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Menschliche Riesenmaus am Schwarzenbergplatz gegen Tierversuche

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (30.07.2022)

Wien, 30.07.2022

Über 100 Tierschützer:innen machen heute in Wien auf Anti-Tierversuchs-Initiative aufmerksam

Mehr als 100 weiß bekleidete Personen liegen am Schwarzenbergplatz auf dem Boden. Von oben ist dabei die Silhouette einer Maus zu erkennen. Symbolisch steht die weiße Maus für das Leid aller Tiere in Laboren. Mäuse sind die bei weitem am häufigsten in Tierversuchen gequälten Tiere. Laut Statistik starben allein im Jahr 2019 rund 5,5 Mio. Mäuse in EU-Laboren  (vgl. Summary Report on the statistics on the use of animals for scientific purposes in the Member States of the European Union and Norway in 2019). Beinahe alles darf unter dem Deckmantel der Forschung oder für vermeintlich notwendige Tests mit den kleinen Nagern angestellt werden. Zum Beispiel wird ihnen die Hautfalte am Rücken in einem Metallgestell extrem aufgespannt und ein großer Teil der Haut herausgeschnitten, um die Veränderungen an den Blutgefäßen durch verschiedenste Experimente beobachten zu können (Rückenhautkammer).1 Als Ersatz für diese grausame Methode können menschliche Blutgefäße im Labor gezüchtet und in Multi-Organ-Chip-Systeme integriert werden.2 Für das Testen von Botox Produktionseinheiten injiziert man den Mäusen das Gift in den Bauch, nur um zu sehen, ab welcher Dosis die Hälfte der Tiere stirbt (LD 50 Test) und obwohl dafür bereits eine tierfreie Ersatzmethode existiert.3 In diesen Tests leiden die Mäuse tagelang an Muskellähmungen und Atemnot und ersticken schließlich qualvoll. Über spezielle Onlineshops können Mäuse mit den unterschiedlichsten genetischen Veränderungen und prädestiniert für bestimmte Krankheiten in Massen bestellt werden wie Waren. Um die Verfügbarkeit zu gewährleisten, werden sie auf Vorrat gehalten. Diejenigen, die nie für Tierversuche eingesetzt werden, werden genauso getötet, scheinen aber in der Statistik nicht einmal auf. In der Tierversuchsindustrie scheint die Maus nicht mehr als Lebewesen, sondern als reines Werkzeug wahrgenommen zu werden. Doch immer deutlicher zeichnet sich ab, dass die Ergebnisse von Tierversuche zu großen Teilen nicht reproduzierbar,4, 5 und für den Menschen oft nicht relevant sind. Denn der Großteil der Medikamente, die in Tierversuchen erfolgreich waren, sind schlussendlich für Menschen wirkungslos oder sogar gefährlich.6 Für eine zukunftsfähige Forschung braucht es eindeutig ein Umdenken. Innovative Lösungen, die auf fortschrittlichere, tierfreie Methoden zurückgreifen, müssen etabliert und besser gefördert werden.

Meine Unterschrift gegen Tierversuche!

Hintergrund für die riesige Aktion des VGT ist die EU-Bürger:innen-Initiative Save Cruelty-Free Cosmetics. Die Initiative wurde ins Leben gerufen, weil das, von Tierschützer:innen schwer erkämpfte EU-Tierversuchsverbot für Kosmetika von anderen Verordnungen untergraben wird. Die Initiative fordert die die Umsetzung und Stärkung des Tierversuchsverbots für Kosmetika und ein Europa, frei von Tierversuchen. Es soll endlich ein Aktionsplan für die Etablierung von fortschrittlichen, tierfreien Methoden entwickelt werden. Doch die Zeit wird knapp! Die Erfolgsgrenze liegt bei einer Million, doch weil durch den Validierungsprozess noch Stimmen verloren gehen, werden bis Ende August weiter Unterschriften gesammelt. Gelingt die vollständige Million, muss die EU-Kommission sich mit dem Thema befassen.

Bitte unterzeichnen Sie jetzt und heute die EBI! Jede Stimme zählt.

Pressefotos (Copyright: Anton Lichtenberger)


Medienspiegel

Mein Bezirk: VGT protestiert gegen Tierversuche in Wien

Vienna Online: Gegen Tierversuche: Protest am Wiener Schwarzenbergplatz

Vorarlberg Online: Gegen Tierversuche: Protest am Wiener Schwarzenbergplatz

Zack Zack: Protest gegen Tierversuche am Wiener Schwarzenbergplatz


Quellen

  1. Laschke, M. W., Vollmar, B., & Menger, M. D. (2011). The dorsal skinfold chamber: window into the dynamic interaction of biomaterials with their surrounding host tissue. Eur Cell Mater, 22(147), e64.
  2. Poussin, C., Kramer, B., Lanz, H. L., Van den Heuvel, A., Laurent, A., Olivier, T., ... & Joore, J. (2020). 3D human microvessel-on-a-chip model for studying monocyte-to-endothelium adhesion under flow–application in systems toxicology. ALTEX-Alternatives to animal experimentation, 37(1), 47-63.
  3. Replace Animal Tests: the RAT list
  4. Freedman, L. P., Cockburn, I. M., & Simcoe, T. S. (2015). The economics of reproducibility in preclinical research. PLoS biology, 13(6), e1002165.
  5. Begley, C. G., & Ellis, L. M. (2012). Raise standards for preclinical cancer research. Nature, 483(7391), 531-533.
  6. Medikamenten-Durchfallquote gestiegen: 95 % – Das Versagen des Tierversuchs ist heute noch größer als vor 10 Jahren

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