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Tierversuche: Staatspreis für Alternativenforscher:innen Prof. Wilfingseder und Prof. Ertl

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (13.04.2022)

Wien, 13.04.2022

Prof. Dr. Doris Wilfingseder, Med Uni Innsbruck, hat 3 dimensionale Organoide aus Menschenzellen und Prof. Dr. Peter Ertl, TU Wien, menschliche Organe auf einem Chip entwickelt

Von ethisch-tierschützerischer Seite haben sich Tierversuche bisher kaum einschränken lassen, ja vonseiten des Wissenschaftsministeriums ist man sogar der Ansicht, dass das verfassungswidrig wäre, weil es der Freiheit der Wissenschaft widerspräche. Umso wichtiger ist daher die Entwicklung von Alternativen zum Tierversuch, und da gibt es gerade in Österreich einige sehr innovative Köpfe in der Wissenschaft. Heute wurde der heurige Staatspreis zur Entwicklung von Ersatzmethoden zum Tierversuch von Wissenschaftsminister Polaschek an zwei herausragende Wissenschafter:innen vergeben, die international beachtete Alternativen zur Verwendung von Tieren präsentiert haben.

Univ.-Prof. Dr. Doris Wilfingseder von der Med Uni Innsbruck hat aus ethischen Gründen bereits ihre gesamte wissenschaftliche Karriere der Forschung an und mit Alternativen zum Tierversuch gewidmet. Für den VGT hielt sie im Jahr 2021 einen Vortrag über ihre Ergebnisse zur Infektion der menschlichen Lunge mit dem Coronavirus, die sie durch Experimente an einer menschlichen Mini-Lunge, einem dreidimensionalen Organoid, erhalten hat.

Univ.-Prof. Dr. Peter Ertl war ebenfalls bereits vom VGT für einen Vortrag gewonnen worden, der allerdings an den Maßnahmen gegen die Coronapandemie gescheitert ist. Er hat an der Technischen Universität Wien Chips entwickelt, auf denen man mittels sehr kleiner, korrespondierender Röhren zwischen dreidimensionalen Zellstrukturen ein menschliches Organ simulieren kann.

Sowohl mit dem Organoid als auch mit dem Organ-on-a-chip können Versuche für die Wirksamkeit von Medikamenten und für die Toxizität von Stoffen direkt am Menschen getestet werden, ohne dass Tierversuche notwendig wären. Im Gegenteil, der Tierversuch hat sich als deutlich weniger aussagekräftig erwiesen. Durch die Verleihung des Staatspreises an diese beiden Forscher:innen, werden diese neuen, für den Tierschutz so wichtigen Entwicklungen nicht nur offiziell gewürdigt, sondern auch breit bekannt gemacht. In naher Zukunft gibt es keine Ausrede mehr, wenn jemand die Genehmigung für Tierversuche beantragt, ohne geprüft zu haben, ob diese Alternativen nicht auch anwendbar wären.

Beim Buffet nach der Preisverleihung war ein Teil extra als vegan ausgewiesen.

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