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Salzburg, am 03.10.2022

Nach Medienberichten steht das Jagdgatter von Mayr-Melnhof in Salzburg vor Auflösung

Die VGT-Kampagne gegen dieses Gatter hat 2015 begonnen, heute noch sind die Gerichtsprozesse nicht abgeschlossen; das Gatterjagdverbot in Salzburg tritt 2027 in Kraft.

Das Jagdgatter von Gatterjägermeister Maximilian Mayr-Melnhof in der Antheringer Au in Salzburg ist besonders schlimm. Hunderte Wildschweine und Damhirsche werden dort jedes Jahr massakriert, der Wald ist in einem entsprechenden Zustand, die Augewässer wegen dem Schweinekot gekippt. Dem VGT gelang es bereits, die Abschüsse ausgesetzter Zuchtenten in diesem Jagdgatter – einem Vogelschutzgebiet! – zu beenden. Salzburg hat zwar ein Gatterjagdverbot beschlossen, das 2027 in Kraft tritt. Doch für Mayr-Melnhof waren Ausnahmeklauseln hinein reklamiert worden: so dürfte er jene Tiere im Gatter behalten, die landwirtschaftliche Schäden anrichten können. Für alle anderen Tiere hätte ab 2027 der Gatterzaun durchlässig sein müssen. Wie auch immer das in der Praxis ausgesehen hätte, laut Medienberichten verkauft Mayr-Melnhof sein Jagdgatter für € 37 Millionen jetzt an das Land Salzburg, das es zu einem Naturschutzgebiet machen will, wie in der angrenzenden Weitwörther Au.

Das Jagdgatter Mayr-Melnhof liegt in einem Natura 2000 Gebiet, also in einer von der EU besonders geschützten Landschaft. Insbesondere für den Kammmolch, der vom Aussterben bedroht ist, wurde diese Schutzzone erlassen. Doch gerade der Kammmolch fällt den hunderten Wildschweinen zum Opfer. Als Kniefall vor Mayr-Melnhof hat die Salzburger Landesregierung rechtswidriger Weise bis heute keine Verordnung zum Schutz des Natura 2000 Gebiets erlassen. Der VGT hat das bei der EU-Kommission angezeigt, das Verfahren ist anhängig. Vermutlich möchte man deshalb jetzt rasch das Jagdgatter kaufen, um es aufzulösen und die Verordnung doch noch zu beschließen.

VGT-Obmann DDr. Martin Balluch ist noch immer in Gerichtsverfahren gegen Mayr-Melnhof involviert: Es ist eine sehr erfreuliche Nachricht, zu hören, dass dieses grauenhafte Jagdgatter endlich aufgelassen werden soll. Die Lösung, das Gatter zu kaufen und zusammen mit der Weitwörther Au von der Salzburger Landesregierung zu betreuen, ist die Beste. Eine unfassbare Groteske würde damit zuende gehen. Ein Gatterjägermeister, der die Salzburger Politik am Gängelband geführt hat. Jetzt will er in die Immobilienbranche einsteigen, wie es heißt. Gut, weil da kann er nicht so viel Schaden anrichten, wie in der Natur und an den Tieren!

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