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Schlecht versorgt: VGT verärgert über Tierhaltung im Zirkus Candy

Breitenfurt bei Wien, 11.3.2021

Anrainer:innen berichten laufend von verheerenden Zuständen bei Kamelen, Ponys und Hunden

Seit Monaten steht nun der Zirkus Candy direkt neben der stark befahrenen Hauptstraße in Breitenfurt. Und seit Monaten berichtet eine tierliebe Anrainerin über die verheerenden Zustände bei den Tieren. Der VGT war vor Ort und hat sich selbst ein Bild gemacht. Das Urteil fällt wenig überraschend sehr schlecht aus.

Unterwegs nach Breitenfurt fällt der Zirkus Candy sofort auf. Denn er steht direkt neben der stark befahrenen Hauptstraße. Die Tiere sind nicht nur permanent dem Verkehrslärm, sondern auch den Abgasen der Autos ausgesetzt. Die Kamele haben einen Auslauf, der aber nicht den gesetzlichen Mindestanforderungen entspricht. In ihrem Gehege liegen leere Plastikbeutel und anderer Müll. Einige Tiere lecken an den total verrosteten Eisenstangen des Zirkuszelts. Immer wieder beißen sie fest in die Stangen hinein, ja sie beißen sich sprichwörtlich die Zähne daran aus. VGT-Campaginerin Heidi Lacroix: Ich kann nicht beurteilen, ob die Tiere unter Eisenmangel leiden oder ob sie aus Langeweile und Stress dieses Verhalten zeigen. Vielleicht bräuchten sie mehr Raufutter. Jedenfalls ist es sehr ungesund, für das Gebiss als auch für die Mägen der Tiere. Denn der absplitternde Lack und der Rost werden ja mit verschluckt. Auf das Verhalten der Kamele angesprochen zuckte ein Tierpfleger nur die Schultern und bekundete auch verbal sein Desinteresse.

Die Kamele haben zu wenig Auslauf. Ihr Gehege ist geschätzt nicht einmal halb so groß wie die gesetzlich vorgeschriebene Mindestfläche.

Fortwährend kauen und schlecken sie an den rostigen Eisenstangen . Die Ursachen dafür könnten Langeweile, Eisenmangel oder auch eine Verhaltensstörung sein.

"Es ist eine Schande, wie Zirkusse „ihre“ Tiere vernachlässigen", meint Heidi Lacroix wütend. "Kein Lebewesen hat es verdient, dass auf seine Kosten Profit gemacht wird!"

Weiter zu den Ponys. Diese hatten im Winter laut Meldungen von einer Tierfreundin keinen Auslauf, bis der VGT die Behörden eingeschaltet hat. Dann erst wurde auch Pferden und Ponys Auslauf gewährt. Doch immer noch ist die Situation unbefriedigend. Auch im Pony-Gehege liegt Müll herum, die Tiere wirken auf die Campaignerin verwahrlost.

Besonders besorgniserregend ist der Zustand eines Watussi-Rindes. Seit mehreren Wochen hat es laut einer Zeugin Hustenanfälle, und läuft mit gekrümmtem Körper im Kreis. Ein Tierarzt schätzt die auf Video festgehaltene Situation als besorgniserregend ein. Anlässlich des Einschreitens des VGT hat nun der Amtstierarzt interveniert und ein Tierarzt hat das Tier untersucht. Was dem Rind fehlt und welche Behandlung es bekommt, erfahren wir leider nicht.

Ebenfalls beanstandet wird die Pflege eines Hundes, der nicht im Wohnwagen lebt sondern im kalten, zugigen Zelt bei den anderen Tieren. Über mehrere Wochen wurde von einer Tierschützerin dokumentiert, dass der Hund kein Wasser in seine Schüssel bekommt. Er muss aus dem Kübel der Pferde trinken, doch da kommt er nur schwer hin. Nicht bekannt ist, ob er in der Nacht überhaupt Zugang zu Wasser hat. In seinem Zwinger liegt ebenfalls Müll, scharfkantige Dosen, Essensreste und diverser anderer Unrat herum. Tierliebe sieht anders aus, schildert Heidi Lacroix verärgert.

Auch der Hund ist nicht gut versorgt. In seinem Zwinger finden sich laufend Abfälle, Essensreste, und scharfkantige Dosen aus Metall.

Eines der Rinder hustet und trippelt seltsam auf der Stelle. Kein gutes Zeichen. Der VGT hat den Amtstierarzt eingeschaltet.

Erst als der VGT die Amtstierärztin einschaltete, bekamen die Ponys endlich Auslauf. Das berichtete auch eine Augenzeugin.

"Im ganzen Land leiden Menschen unter den wirtschaftlichen Einbußen durch Corona. Doch das ist kein Grund, die Tiere dafür büßen zu lassen. Sobald der Lockdown vorbei ist, müssen die Zirkustiere wieder in für sie sehr stressigen Shows auftreten, den Lärm in der Manege aushalten, und alle paar Wochen müssen sie per Tiertransport quer durchs Land, oft sogar durch halb Europa ziehen. Die Tiere haben sich dieses Leben nicht ausgesucht. Eine dauerhafte Bleibe auf einem Lebenshof wäre tausend Mal besser für sie, als das Leben als ausgebeutetes Show-Tier."

Und abschließend: "Ich habe volles Verständnis für die prekäre Situation der Zirkusleute. Kein Verständnis habe ich, wenn Tiere schlecht versorgt werden, und ihre Bedürfnisse ignoriert werden, so wie es hier der Fall ist. Die Bevölkerung will keine Tiere mehr im Zirkus leiden sehen. Sie wollen Unterhaltung ohne Tierqual. Tiere raus aus dem Zirkus!"

 

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