Teilen:

Hühnermast-Skandal: Betreiber:innen vor Strafgericht

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (06.03.2024)

Graz, 06.03.2024

Das eiskalte Überfahren der Masthühner hat für die Betreiber:innen ein rechtliches Nachspiel. VGT-Aktivist:innen protestieren vor dem Gericht in Graz

+++ Update +++

Im Fall der Hühnermäster, die sich heute vor dem Landesgericht für Strafsachen in Graz wegen Tierquälerei verantworten mussten, ist bisher kein Urteil gefallen. Die Verhandlung wurde vertagt. Ein Sachverständiger, der selbst Amtstierarzt ist, bestätigte vor Gericht die rohe Misshandlung der Hühner durch die Angeklagten. Detailliert wurde geschildert, welche Qualen die Masthühner, die überfahren wurden und überlebten, minutenlang ertragen mussten. Dass die Tiere noch lebten, wäre anhand des Flügelschlagens und der Körperspannung zu erkennen gewesen. Die Verteidigung der Angeklagten sprach von einem „Showprozess“.

David Richter (VGT Steiermark) war selbst im Gerichtssaal: Die immensen Leiden der zerquetschten und schwerverletzten Hühner müssen als Tierquälerei vor Gericht verhandelt werden. Es ist eine absolute Ausnahme, dass solche tierquälerischen Szenen filmisch festgehalten wurden - wenn schon die vielen anderen ungesehenen Qualen in der Geflügelhaltung ohne Folgen bleiben, muss zumindest dieser Fall Konsequenzen haben. Das System der Billig-Fleisch-Produktion hinter dem Rücken der Gesellschaft und auf dem Rücken der Tiere muss beendet werden.

Der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN wird den Prozess weiterhin verfolgen und über das Urteil berichten.



Am 7.3.24 müssen sich die Betreiber:innen eines steirischen Hühnermastbetriebs vor dem Strafgericht in Graz verantworten. Tierschützer:innen des VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN werden vor dem Landesgericht für Strafsachen in Graz einen Protest vor Prozessbeginn abhalten (Demo von 9.45-10.30 Uhr). Der VGT wird den Prozess beobachten und steht danach für Statements zur Verfügung.

Im Dezember 2022 wurden Videoaufnahmen aus dem Betrieb bekannt, in denen u.a. zu sehen war, wie Masthühner rücksichtslos von einem Fahrzeug überrollt wurden. Mindestens fünf Hühner sind in der Videoaufnahme zu sehen, die unter den Rädern zerquetscht wurden – mindestens drei davon starben nicht sofort, sondern flatterten schwer verletzt am Boden. Eine sofortige Nottötung der verletzten Tiere fand nicht statt, wie auf den Aufnahmen ersichtlich ist. Der VGT hatte diese grausamen Szenen an die Öffentlichkeit gebracht und umfassende Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft hat schließlich Anklage gegen die Betreiber:innen wegen Tierquälerei nach §222 Strafgesetzbuch erhoben. Es drohen bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe.

Video der VGT-Aufdeckung 2022:

VGT-Campaigner David Richter erinnert sich: Die Szenen haben mich damals zutiefst schockiert. Die Masthühner in der Halle wurden für den Transport zur Schlachtung eingefangen. Ein Fahrzeug, mit dem die Kisten aus der Halle befördert wurden, rollte einfach über die armen Hühner, die sich ohnehin kaum bewegen konnten. Die Qualen der Tiere, die unter dem Fahrzeug zerquetscht wurden, sind unvorstellbar. Die Rücksichtlosigkeit der verantwortlichen Personen muss bestraft werden.

Neben den Gesetzesverstößen, die nun strafrechtlich verfolgt werden, zeigten die Aufnahmen die systematischen Probleme der industriellen Hühnermast. Bis zu 40.000 Tiere werden in eine karge, reizlose Halle gepfercht. Mehr als etwas Einstreu, Futter und Wasser muss den Hühnern per Gesetz nicht geboten werden. Dementsprechend sind die Tiere in ihren natürlichen Verhaltensweisen extrem eingeschränkt. Gepaart mit der Qualzucht auf möglichst schnelles Wachstum und viel zu starker Gewichtszunahme ergibt das schlussendlich Krankheiten, Fehlbildungen und Verletzungen. Gegen Ende der lediglich 4-6 Wochen dauernden Mast können sich viele Hühner kaum mehr richtig bewegen. Ihre Bäuche sind kahl vom Sitzen in den eigenen Fäkalien.

Masthühner konventioneller Rassen leiden häufig unter Herz-Kreislauferkrankungen, pathologischen Veränderungen der Brustmuskeln oder Fehlstellungen der Beine, sodass sie sich kaum mehr normal fortbewegen können. Wir werden uns weiterhin für ein Ende der Qualzucht in der Hühnermast einsetzen, so VGT-Campaignerin Denise Kubala, MSc.

Zur Petition

Der VGT setzt sich für einen verbesserten Schutz von Masthühnern weiterhin für die Europäische Masthuhn-Initiative und die Etablierung ihrer Richtlinien als neuen Mindeststandard ein.

Presseordner (Fotos der Hühnermast; Fotos von der Demo vor dem Prozess am 7.3. ab 11 Uhr)

20.05.2026, Guntersdorf/Wien

VGT gibt echte Einblicke in den Tierschutzunterricht

Unterricht des VGT beliebt wie eh und je, Rückmeldungen von Lehrpersonen und von Kindern durchwegs positiv

20.05.2026, Wien

Steiermark: FPÖ und ÖVP schmettern Grünen Antrag im Landtag gegen Vollspalten ab

Die steirische Landesregierung ist nicht einmal bereit, Tierwohlfleisch in Landesküchen oder den Umbau der Schweinebetriebe weg vom Vollspaltenboden zu fördern

19.05.2026, Steiermark

VGT erstattet 1025 Anzeigen gegen Vollspalten-Schweinefabriken in der Steiermark

Es besteht der Verdacht, dass keiner dieser Betriebe allen Schweinen einen physisch angenehmen Liegebereich bietet, wie gesetzlich seit Juli 2022 vorgeschrieben

13.05.2026, Wien

Wir gewinnen Bronze beim VAMP Award!

Ein großer Erfolg für den VGT und den Tierschutz

12.05.2026, Österreich

Einblicke in den VGT-Tierschutzunterricht

Unterrichtsbeispiele für unterschiedliche Schulstufen - kreativ, interaktiv und altersgerecht!

12.05.2026, Wien

Rechtskräftig: Schweinefabriksbesitzer Hardegg darf VGT nicht terroristisch nennen

Hardegg hat das Urteil des Handelsgerichts Wien anerkannt: der VGT darf nicht „terroristische Vereinigung“ genannt werden und Hardegg muss dem VGT € 5.423,48 bezahlen

08.05.2026, Wien

Gemeinsam für Tiermütter – VGT-Aktion im Herzen Ottakrings

Der VGT macht heute den Yppenplatz zum Aktivismus-Hotspot

08.05.2026, Niederösterreich

FPÖ-Kickl findet das Schlagen von Kindern gut, aber Tierschutz raus aus den Schulen

Fragwürdiger Wertekompass in Pädagogik: in einer gestrigen Presseaussendung will die FPÖ Kinder vor Tierschutz „schützen“, während ihr Chef die „gsunde Watschn“ propagiert