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Studie: Brustbeinbrüche durch Überzüchtung bei Legehennen

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (15.04.2022)

Wien, 15.04.2022

Legehennen sind auf extreme Hochleistung gezüchtet. Sie legen über 300 Eier pro Jahr. Der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN kritisiert das schon lange. Eine aktuelle Studie macht die schlimmen Konsequenzen für die Tiere deutlich.

Ein ursprüngliches Huhn (Bankivahuhn) legt ca. 12 Eier im Jahr. Im Vergleich dazu scheint die Zahl von mehr als 300 Eiern pro Jahr, die eine heutige Hochleistungshenne legt, geradezu absurd hoch. Fast jeden Tag legt sie ein Ei, doch das hat seinen Preis. Abhängig von Rasse und Haltungssystem erleiden bis zu 100 % der Hennen einer Gruppe während ihrer Lebensdauer eine oder mehrere Frakturen des Brustbeins.1 Die Brüche sind mit starken Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit verbunden.2 Grund dafür: Durch die hohe Legeleistung wird die Knochenstärke vermindert, was die Anfälligkeit für Knochenschäden- und brüche steigert. Während der reproduktiven Phase der Henne, also solange sie Eier legt, werden Knochenzellen abgebaut, um Kalzium für die Eischale zur Verfügung zu haben. Normalerweise würde der Knochen nachgebildet, sobald die Legeperiode vorbei ist. Bei den heutigen Hochleistungsrassen ist diese Legeperiode aber übermäßig lang und sie legen um ein Vielfaches mehr Eier als ursprünglich. So wird das Skelett zunehmend schwächer.3 Als Resultat passieren Knochenbrüche durch Abstürze und Zusammenstöße mit der Stalleinrichtung sehr leicht. In der Bodenhaltung könnte die Verletzungsgefahr durch die Enge im Stall und die mangelnde Bewegungsfreiheit daher besonders hoch sein.

VGT Campaignerin Denise Kubala, MSc dazu: Die extreme Überzüchtung und Qualzucht in der Landwirtschaft führen dazu, dass die Tiere am absoluten biologischen Limit produzieren. Wie es ihnen dabei geht scheint unwichtig zu sein, Hauptsache, sie überleben es für die kurze Zeitspanne in der sie das gewinnbringend durchhalten. Die Legehennen sind hier bei Weitem nicht das einzige schockierende Beispiel. Masthühner setzen so schnell Muskelmasse an, dass sie mit nur 5 Wochen das gewünschte Gewicht erreicht haben. Viele leiden an Krankheiten oder Deformationen und oft sind sie gegen Ende ihres kurzen Lebens nicht einmal mehr in der Lage aufzustehen weil Organe und Stützapparat derart unterentwickelt bleiben. Auch bei Milchkühen, Mastrindern und Schweinen gibt es ähnliche Absurditäten. Eine Rückkehr zu urtümlicheren Rassen oder auch Zweinutzungsrassen könnte den Tieren viel Leid ersparen.

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Quellen

  1. Rufener C, Makagon MM. (2020) Keel bone fractures in laying hens: A systematic review of prevalence across age, housing systems, and strains. J. An. Sci. 98 (Supplement_1): S36-S51.
    sowie Baur, Sarah et al. (2020) Radiographic Evaluation of Keel Bone Damage in Laying Hens—Morphologic and Temporal Observations in a Longitudinal Study. Frontiers in Veterinary Science 7
  2. Nasr MAF, Nicol CJ, Murrell JC (2012) Do Laying Hens with Keel Bone Fractures Experience Pain? PLoS ONE 7(8): e42420.
  3. Whitehead, C.C. (2004) Overview of bone biology in the egg-laying hen. Poult. Sci., 83, 193–199.

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