Teilen:

Hintergrundwissen Menschenaffen

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (25.01.2017)

25.01.2017

Zahlen und Fakten

Die Menschenaffen gehören in der biologischen Systematik zur Ordnung der Primaten und bilden eine Überfamilie, nämlich die der Menschenartigen oder Hominoidea. Die Menschenaffen oder Menschenartigen werden in 2 Familien getrennt, in die Familie der Kleinen Menschenaffen oder Gibbons und in die Familie der Großen Menschenaffen oder Hominidae. Die Großen Menschenaffen wiederum trennen sich in Orang Utans und in die Unterfamilie der Großen Afrikanischen Menschenaffen oder Homininae. Zu letzteren gehören die Gorillas, die Menschen, die Schimpansen und die Bonobos. Aufgeschlossenere ForscherInnen fordern auf Basis genetischer Ähnlichkeit Menschen, Schimpansen und Bonobos in eine Gattung – Homo – zusammenzufassen.

Schimpanse, Bonobo und Mensch teilen 99,4% der Gene und eine lange Reihe von kognitiven und emotionalen Fähigkeiten. Menschenaffen haben vieles gemeinsam, das man lange Zeit für spezifisch menschlich gehalten hatte, wie Kultur, medizinische Nutzung von Pflanzen, Bau und Verwendung von Werkzeugen, Selbsterkennung im Spiegel, Theory of Mind (d.h. Verstehen des Bewusstseinszustandes anderer im Unterschied zum eigenen), Fähigkeit für eine symbolische Sprache usw. Aus diesen Gründen spielen Menschenaffen eine gesonderte Rolle in der Tierrechtsbewegung.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Seit 1. Jänner 2001 ist es verboten, Menschenaffen in Zirkussen zu halten.

Seit 1. Jänner 2006 sind grundsätzliche alle Tierversuche an Menschenaffen (inklusive Gibbons) in Österreich verboten, die nicht im Interesse der betroffenen Tiere selbst sind. Das bedeutet, dass keinem Menschenaffen auch nur ein Haar gekrümmt werden darf, selbst wenn ein Menschenleben auf dem Spiel steht. Das ist eine bemerkenswerte Entwicklung weg vom Tierschutz in Richtung Tierrechte.

Tierrechte

Für die Großen Menschenaffen wurde schon in den frühen 1990er Jahren das Great Ape Project GAP von Peter Singer und Paola Cavalieri ins Leben gerufen, das Grundrechte auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit für diese Wesen fordert. In Neuseeland und Spanien wurde bereits im Parlament ernsthaft über die Umsetzung einer Grundrechtsdeklaration für Große Menschenaffen diskutiert, aber über den speziellen Schutz für diese Wesen als Personen und RechtsträgerInnen hat sich weltweit noch kein Land durchringen können.

Im Februar 2007 startete der VGT den Versuch, gerichtlich Personenrechte für Menschenaffen durchzusetzen. Der Schimpanse Matthias „Hiasl“ war 1982 im Alter von 10 Monaten von der Tierversuchsfirma Immuno illegal aus der Freiheit im Dschungel von Sierra Leone in Westafrika entführt und nach Österreich gebracht worden. Vom Zoll beschlagnahmt wuchs er in einer Menschenfamilie in Wien auf und kam dann in ein Gehege im Tierschutzhaus. Da aber der Wiener Tierschutzverein bankrott ging, war plötzlich Hiasls Zukunft ungewiss. Der VGT stellte deshalb beim Bezirksgericht Mödling den Antrag, für Hiasl eine Sachwalterin zu bestellen. Hiasl kann nicht für sich selber sorgen, weil er als Kind entführt und in ein ihm fremdes Umfeld gebracht worden war und eingesperrt aufwachsen musste. Und er ist jetzt mit der Abschiebung ins Ausland bedroht, wo ihn keine Gesetze vor einem Schicksal als Zirkus- oder Versuchsschimpanse bewahren. Beides prädestiniert ihn für eine Besachwalterung. Doch nur Personen können besachwaltert werden. Deshalb unterstützten 4 namhafte ExpertInnen den Antrag des VGT, darunter 2 BiologInnen und 2 ProfessorInnen an der juridischen Fakultät der Uni Wien. Es wurde argumentiert, dass Hiasl zur Gattung Homo gehöre und daher ein Mensch sei. Alle Menschen sind laut Gesetz Personen und als Person würde Hiasl niemandes Eigentum mehr sein. Er könnte Spenden sammeln und seine Zukunft sichern. Er könnte auch juristische Schritte einleiten, um seine Abschiebung zu verhindern. Und er könnte sogar die Verantwortlichen für seine Misere – die Firma Baxter und die Republik Österreich – auf Schadenersatz klagen. Als Person wäre Hiasl zwar als Rechtsträger anerkannt, d.h. seine Interessen wären vor Gericht durch eine Sachwalterin vertreten, aber er hätte deshalb noch keine Grundrechte auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit, wie das das Große Menschenaffen Projekt GAP fordert. Dafür wäre eine politische Entscheidung im Parlament notwendig.

