Teilen:

„Fischerei ohne Fischquälerei gibt es nicht“: VGT-Aktion soll aufrütteln

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (26.02.2025)

Wien, 26.02.2025

VGT-Tierschutzaktion thematisiert den Konsum von Fischspeisen, bei deren Herstellung tierquälerische Fischereimethoden üblich sind. Der VGT schlägt vor: Kein Fisch am Faschingstisch.

Mit einer außergewöhnlichen Tierschutzaktion am Wiener Stephansplatz haben VGT-Aktivist:innen auf den Konsum von tierquälerisch hergestellten Fischspeisen hingewiesen. Fisch wird im Fasching gerne und in großen Mengen gegessen. Eine als Fisch verkleidete Aktivistin wurde auf einem Tisch liegend symbolisch von Faschingsnarren und -närrinnen verspeist. Am Boden vor dem Tisch lag in ein Fischernetz verwickelt eine zweite als Fisch verkleidete Aktivistin. Sie symbolisierte den tierquälerischen Meeresfischfang mit Netzen. Ein als Tod verkleideter Aktivist war ebenso vorhanden. Weitere Aktivist:innen mit einem Transparent, Infoschildern und Flyern informierten die Öffentlichkeit über die tierquälerische Meeresfischerei.

Mag. Erich Schacherl, VGT-Kampagnenteam: Fasching ist kein Spaß für Fische, lautet das Motto der Tierschutzaktion. Spaß im Fasching soll sein, klar, aber nicht auf Kosten von Fischen. Um die geht es, denn im Fasching werden besonders viel Fische gegessen. Stichwort: Heringsschmaus. Beim Fang werden Heringe und andere Fische allerdings extrem gequält. Da hört der Spaß auf!

Zum nahenden Ende der Narrenzeit mit dem Höhepunkt am Faschingsdienstag laufen die kulinarischen Vorbereitungen der Lebensmittelbranche und Gastronomie bereits auf Hochtouren. Wie jedes Jahr werden auch heuer große Mengen an Fischspeisen angeboten und vermutlich auch verspeist. Für das ganze Jahr berechnet die Statistik Austria 7,8 kg Fischkonsum pro Kopf pro Österreicher:in. 77.515 Tonnen Fisch wurden im Jahr 2023 nach Österreich importiert. Davon wurden 71.225 Tonnen gegessen.1 42 Prozent der Gesamtbevölkerung haben laut einer Umfrage von Jänner 2023 am Aschermittwoch Fisch gegessen.2

Verkaufsschlager in der Faschingszeit ist nach wie vor Heringsschmaus. Während der restlichen Zeit des Jahres sind es Heringsstücke in der Dose oder im Glas. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 3.508.386 kg Heringe bzw. aus Heringen hergestellte Nahrungsmittel mit einem Wert von 14.696.789,– Euro nach Österreich importiert. Davon kamen 2.640.489 kg mit einem Wert von 11.041.716,– Euro in der Dose oder im Glas nach Österreich. Hauptimportländer sind Deutschland, Dänemark, Polen und Holland.3

Die Tierschützer:innen des VGT kritisieren vor allem die tierquälerischen Fangmethoden, mit denen Heringe und alle anderen Fische aus den Meeren gefischt werden. Fischerei mit Schleppnetzen, Umschließungsnetzen oder Hebenetzen klingt normal und harmlos, ist es aber nicht. Für die Fische bedeutet es einen qualvollen Tod und extremes Leid. Mag. Erich Schacherl: Es kann nicht oft genug gesagt werden. Jede Form der Meeresfischerei ist tierquälerisch und mit unvorstellbarem Leiden für die betroffenen Fische verbunden. Wer Heringe und andere Meeresfische isst, unterstützt diese Fischquälerei. Der VGT hat darüber bereits berichtet: Den Heringen auf der Spur – Teil 2

Neben der Kritik appellierten die Tierschützer:innen an das Mitgefühl der Menschen. Mag. Erich Schacherl: Es ist hinlänglich bekannt, dass Fische fühlende und empfindsame Lebewesen sind, die bei der Fischerei gequält werden und leiden. Fischerei ohne Fischquälerei und Fischleid gibt es nicht. Deshalb bitten wir, keine Fische zu essen. Vor allem in der zu Ende gehenden Faschingszeit. Und weil es gut passt, auch in der beginnenden Fastenzeit.

