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Amphibienschutzprojekt Hanslteich

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (20.02.2024)

Wien, 20.02.2024

Eine Erfolgsgeschichte, die auf ein Happy End wartet

2017 begannen einzelne Tierschützer:innen des VGT, an der Neuwaldegger Straße in Wien-Hernals Erdkröten über die Straße zu tragen. Die Tiere haben in diesem Gebiet einige Laichgewässer, vor allem den Hanslteich, die sie im Frühjahr zur Paarung aufsuchen. Dabei müssen sie eine gefährliche Straße überqueren.

Da das Retten einzelner Tiere im Kübel nicht besonders effizient war und der Großteil der Tiere überfahren wurde, entschied der VGT, das Projekt auf größere Beine zu stellen. Mit Unterstützung durch die Stadt Wien – Umweltschutz wird seit 6 Jahren Ende Februar ein Schutzzaun aufgestellt. Dieser wird von Ehrenamtlichen des VGT über ca. 3 Monate betreut. Entlang des Zauns sind über 80 Kübel in den Boden eingelassen, in die die Amphibien auf ihrer Wanderung hineinplumpsen. Zweimal täglich, vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang, kommen Tierschützer:innen und dokumentieren die Tiere, die sich in den Kübeln befinden, nach Anzahl, Art und Geschlecht. Daraufhin werden sie sogleich auf der anderen Straßenseite in die Freiheit entlassen.

Das Projekt ist mehr als erfolgreich: 5.400 Tiere konnten so seit 2020 vor dem Überfahrenwerden gerettet werden! Weil diese Form der Amphibienrettung sehr zeitintensiv ist, wünscht der VGT sich an dieser Strecke ein fixes Tunnelleitsystem. Dann wäre das tägliche Ausleeren der Kübel obsolet. Außerdem könnten die Amphibien, die als Jungtiere den Teich verlassen, aber auch jene Tiere, die die Straße im Herbst auf dem Weg in ihre Winterquartiere kreuzen, beschützt werden. Auch Kleinsäuger wie Igel, Marder, Dachs und Fuchs könnten selbständig unter der Straße durchmarschieren. Ein solcher Tunnel existiert bereits am Schottenhof, aber er funktioniert nur in eine Richtung. Ein Ausbau dieser Anlage wäre daher dringend notwendig. Auch am Exelberg existiert ein 2x einen Kilometer langes Tunnelleitsystem. Leider wird die Anlage unzureichend betreut, sodass hier viele Tiere völlig unnötig überfahren werden.

Artensterben

Der Verlust ihres natürlichen Lebensraumes, Straßenbau und der Klimawandel machen nicht nur den heimischen Amphibien zu schaffen. In Österreich stehen alle Amphibienarten auf der Roten Liste der Gefährdeten Arten. Tödliche Pilzerkrankungen wie die Chytridiomykose und Bsal (Salamanderpest) setzen den Tieren schwer zu. In den Niederlanden sind Feuersalamander fast komplett ausgestorben, das Massensterben hat sich bereits auf Deutschland ausgebreitet. Werden nicht rasch effektive Schutzmaßnahmen ergriffen, drohen auch die heimischen Amphibienarten auszusterben. Ein drastischer Rückgang der Populationen macht sich auch im Wienerwald inzwischen deutlich bemerkbar. Umso wichtiger ist das Projekt Hanslteich, das dafür sorgt, dass die Population halbwegs stabil bleibt, bis nachhaltige bauliche Methoden einen Fortbestand der Arten ermöglichen.

Für die Amphibiensaison 2025 werden noch Freiwillige gesucht! Nähere Infos unter vgt.at/amphibienschutz.

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