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Rinder in Österreich im Jänner 2023

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (30.01.2023)

Wien, 30.01.2023

Mehr als 1,8 Millionen Rinder werden zu Jahresbeginn 2023 in Österreich in Ställen gehalten. Wegen ihres Fleischs, wegen der Milch sowie für Vermehrungs- und Zuchtzwecke

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen der Statistik Austria zum Thema Rinderbestand in Österreich ist aus Sicht des VGT erschreckend. 1.842.174 Rinder wurden mit Stichtag 1. Juni 2022 in landwirtschaftlichen Betrieben in Österreich gehalten.1 Hinter den nüchternen Zahlen verbirgt sich viel Tierleid: Unzureichende Bewegungsmöglichkeiten für Rinder in engen Ställen bzw. Stallbuchten, tierquälerischer Vollspaltenboden, keine trockenen und ausreichend großen Liegeflächen oder Anbindehaltung.

Fleisch und Milch

Die Rinder werden ausschließlich zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse gehalten. Viele Menschen wollen das Fleisch der Kälber, Stiere, Ochsen und Kühe bzw. aus Fleisch hergestellte Nahrungsmittel essen. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Rind- und Kalbfleisch lag im Jahr 2021 bei 10,4 kg.2 Viele Menschen wollen die Milch von Kühen trinken bzw. aus Milch hergestellte Nahrungsmittel zu sich nehmen. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von Konsummilch lag im Jahr 2021 bei 70,1 kg. 3 Kühe und Stiere werden außerdem gehalten, um Kälber zu zeugen und zu gebären.

Der Begriff „Nutztier“

Ob Fleisch, Milch oder lebende Geburtsmaschine, es geht nur darum, welchen Nutzen die Rinder für den Menschen haben. Daher leitet sich auch die Bezeichnung „Nutztier“ ab, ein aus Sicht des Tierschutzes schrecklicher und stark manipulativer Begriff, denn er sagt nicht, dass es sich bei Nutztieren – nicht nur Rinder, sondern auch Schweine, Hühner, Schafe, Ziegen, Gänse, Fische, etc. - um fühlende, empfindsame, leidensfähige, intelligente und soziale Lebewesen handelt. Lange und oft genug gehört, gelesen und wahrgenommen, hat sich der Begriff „Nutztier“ bereits in den Köpfen vieler Menschen eingenistet. Sie glauben, Rinder (und andere Tierarten wie Schweine, Hühner, Schafe, Fische, etc.) sind nur dazu da, um genutzt und benutzt zu werden. Das ist aus Sicht des Tierschutzes falsch.

Rinder sind Tiere mit Herz

In der Statistik ist Rind nicht bloß Rind. Rinder sind Kalb, Kalbin, Kuh, Stier oder Ochse. Rinder sind weibliches und männliches Jungvieh unter einem Jahr. Rinder sind Jungvieh von ein bis unter zwei Jahre. Rinder sind Tiere mit 2 Jahren und älter. Das sind einige Kategorien, nach denen der Rinderbestand in der Statistik aufgelistet wird. Andere sind Nutzkalbinnen, Zuchtkalbinnen, Milchkühe oder Zuchtkühe. Nirgendwo steht: Rinder sind Tiere mit Herz. Rinder sind Tiere mit Verstand. Tiere mit Gefühl. Tiere mit Bedürfnissen.

Schlachtkälber sind Tierkinder

Eine eigene Kategorie sind Schlachtkälber. Von denen wurden am 1. Juni 2022 laut Statistik 38.848 gehalten. In anderen Worten handelt es sich dabei um zirka 40.000 Tierkinder im Alter von einigen Monaten, die gezüchtet wurden, um geschlachtet zu werden. Ihre Leben sind kurz und voller Leiden. Der VGT setzt sich seit Jahren für den Schutz von Kälbern ein.

