

Heute im Parlament: Grüne beantragen echtes Vollspaltenbodenverbot!
Zusätzlich soll es eine Haltungs- und Herkunftskennzeichnung geben! – VGT-Kundgebung vor dem Parlament appelliert an die Parteien, endlich an die Schweine zu denken!
Wie lange warten wir schon auf eine Lösung des Problems des Schweine-Vollspaltenbodens! Dabei geht es nicht nur um die langen Übergangsfristen, die der Verfassungsgerichtshof beanstandet hat, sondern auch um den neuen Mindeststandard. ÖVP, FPÖ und die Schweineindustrie wollen nämlich in Wahrheit beim Vollspaltenboden ohne Stroheinstreu bleiben, er soll bloß strukturiert
sein. Die Grünen haben heute dagegen einen Antrag für ein echtes Ende des Vollspaltenbodens eingebracht. Da wird eine tiefe Stroheinstreu auf einer Liegefläche gefordert, die so groß sein soll, dass alle Tiere gleichzeitig nebeneinander darauf liegen können, sowie die Möglichkeit eines Auslaufs. Dieses Verbot des Vollspaltenbodens würde 2030 in Kraft treten, und für die nach 2020 neu gebauten Betriebe ab 2035. Zusätzlich fordern die Grünen in weiteren Anträgen, dass es ab 1.9.2025 eine Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie gibt, sowie so rasch wie möglich eine Haltungskennzeichnung für jene Tierprodukte, für die eine Aussage bezüglich Tierwohl, Tierschutz oder Tierhaltung getroffen wird (etwa durch Labels, Markennamen etc.).
Anlässlich der heutigen Parlamentssitzung und dieser Anträge hielt der VGT eine Kundgebung vor dem Hohen Haus ab. Darin wurde an alle Parteien appelliert, die Schweine nicht zu vergessen und endlich in ihrem Sinn eine nachhaltige Lösung für das Dauerproblem Vollspaltenboden zu beschließen.
VGT-Obperson DDr. Martin Balluch dazu: Jetzt haben die neu gewählten Abgeordneten im Parlament wieder eine Chance, über ein Verbot des Vollspaltenbodens für Schweine abzustimmen. Bisher haben sich ÖVP und FPÖ zu einem derartigen Beschluss nicht durchringen können. Stattdessen wünschen sich die beiden Lobbyparteien der Tierindustrie einen leicht veränderten Vollspaltenboden, der keine nachhaltige Lösung ist. Nichts führt an einem tief eingestreuten Liegebereich vorbei. Mit weniger können weder die Öffentlichkeit noch die Tierschutzverbände zufrieden sein. Ja, danach wird es einer gemeinsamen Anstrengung bedürfen, den Handel, die Gastronomie und die Konsument:innen mitzuziehen. Aber das ist uns beim Verbot der Käfigeier gelungen, warum soll das nicht auch beim Schweinefleisch gehen. Voraussetzung dafür ist eine Branchenlösung der Supermärkte und eine flächendeckende Haltungs- und Herkunftskennzeichnung, sowie ein Ende der romantisierenden Fleischwerbung für grauenhafte Tierfabriksprodukte. Man kann nicht einerseits über die Konsument:innen jammern, die zum konventionellen Billigfleisch greifen, und andererseits dieses Fleisch bewerben, indem von hohen Haltungsstandards in Österreich geschwärmt wird, obwohl es diese noch gar nicht gibt. Ehrlichkeit im Umgang mit den Konsument:innen würde zusammen mit einem Ende des Vollspaltenbodens sehr rasch zu einer win-win Situation für alle Beteiligten führen! Insbesondere für die Schweine!
Pressefotos (Copyright: VGT.at)