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Abknallen von Zuchtfasanen aus Massentierhaltung: VGT antwortet Liechtenstein-Jagd

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (27.11.2024)

Altlichtenwarth, Mistelbach, 27.11.2024

100 kg Blei pro Treibjagd, überall Fasangehege, die die Landschaft zerschneiden, abgeschossene weibliche Tiere, die gerade ausgesetzt wurden – tier- und naturfeindlicher Freizeitspaß

Der VGT berichtete von einer Treibjagd der Liechtenstein‘schen Jagdgesellschaft bei der großen Vollspaltenboden-Schweinefabrik Hamet nahe Altlichtenwarth auf hunderte bis tausende ausgesetzte Zuchtfasane aus Massentierhaltung, die vergangenen Freitag stattgefunden hat. Darauf antwortete der Betriebsleiter Hans-Jörg Damm mit Behauptungen, die nach Ansicht des VGT vollkommen die Wahrheit verzerren (vgl. NÖN):

Blei. Pro Schrotschuss Kaliber 12/70 werden 36 g Blei in 200 Kügelchen in die Landschaft geschossen. Da pro getötetem Fasan mit 3 Schüssen zu rechnen ist, bedeutet das 10 kg Blei für 100 tote Fasane und 100 kg (!) Blei für 1.000 tote Fasane pro Jagdtag! Die Jagdgesellschaft selbst spricht von 6 Jagdtagen pro Saison. Das macht bis zu 600 kg Blei, die allein diese illustre Runde pro Saison in der Landschaft verteilt! Bereits 1 Schrotkügelchen kann einen kleinen Vogel töten, wenn er es aufnimmt. Greifvögel und Aasfresser, die in dem Revier aufgrund der leicht erbeutbaren, zahmen Fasane in großer Zahl vorkommen, sind ebenfalls betroffen, da sie mit Geschoßresten kontaminierte Tiere oder Kadaver essen, die von den Jäger:innen zurückgelassen wurden. Einmal im Körper aufgenommen, gelangt das Blei schnell in den Blutkreislauf der Tiere und verursacht schwere Schäden. Krämpfe, Lähmungen, Flugunfähigkeit sowie Nervenschäden und Organversagen führen häufig zu einem qualvollen Tod. Wildfleisch, das mit Bleimunition erlegt wurde, kann auch für Menschen stark belastet sein. Die winzigen Bleipartikel dringen tief ins Fleisch ein und können kaum entfernt werden. Beim Verzehr führen sie zu erheblichen gesundheitlichen Schäden. Bereits geringe Mengen Blei reichen aus, um das Nervensystem zu schädigen und irreversible kognitive Defizite zu verursachen.

Fasangehege. Die Liechtenstein‘sche Abschießbelustigung setzt hunderte oder tausende Fasane voraus, die in Gruppen zu den Schütz:innen gescheucht werden. Das geht nur, wenn man sie vorher aus einer der Massentierhaltungen in Tschechien per Tiertransport in winzigen Kisten importiert. Das bestreitet der Betriebsleiter gar nicht. Er behauptet nur frech, dass das der Natur diene und dass es eh nicht so viele seien. Dann sollte sich der Betriebsleiter sein Revier ansehen. Dort gibt es zahllose Fasangehege, überall stehen Futterstellen und Wassertränken herum. Mit Natur hat das nichts mehr zu tun. Das ganze Revier ist eine einzige Zuchtstation für abschussreife Fasane. Pro Trieb ballerten die Jäger:innen tatsächlich derartig wild, dass es sich wie Maschinengewehrfeuer anhörte. Videos beweisen das. Niemals könnten natürliche Bestände irgendwelcher Tiere zu derart vielen Zielscheiben führen. Es gibt wohl keinen offensichtlicheren Widerspruch, als einerseits Fasane zur Bestandsstütze auszusetzen, und sie dann gleich wieder abzuknallen. Wen will die Jäger:innenschaft da mit einer so durchschaubaren Lüge täuschen?

Tote weibliche Fasane. Der Betriebsleiter behauptet, man schieße nur „überzählige männliche Fasane“ ab, die man seltsamer Weise vorher ausgesetzt hat. Man fragt sich, wie diese Fasane dann überzählig sein können. Ein kleiner Tipp: einfach weniger männliche Tiere aussetzen, dann bleibt die Mühe des Abschusses erspart. Doch auch hier lügt der Betriebsleiter. Der VGT hat tote weibliche Fasane unter den abgeschossenen Tieren gesehen. Wozu wurden die ausgesetzt, wenn sie noch gar keine Zeit hatten, Eier zu legen und Kücken aufzuziehen? Zur Bestandsstütze kann das nicht gewesen sein!

VGT-Obperson DDr. Martin Balluch erbost: Es ist unfassbar, für wie dumm die Jäger:innenschaft uns verkaufen will. Da setzen sie hunderte oder tausende Fasane aus und zerstören die gesamte Landschaft durch zahlreiche Fasangehege und überall aufgebaute Futter- und Wasserstellen. Ohne Zweifel werden auch alle kleinen Beutegreifer als Konkurrenten massiv verfolgt und ausgerottet. Dieses Jagdrevier hat mit Natur gar nichts zu tun. Es handelt sich um eine rein künstliche Landschaft, die ausschließlich dazu dient, möglichst viele bunte Vögel als Schießbudenfiguren für perverse Abschießbelustigungen zu erhalten. Das ist nur ein „Ballern im Bordell“, das unfassbar großes Tierleid verursacht und die Natur völlig zerstört. Kein normaler Mensch in Österreich, der über diese Vorgänge objektiv informiert wird, würde nicht sofort für ein Verbot stimmen!

Pressefotos (Coypright: VGT.at)

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