09.04.2026, Salzburg

Stadt Salzburg verschweigt: Fütterungsverbot in Augsburg hat Ausnahmen für Fütterungsplätze

Der Amtsbericht „Stadttaubenkonzept“ der Stadt Salzburg offenbart, dass wichtige Informationen vor der Öffentlichkeit zurückgehalten werden und die artgerechte Fütterung der Stadttauben bis zum Einzug in die Taubenschläge an kontrollierten Fütterungsplätzen so verhindert wird.

09.04.2026, Gmünd

Gmünder Lachsfabrik steht still

Der Bau der Lachszuchtanlage hat noch nicht begonnen. Proteste gegen andere Lachsfabriken gibt es in mehreren europäischen Ländern

Das Bild zeigt einen (ehemaligen) Mitarbeiter der Schweinefabrik

09.04.2026, Wien/Großkadolz

Oberlandesgericht Wien: Schweinefabriksbesitzer Hardegg darf VGT nicht beleidigen

Einstweilige Verfügung: die Bezeichnung als „terroristische Vereinigung“ sei eine unwahre und rufschädigende Tatsachenbehauptung, die Hardegg unterlassen müsse

08.04.2026, Baden

Pflanzenmilchfest am 30. Mai 2026

Entdecke die bunte Welt der Pflanzenmilch - mit Workshops, Kinderprogramm, Verkostungen und spannenden Infos rund um nachhaltige Ernährung. Eintritt frei für Groß und Klein!

08.04.2026, Wien

SLAPP-Prozess: VGT eröffnet Petition an SPAR, aus Vollspaltenfleisch auszusteigen

SPAR hat den VGT im Juli 2022 (!) wegen dessen Kritik am Verkauf von Schweinefleisch aus Haltung auf Vollspaltenboden geklagt; der Prozess läuft noch immer

07.04.2026, Wien

Osterregen brachte Krötensegen in Hernals

Auch der seltene Alpenkammmolch ist am Amphibienschutzzaun Hanslteich wieder aufgetaucht

03.04.2026, Wien

Parfums ohne Tierleid: Vegane und tierversuchsfreie Düfte

Bei Düften und Parfums ist oft nicht auf den ersten Blick klar erkennbar, ob diese vegan und tierversuchsfrei sind. Häufig werden dabei tierliche Inhaltsstoffe traditionell bereits seit Jahrhunderten eingesetzt und sind Nebenprodukte von anderen Formen der Tierausbeutung, wie zum Beispiel der Jagd, der Pelzproduktion oder der Imkerei. Wir geben einen Überblick.

03.04.2026, Salzburg

VGT fordert Fütterungsplätze für Salzburgs Tauben

Während die Tauben in der Stadt Salzburg langsam und qualvoll verhungern, möchte der Magistrat den Strafrahmen des Taubenfütterns auf 1000 Euro anheben