Teilen:

Zum Welttag für Versuchstiere (24.4.): 68 Tierversuchsprojekte für Tierfabriken

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (23.04.2021)

Wien, 23.04.2021

Zur Effizienzsteigerung der landwirtschaftlichen Nutzung von Tieren werden nach neuesten Statistiken in Österreich momentan 7.900 Tiere verwendet.

Am 24. April wird jedes Jahr weltweit der Tiere gedacht, die in Tierversuchen benutzt werden. Während andere Länder konkrete Ausstiegspläne aus der Tierversuchsindustrie erarbeiten, haben Tierexperimentator:innen in Österreich Narrenfreiheit. Jeder Tierversuch wird genehmigt, auch wenn dafür anerkannte tierleidfreie Alternativen existieren. So gibt es momentan einen Tierversuch an 25 Schafen, bei dem Frauenärzt:innen an den Tieren vaginale Operationstechniken üben. Aber im Genehmigungsantrag selbst wird freimütig zugegeben: „Alternativ könnte ein Simulator zur Anwendung kommen“. Trotzdem das Tierversuchsgesetz Experimente verbietet, für die es tierfreie Alternativen gibt, wurde dieser Versuch einfach so genehmigt. Nur hat es keinerlei Konsequenzen, wenn ein Tierversuch rechtswidrigerweise genehmigt wird. Denn es gibt keine unabhängige Kontrolle.

Besonders problematisch sind Tierversuche zur Effizienzsteigerung der Tiernutzung in der Landwirtschaft. Dafür sind momentan 68 Tierversuchsprojekte genehmigt, bei denen 7.900 Tiere verwendet werden, darunter 4.350 Hühner, 2.360 Schweine und 565 Rinder. Dabei wird z.B. versucht, Medikamente zu entwickeln, die ins Futter gemischt werden können, um Krankheiten, die finanzielle Verluste mit sich bringen, ohne Einschaltung teurer Tierärzt:innen behandeln zu können. Weitere Versuchsziele sind die Auswirkung von Schimmelpilzen im Futter, chemische Enthornung, Effizienzsteigerung durch Futteroptimierung oder Training von Landwirt:innen, z.B. zur Besamung. Solche Tierversuche sollten eigentlich durch die gesetzlich vorgeschriebene Abwägung zwischen dem erwarteten Nutzen für Menschen und dem damit verbundenen Leid für die betroffenen Tiere ausgeschlossen sein. Niemand in der Gesellschaft möchte, dass Tierfabriken effizienter werden. Der Nutzen ist also lediglich Profit für eine kleine Minderheit auf Kosten der Tiere, des Klimas und der Umwelt, die durch Tierfabriken geschädigt werden. Das Leid für die betroffenen Tiere ist aber enorm.

Länder wie die Niederlande und die USA haben sich zum Ausstieg aus der Tierversuchsindustrie bekannt. Als ersten Schritt verbieten diese Länder regulatorische Tierversuche, die Niederlande ab 2025, die USA ab 2035. Gleichzeitig schichten diese Länder ihre öffentlichen Fördergelder um, weg von sinnlosen Tierversuchen hin zu human-relevanter Forschung, damit die Entwicklung wichtiger Medikamente und Impfstoffe zukünftig schneller, sicherer und zuverlässiger erfolgen kann.

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: Wirklich jeder Mensch, der eine Tierfabrik erstmals von innen sieht, ist total entsetzt, dass so etwas erlaubt ist. Und dann werden noch zahllose Tierversuche genehmigt, die ausschließlich darauf abzielen, die Effizienz dieser Tierfabriken zu steigern. Bei jeder ernsthaften Kosten-Nutzen Abwägung, die die EU verpflichtend vorschreibt, müssten solche Tierversuchsanträge abgelehnt werden. Aber in Österreich hat man den vom VGT mühsam erkämpften Kriterienkatalog für die Kosten-Nutzen Abwägung, der zwar im Tierversuchsgesetz steht, derart verwässert, dass er überhaupt nicht mehr anwendbar ist. Es herrscht Narrenfreiheit bei Tierversuchen in Österreich!

Petition an Bundesregierung

Petition an die JKU

 

07.04.2026, Wien

Osterregen brachte Krötensegen in Hernals

Auch der seltene Alpenkammmolch ist am Amphibienschutzzaun Hanslteich wieder aufgetaucht

03.04.2026, Wien

Parfums ohne Tierleid: Vegane und tierversuchsfreie Düfte

Bei Düften und Parfums ist oft nicht auf den ersten Blick klar erkennbar, ob diese vegan und tierversuchsfrei sind. Häufig werden dabei tierliche Inhaltsstoffe traditionell bereits seit Jahrhunderten eingesetzt und sind Nebenprodukte von anderen Formen der Tierausbeutung, wie zum Beispiel der Jagd, der Pelzproduktion oder der Imkerei. Wir geben einen Überblick.

03.04.2026, Salzburg

VGT fordert Fütterungsplätze für Salzburgs Tauben

Während die Tauben in der Stadt Salzburg langsam und qualvoll verhungern, möchte der Magistrat den Strafrahmen des Taubenfütterns auf 1000 Euro anheben

03.04.2026, Wien/UK

Heute vor 33 Jahren VGT-Obperson Augenzeuge: Jäger in UK ermordet Tierschützer

Weil er sich wegen einer Tierschutzaktion gegen seine Jagdgesellschaft geärgert hat, fährt ein Jäger absichtlich einen Tierschützer mit dem LKW nieder und begeht Fahrerflucht

02.04.2026, Wien

VGT zeigt Kreuzweg des Schweins vor Landwirtschaftsministerium: Vollspaltenboden bleibt

Anlässlich des Osterfestes weist der VGT darauf hin, dass wir Schweinen weiterhin das gesamte Leben ohne Ablaufdatum unerträgliche Qualen zumuten

01.04.2026, Bergland

VGT fordert Exportstopp schwangerer Rinder in Tierschutz-Hochrisikostaaten wie Algerien

Tierschützer:innen demonstrieren vor Rinder-Versteigerung gegen Tiertransporte

31.03.2026, Österreich

Rinder-Versteigerungen und Tiertransporte

VGT-Aufdeckung dokumentiert groben Umgang auf Verkaufsveranstaltungen und zeigt Zusammenhang mit Hochrisiko-Exporten in Drittländer

31.03.2026, Wien

Grober Umgang mit Rindern auf Versteigerungen

Ausgangspunkt tagelanger Tiertransporte - VGT veröffentlicht aktuelle Aufnahmen von Verkaufsveranstaltungen österreichischer Rinder und kündigt Protest an