Dass die Heringsfischerei neben der Tierschutzproblematik außerdem noch schlecht fürs Klima ist, skrupellosen Raubbau an natürlichen Ressourcen bedeutet und zahlreiche andere Wassertiere bedroht, macht noch deutlicher, wie wichtig ein Verzicht von Fischspeisen ist. Der VGT hat bereits im Februar 2024 darüber berichtet: Vier gute Gründe, um auf Heringsschmaus zu verzichten.

Die Veränderung der Essgewohnheiten hin zu einer verantwortungsbewussten, nachhaltigen, pflanzlichen Ernährungsform ist heutzutage einfach. Mag. Erich Schacherl: Der Lebensmittelmarkt und manche Restaurants bieten mittlerweile veganen Visch in zahlreichen Variationen an. Auch der VGT informiert seit Jahren über die pflanzlichen Alternativen zu Fisch. Wer also fischleidfrei essen will, findet genügend Ratschläge, Tipps und Unterstützung.

Pressefotos (Copyright: VGT.at)

Quellen

  1. Statistik Austria: Versorgungsbilanzen für tierische Produkte 2023
  2. Marine Stewardship Council (MSC): Aschermittwoch 2023: Fast jeder zweite Österreicher isst Fisch
  3. Statistik Austria: Heringsimporte nach Österreich im Jahr 2023 (vom VGT in Auftrag gegebene Ausarbeitung)
  4. Thünen-Institut für Ostseefischerei: Fischbestände Online, Hering

13.05.2026, Wien

Wir gewinnen Bronze beim VAMP Award!

Ein großer Erfolg für den VGT und den Tierschutz

12.05.2026, Österreich

Einblicke in den VGT-Tierschutzunterricht

Unterrichtsbeispiele für unterschiedliche Schulstufen - kreativ, interaktiv und altersgerecht!

12.05.2026, Wien

Rechtskräftig: Schweinefabriksbesitzer Hardegg darf VGT nicht terroristisch nennen

Hardegg hat das Urteil des Handelsgerichts Wien anerkannt: der VGT darf nicht „terroristische Vereinigung“ genannt werden und Hardegg muss dem VGT € 5.423,48 bezahlen

08.05.2026, Wien

Gemeinsam für Tiermütter – VGT-Aktion im Herzen Ottakrings

Der VGT macht heute den Yppenplatz zum Aktivismus-Hotspot

08.05.2026, Niederösterreich

FPÖ-Kickl findet das Schlagen von Kindern gut, aber Tierschutz raus aus den Schulen

Fragwürdiger Wertekompass in Pädagogik: in einer gestrigen Presseaussendung will die FPÖ Kinder vor Tierschutz „schützen“, während ihr Chef die „gsunde Watschn“ propagiert

06.05.2026, Wien

Amphibienwanderung Hanslteich erfolgreich abgeschlossen

VGT vermeldet sinkende Erdkrötenzahlen und betont die Wichtigkeit des Tunnelbaus

06.05.2026, Südoststeiermark

VGT zu Styriabrid: die Menschen wollen keinen Vollspaltenboden, egal ob Neu oder Alt

Zur VGT-Demo vor einer „Vorzeige-Schweinefabrik“ mit dem neuen Mindeststandard Vollspaltenboden ab 2034/2038 meinte Styriabrid, die Konsument:innen fänden das gut

05.05.2026, Südoststeiermark

Lauter VGT-Protest nach Aufdeckung vor neuem Vollspaltenboden-Schweinebetrieb

„Strukturierter“ Vollspaltenboden Neu, wie ab 2034/2038 neuer Mindeststandard; Demo betont: der Vollspaltenboden muss weg, es gibt weiterhin keine Rechtssicherheit in der Schweinebranche