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Kälbertransporte: Handelsriese steigt aus – Vorarlberg Milch in der Verantwortung

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (03.09.2020)

Bregenz, 03.09.2020

Nach den Recherchen des VGT und den anhaltenden Protesten aus der Bevölkerung hat eine Supermarktkette nun verkündet, mit ihrer BIO-Milchlinie aus den Kälbertransporten auszusteigen. Der VGT fordert die Vorarlberg Milch auf, diesem Modell zu folgen.

Vergangene Woche kündigte eine große Supermarktkette in ihrem Werbeprospekt an, Verantwortung für die männlichen Kälber ihrer BIO-Milch übernehmen zu wollen. Die Zulieferbetriebe sollen nach und nach umgestellt werden, damit die Kälber am Betrieb aufgezogen werden können. Dafür sollen die Bäuerinnen und Bauern einen Aufschlag bekommen, um den zusätzlichen Aufwand zu decken.

Tobias Giesinger, Kampagnenleiter des VGT: Wir begrüßen diese Initiative sehr und fordern die Vorarlberg Milch erneut auf, ebenfalls Verantwortung zu übernehmen. Die Vorarlberger Bevölkerung wünscht sich eine regionale Milchmarke, die ohne qualvolle Kälbertransporte ins Ausland auskommt.

Irrweg: Exportsteigerung trotz Kälberproblematik

Während sogar schon der Landeshauptmann persönlich zu mehr Kalbfleischkonsum aufruft, will die Vorarlberg Milch den Export ihrer Produkte nach Italien, Spanien oder Skandinavien auf 50% steigern. Gleichzeitig werden die überschüssigen, männlichen Kälber von den Zulieferbetrieben ebenfalls bis nach Spanien transportiert. So wie das Lustenauer Kalb, dessen Transport von Vorarlberg über Spanien bis in den Libanon für große Aufregung in der Bevölkerung und Politik sorgte. Der VGT konnte beweisen, dass es vom Betrieb einer Person in der Geschäftsführung der Vorarlberg Milch stammte.

Tobias Giesinger: Wenn die Vorarlberg Milch ihr Image als beliebteste Milchmarke Vorarlbergs beibehalten will, kann sie nicht einfach weitermachen wie bisher. Sie hat hier eine entscheidende Rolle, Verantwortung zu übernehmen und aus den Kälbertransporten auszusteigen. Zusätzlich müssen die Bäuerinnen und Bauern bei der Umstellung unterstützt und der Mehraufwand abgegolten werden.

Konsumentinnen und Konsumenten brauchen eine Wahl

Die Corona-Krise hat bewiesen, dass regionale Lebensmittel in Vorarlberg bei der Bevölkerung einen hohen Stellenwert haben. Neben dem Wunsch einer Milchmarke, die ohne Kälbertransporte ins Ausland auskommt, sind regionales Obst und Gemüse sehr gefragt – doch ersteres gibt es nicht und von zweiterem noch zu wenig.

Anstatt Milchprodukte für den Weltmarkt zu produzieren, sollten wir unser Ländle krisensicher machen und eine neue Vielfalt an Lebensmitteln anbauen und fördern. Nur so hat die Landwirtschaft in Vorarlberg eine echte Zukunft ohne Kälbertransporte. so Giesinger abschließend.

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