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SAUGUT beschuldigt VGT der falschen Darstellung

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (31.05.2017)

Steiermark, 31.05.2017

VGT zeigt Betrieb Pail wegen Tierquälerei an - weitere Anzeigen folgen

Offene Stalltüren wolle man zeigen, die Realität ist aber eine andere. Die Kritik an den Pseudo-Vorzeigebauern reißt nicht ab! Auch deshalb, weil durch unwahre Behauptungen die Fakten verdreht werden sollen.

Wurde das Tierschutzgesetz übertreten, ja oder nein. Das war eine der Fragen bei der am 19. Mai durchgeführten Pressekonferenz des VGT in Graz. Nach ausgiebiger juristischer Prüfung hat der VGT jetzt Anzeige gegen den AMA-SAUGUT-Betrieb Pail wegen Tierquälerei erstattet. Entgegen seiner Aussage bei der Pressekonferenz war er sehr wohl anwesend, als das schwer kranke Schwein von Frau Pail entdeckt wurde. Die "Behandlung" durch Herrn Pail hat jedoch nur aus einem Besprühen der Wunde bestanden, dann wurde das Schwein mindestens von 11:00 bis 22:00 seinem Schicksal überlassen. Das Schwein mit einem sehr schmerzhaften Mastdarmvorfall wurde immer wieder noch dazu von anderen Schweinen angeknabbert, so dass diese am Kopf vollkommen blutig waren. "Ich sehe darin eine schwere Vernachlässigung der Pflicht der Bauern, sich um verletzte Tiere zu kümmern", sagt VGT-Campaigner David Richter. Das Video beweist auch, dass das Schwein nicht - wie von Herrn Pail angegeben wurde - separiert wurde. Die Entscheidung, ob hier tatsächlich ein strafbares Verhalten vorliegt oder nicht, obliegt den Behörden.

Zum Video-Beweis
Zum Foto-Beweis

Auf diversen bäuerlichen Webseiten wird davon gesprochen, dass Videomaterial manipuliert wurde, um Stimmung gegen Tierschutzvereine zu machen. David Richter, VGT-Campaigner dazu: "Es wurden weder Fotos retuschiert noch Abläufe manipuliert. Meine Erfahrung ist, dass Bauern immer wieder erstaunt sind, wenn sie aus ihrer Tierleid-Normalität herausgerissen werden, dann erst fallen Missstände auf und werden als solche erkannt." Das Beweismaterial wird den Behörden übergeben.

Videohinweis: 1. Betrieb Pail, Wagendorf, Stmk. / 2. Grabersdorf, SO-Stmk. / 3. St. Nikolai, Leibnitz, Stmk.

Gesetzeskonform ist nicht tierqualfrei
In einem neuen Video werden die Zustände in drei SAUGUT-Betrieben dargestellt. Unter anderem in einem Betrieb in Grabersdorf bei Gnas. Die dortigen Betriebsleiter haben extra einen "Show-Stall" errichtet, der beim Tag der offenen Stalltüre auch hergezeigt wurde. Inklusive Ferkeln, die erst kurz davor eingestallt wurden, d. h. noch klein und süß waren, und viel Platz hatten. Geschlossen blieben die Türen, die ein anderes Bild zeigten: Kotverschmierte Schweine, die kaum Platz haben, sich umzudrehen oder sich hinzulegen. Geschweige denn problemlos herumzugehen, z. B. um die Tränke zu erreichen. Umherlaufen völlig ausgeschlossen. Beschäftigungsmaterial ist de facto nicht vorhanden, nur ein Stück Holz an einer Kette. Völlig lächerlich für die 15 Schweine in einer Gruppe! Der VGT wird auch die Zustände in diesem Betrieb anzeigen. Die Worte des Gesetzes sind dehnbar, je nach Auslegung wurde das Gesetz dort gebrochen oder nicht. Fakt ist und bleibt: Schweine so zu halten ist Tierquälerei und der Gesetzestext muss so verändert werden, dass diese Tierquälerei auch klar und (selbst-)verständlich verboten ist.

David Richter abschließend: "Trotz aller Vorwürfe und Anzeigen gegen die genannten Betriebe und der abstrusen Vorwürfe gegen den VGT bin ich und sind wir als VGT bereit zur sachlichen Diskussion. Aus unserer Sicht handelt es sich um eine Kulturschande, derer wir uns alle bewusst werden sollten und wir müssen gemeinsam daran arbeiten, diese Zustände zu beenden, anstatt zu normalisieren und schönzufärben.

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