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FPÖ lehnt tatsächlich alle Tierschutzanträge der Liste JETZT ab; SPÖ + NEOS dafür

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (20.09.2019)

Wien, 20.09.2019

Damit wurde die Chance, noch vor der Wahl den Nutztierschutz ein sehr großes Stück weiter zu bringen, von der angeblichen „Tierschutzpartei“ verhindert

Das sind drei brennende Probleme im Tierschutz, die schon seit Jahrzehnten diskutiert werden, aber bisher noch keiner Lösung näher kamen: das Vergasen und Schreddern von Eintagskücken der Legerassen, die betäubungslose Kastration von Ferkeln und das Leben von Schweinen auf Vollspaltenboden statt auf Stroh. Mit der ÖVP in einer Regierungskoalition ist im Nutztierschutz nicht viel zu machen, weshalb die gesamte Tierschutzbewegung hoch erfreut war, als Daniela Holzinger von der Liste JETZT in der Zeit zwischen Regierungsende und Neuwahl Initiativanträge zu allen drei Punkten einbrachte. Diese können aber nur abgestimmt werden, wenn zuerst ein Fristsetzungsantrag durchgeht, der die Frist für die Abstimmung auf die Zeit bis zur Wahl setzt. Ein entsprechender Fristsetzungsantrag war sowohl im Juni als auch im Juli von der FPÖ abgelehnt worden. Gestern nutzte die Liste JETZT den allerletzten Moment, um den Fristsetzungsantrag noch ein drittes Mal einzubringen. Spät in der Nacht wurde er jedoch wieder mit den Stimmen der FPÖ und der ÖVP abgeschmettert. Die SPÖ und die NEOS haben zugestimmt.

Gestern konfrontierte ein Tierschützer erneut den FPÖ-Chef Norbert Hofer in der Frage des Verbots der Vollspaltenböden für Schweine am Oktoberfest im Prater. Dieser meinte, die FPÖ brauche noch mehr Zeit. Seltsam, weil dieselbe FPÖ bereits 1994 ein Verbot der Vollspaltenböden beantragt hat. Und derselbe Norbert Hofer noch 2006 explizit ein solches Verbot gefordert hat. Und 25 bzw. 13 Jahre danach brauche man noch mehr Zeit? Wieviel Jahrzehnte müssen die Schweine in Österreich weiter ohne Stroh leben, obwohl 96 % der Menschen hierzulande wollen, dass sie auf Stroh liegen können!

VGT-Obmann Martin Balluch: Wir haben alle Fakten zu dieser Frage zusammen getragen: die wissenschaftlichen Studien, die Meinung der Bevölkerung, die Bereitschaft der Supermärkte für eine Branchenlösung und die Erfahrung jener Betriebe, die von sich aus in den letzten Jahren von Vollspalten auf Stroh umgebaut haben. All das weist deutlich darauf hin, dass der Umstieg österreichweit ein Gewinn für alle Beteiligten wäre. Dagegen setzt die FPÖ ihr Bauchgefühl, dass dann die Importe zunehmen würden – und verrät die Tiere. Nun endgültig. Ich hoffe sehr, dass alle tierschutzbewegten Menschen hierzulande der FPÖ dieses schändliche Vorgehen nicht vergessen werden!

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