigt OGH-Urteil und 6 Verbote der EV zu Schweine-Vollspalten, verbietet dem VGT aber zusätzlich, wissenschaftliche Studien zu Mortalität und Tierwohl-Preisen zu zitieren

06.10.2026, Wien

Welt-Oktopus-Tag: VGT-Aktion am Stephansplatz

Tierschutz-Aktion in Wien soll tierquälerische Aspekte bei der Fischerei von Tintenfischen in den Fokus rücken

05.10.2026, Wien/Neutillmitisch(Stmk.)

VGT kritisiert Greenwashing bei Insekten-Hundefutter

Neue Studie stellt Umweltvorteile von Insektenprotein in Frage

01.10.2026, Wien

VGT vor dem Landwirtschaftsministerium: nicht vergessen, Schweine brauchen Stroh

Jahr 2026 neigt sich dem Ende zu: laut Tierschutzgesetz MUSS 2027 ein neuer Mindeststandard in der Schweinehaltung festgelegt werden!

29.09.2026, Wien

Freudentag für Kröten: Baubeginn Amphibienschutztunnel Hanslteich

1. Bauphase eingeleitet: VGT erfreut über rasche Durchführung

17.09.2026, St. Pölten

Tierschützer:innen fordern Konsequenzen für Horrorstall

50 Personen schließen sich trotz Regenwetters VGT-Demomarsch bis vor die BH St. Pölten an