Schlachtkalbinnen sind die Jugendlichen unter den weiblichen Rindern

Neben Schlachtkälbern werden in der Statistik auch Schlachtkalbinnen aufgeführt. Eine Kalbin ist ein weibliches Jungtier, das noch kein Kalb zur Welt gebracht hat. 64.406 Schlachtkalbinnen im Alter zwischen einem und zwei Jahren wurden am 1. Juni 2022 gehalten. Bei Schlachtkalbinnen älter als zwei Jahre waren es 13.155 Tiere. Die Schicksale dieser insgesamt knapp 80.000 österreichischen Schlachtkalbinnen ähneln denen der Kälber. Der Hauptunterschied ist, dass sie länger in Mastbetrieben gehalten und gemästet werden. Ihr Leidensweg hat länger gedauert.

Das traurige Leben der Milchkühe

549.123 Milchkühe sind in der Statistik angeführt. Das sind 549.123 Kühe, die älter als zwei Jahre sind. Jede einzelne dieser Kühe wird einige Jahre lang jedes Jahr zwangsweise befruchtet, um schwanger zu werden. Nur so produzieren diese bemitleidenswerten weiblichen Tiere Milch. Und nur darum geht es. Im Grunde genommen werden Milchkühe als lebende Gebärmaschinen missbraucht. Die Kälber, ihre Kinder, werden ihnen weggenommen, die Milch wird ihnen weggenommen, oft müssen sie unter tierschutzwidrigen Bedingungen leben. Nach einigen Jahren sind sie körperlich ausgezehrt und am Ende. Die Milchwirtschaft ist aus Sicht des Tierschutzes eine oft brutale und ausbeuterische Nutzungsform von Kühen. Die männlichen Kälber sind für die Milchindustrie wertlos - sie werden auf Transporte bis weit über die EU-Grenzen geschickt, wo sie unter qualvollen Bedingungen getötet werden. Der VGT setzt sich seit Jahren für den Schutz von Milchkühen und -kälbern ein. Mehr Infos unter vgt.at/milchfakten, Petition unter vgt.at/transportestoppen

Jungrinder in Mastbetrieben

259.099 Jungrinder männlich und 294.265 Jungrinder weiblich im Alter bis zu einem Jahr scheinen in der Statistik ebenfalls auf. Dann gibt es noch 159.980 Stiere und Ochsen im Alter zwischen 1 und 2 Jahren. Zusammengezählt sind das 713.344 Tiere. Viele von ihnen leben einige Monate in Rindermastbetrieben, dann werden sie getötet. Bevorzugte Haltungsform in solchen Betrieben sind Vollspaltenbuchten, die aus Sicht des VGT tierquälerisch sind. Die Tiere haben dort keine ausreichende Bewegungsmöglichkeit, keine notwendigen Liegeflächen und sie können ihr Sozialverhalten nicht ausleben. Der VGT setzt sich seit Jahren für den Schutz von Jungrindern in der Rindermast ein.

Weniger Rinder und Rinderbetriebe als 2021

Die aus Sicht des VGT positiven Informationen der Statistik sind, dass die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe, in denen Rinder gehalten werden, gegenüber dem Vorjahr abgenommen hat. 53.561 Betriebe waren es im Juni 2022 gegenüber 54.376 Betrieben im Juni 2021. Das sind um 815 Betriebe weniger. Auch die Anzahl der gehaltenen Rinder ist um 4.245 Tiere gesunken.

Positiv ist außerdem, dass der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von Rind- und Kalbfleisch verglichen mit dem Jahr 2020 um 0,5 kg abgenommen hat. Bei Milch reduzierte sich der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch um 3,9 kg.

Die vegane Ernährungs- und Lebensweise ist die effiziente, einfache und sofort umsetzbare Methode, um das Tierleid bei der Haltung von Rindern nicht möglich zu machen oder zu unterstützen. Tipps und weiterführende Links auf vgt.at


(1) Statistik Austria: Rinderbestand 1. Juni 2022

(2) AMA-Marketing: Pro-Kopf-Verbrauch von Rind- und Kalbfleisch (https://amainfo.at/fileadmin/user_upload/Fotos_Dateien/amainfo/Presse/Marktinformationen/Produktion/Pro_Kopf_Verbrauch_Fleisch.pdf)

(3) AMA-Marketing: Pro-Kopf-Verbrauch von Milch und Milchprodukten (https://amainfo.at/fileadmin/user_upload/Fotos_Dateien/amainfo/Presse/Marktinformationen/Produktion/Pro_Kopf_Verbrauch_Milch_und_Milchprodukte.pdf)

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