Teilen:

EGMR weist Schadenersatzklage für Verteidigungskosten im Tierschutzprozess ab

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (05.02.2019)

Wien, 05.02.2019

Einzelrichter urteilt, dass kein Menschenrecht gebrochen; EGMR wird sich also nicht mit dem Fall befassen

Als im Mai 2011 nach 14 Monaten Verhandlung der Freispruch im Wr. Neustädter Tierschutzprozess gefällt wurde, blieb der Hauptangeklagte, VGT-Obmann Martin Balluch, mit € 600.000 Schulden aufgrund seiner Verteidigungskosten sitzen. Zwar sieht die österreichische Rechtsordnung in solchen Fällen einen Wiedergutmachungszahlung vor, allerdings nur von bis zu € 1.200. Doch die Polizei hatte Balluch trotz jahrelang ständig wiederholter Anträge keine Akteneinsicht gewährt – entgegen dreier Urteile verschiedener Gerichte in dieser Causa. Insbesondere der Umstand, dass die Tätigkeit der beiden Polizeispitzel verheimlicht hätte werden sollen, zeigte Wirkung. Kaum hatte Balluch die beiden mit der Hilfe zweier (teurer!) Detektive aufgedeckt, saßen sie auch schon als Entlastungszeuginnen vor Gericht und die Richterin erließ ihren Freispruch. Das Faktum also, dass die Spitzelberichte und andere Entlastungsbeweise so lange zurückgehalten worden waren, hatte den Prozess erst ermöglicht. Das gab Balluch die Chance, den Staat via Amtshaftung auf Schadenersatz zu klagen. Doch das Begehren wurde in allen Instanzen abgewiesen. Nun liegt auch das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vor.

Ein Einzelrichter dort urteilte nämlich, dass in seinen Augen durch das rechtswidrige Zurückhalten der Spitzelberichte und der anderen Entlastungsbeweise keines der in der Menschenrechtskonvention aufgezählten Rechte gebrochen worden sei. Deshalb wurde die Klage zurück geschickt und wird der EGMR nicht mit dem Fall befasst. Damit kann Balluch nun endgültig die unschuldig entstandenen Verteidigungskosten nicht mehr zurück holen. Dem Staat ist es damit gelungen, einen idealistischen Tierschützer trotz erwiesener Unschuld in den Privatkonkurs zu treiben. Ein deutliches Zeichen an alle, die es wagen sollten, die Mächtigen im Land heraus zu fordern.

Das Urteil des EGMR wörtlich: Martin Balluch's Blog

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: „Unfassbar. Der Staat zwingt mir einen Prozess auf, ohne mir trotz Freispruchs die Anwaltskosten zu ersetzen. Hätte mich eine Privatperson geklagt, wäre diese selbstredend zum Kostenersatz verpflichtet gewesen. So kann man Menschen ruinieren. Aber nicht nur das. Statt wenigstens im Kulanzweg einen Teil zu begleichen, kämpfte die Finanzprokuratur vor Gericht mit allen Mitteln und ließ sich die € 60.000, die ihre Anwälte im Schadenersatzprozess gekostet hatten, auch noch ersetzen. Wenn man sich also nicht stillschweigend ruinieren lassen will, dann muss man mit noch höheren Kosten rechnen. Gäbe es nicht breite Schichten der Bevölkerung, die sich mit mir solidarisierten und mich unterstützten, hätte ich angesichts derartiger Ungerechtigkeiten schon längst meine Tierschutzarbeit aufgeben müssen.“

06.05.2026, Wien

Amphibienwanderung Hanslteich erfolgreich abgeschlossen

VGT vermeldet sinkende Erdkrötenzahlen und betont die Wichtigkeit des Tunnelbaus

06.05.2026, Südoststeiermark

VGT zu Styriabrid: die Menschen wollen keinen Vollspaltenboden, egal ob Neu oder Alt

Zur VGT-Demo vor einer „Vorzeige-Schweinefabrik“ mit dem neuen Mindeststandard Vollspaltenboden ab 2034/2038 meinte Styriabrid, die Konsument:innen fänden das gut

05.05.2026, Südoststeiermark

Lauter VGT-Protest nach Aufdeckung vor neuem Vollspaltenboden-Schweinebetrieb

„Strukturierter“ Vollspaltenboden Neu, wie ab 2034/2038 neuer Mindeststandard; Demo betont: der Vollspaltenboden muss weg, es gibt weiterhin keine Rechtssicherheit in der Schweinebranche

04.05.2026, Südoststeiermark

Einladung: VGT-Demo vor aufgedeckter Schweinefabrik mit „Gruppenhaltung Neu“

Tierschützer:innen kritisieren anhand von Bildmaterial aus der Tierfabrik, dass sich am Schweineleid durch die Gesetzesnovelle nichts geändert hat

04.05.2026, Wien

Welt-Thunfischtag 2026

Neuer Bericht bestätigt: Massive Tierschutzprobleme beim Thunfischfang

02.05.2026, Wien

Der Tierschutzprozess

Einer der größten Justizskandale der 2. Republik.

01.05.2026, Wien

Veganes Sommer-Gewinnspiel 2026

Gewinne eine Hotelübernachtung, Geschenkboxen, vegane Kleidung uvm.

29.04.2026, Wien

Das Geschäft mit Kampffischen

VGT-Recherchen deuten darauf hin, dass in Österreich ein lukrativer Handel mit Zierfischen stattfindet.