Teilen:

Landesverwaltungsgericht Tirol urteilt über Frage, ob Veganismus eine Weltanschauung ist

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (19.11.2024)

Innsbruck, 19.11.2024

Die Europäische Menschenrechtskonvention Artikel 9 schützt Weltanschauungen vor Diskriminierung – veganer Tierschützer bekam in Polizeihaft inadäquate vegane Ernährung

Nach der Besetzung der ÖVP-Zentrale in Innsbruck im Sommer 2024, um auf den Schweine-Vollspaltenboden aufmerksam zu machen, wurde ein veganer Tierschützer festgenommen und 20 ½ Stunden von der Polizei festgehalten. Trotz mehrmaliger Mitteilung, dass er vegan ist, erhielt er in der gesamten Zeit nur 6 Scheiben trockenes Weißbrot und 100g Marmelade. Dazu brachte man ihm Kuhmilchbutter und einen Kuhmilchkaffee. Veganes habe man nicht, wurde ihm auf wiederholte Anfrage mitgeteilt. Dagegen erhob der Tierschützer eine Maßnahmenbeschwerde, die gestern Nachmittag am Landesverwaltungsgericht Tirol in Innsbruck verhandelt wurde. Bei der Beweisaufnahme wurde erhoben, ob der Tierschützer tatsächlich trotz Angabe seines Veganismus über so lange Zeit nur so spärlich versorgt worden ist. Jetzt liegt der Ball bei der Richterin, um über die Rechtsfrage zu entscheiden, ob der Veganismus eine Weltanschauung ist, die auch in Haft respektiert werden muss. Die Konsequenzen dieser Entscheidung könnten weitreichend sein: jede Großküche müsste dann eine vegane Option anbieten, beim Militär müssten auch Lederalternativen für Stiefel und Handschuhe bereit stehen und staatliche Kindergärten müssten vegane Mahlzeiten zur Verfügung stellen.

VGT-Obperson-Stellvertreter Georg Prinz war der Beschwerdeführer: Ich lebe seit 11 Jahren vegan und nehme diese Haltung sehr ernst. Ich prüfe sehr genau, was ich konsumiere, ob da nicht auch in kleinstem Rahmen Tierprodukte enthalten sind. Ich würde lieber hungern, als ein Tierprodukt zu mir zu nehmen, weil ich nicht möchte, dass wegen mir Tiere leiden und sterben. Müsste ich ein Tierprodukt essen, würde ich physisch und psychisch sehr leiden. Der Veganismus ist ganz eindeutig eine Weltanschauung für mich, wie sie von der Europäischen Menschenrechtskonvention Artikel 9 und 14 geschützt ist. Wenn ich in Polizeihaft nur trockenes Brot und Marmelade erhalte, und man mir Kuhmilchbutter und Kuhmilchkaffee vorsetzt, dann fühle ich mich diskriminiert. Da der Staat religiöse Ernährungsvorschriften respektiert, hat er auch weltanschauliche Ernährungsvorschriften zu respektieren.

21.10.2026, Wien/OÖ

Aktuelle UNESCO-Stellungnahme: ob OÖ-Singvogelfang Kulturerbe bleibt, ist offen

Festgestellt wird, „dass es sich um eine gesellschaftlich umstrittene Praxis handelt – insbesondere hinsichtlich der Einschätzung von Ausmaß und Zumutbarkeit des den Vögeln zugefügten Leids“

20.10.2026, Wien

Veganes Martini-Gansl Festessen im Restaurant „Tisch“

Wir durften das 6-Gänge-Vegansl-Menü im Restaurant „Tisch“ im 8. Bezirk in Wien für euch verkosten.

19.10.2026, Wien

Vegansl (Veganes Gansl) 2026

Rund um Martini wird wieder in zahlreichen Lokalen das traditionelle Martini-Gansl angeboten. Doch auch Veganer:innen kommen auf ihre Kosten!

16.10.2026, Wien

Einladung: VGT-Anti-Pelz-Demomarsch in Wien

Samstag, 17. Oktober, 13 Uhr, Christian-Broda Platz

15.10.2026, Ried im Oberinntal

KUNST & TIERBEFREIUNG - Ein Jubiläum

Vergangenen Freitag wurde die große Ausstellung "30 Jahre Radikalkunst, 50 Jahre Chris Moser" in Schloss Sigmundsried eröffnet

14.10.2026, Wien

VGT: Bundesregierung gesetzlich verpflichtet, 2027 Schweinehaltung neu zu regeln

Anlässlich der heutigen Nationalratssitzung erinnerte der VGT vor dem Parlament die Regierung daran, die offene Frage der Schweinehaltung auf Vollspaltenboden endlich zu lösen

13.10.2026, Wien/EU

85 % der Österreicher:innen fordern rasches Ende der Käfighaltung

Ein Großteil der Österreicher:innen will bis 2035 ein EU-weites Ende der Käfighaltung von Legehennen. Die Industrie pocht auf eine Übergangsfrist bis 2045.

09.10.2026, Wien

Urteil im SPAR-SLAPP gegen den VGT beweist: Vollspaltenboden ist Tierquälerei

Zusätzlich hat die Richterin mit Bezug zum OGH zahlreiche Klagspunkte von SPAR zurückgewiesen und dadurch die Klage als SLAPP entlarvt